STA – PO3rd Alrowadur Javishul - Tec - Log01 – 12081.1343

CO: Arscosea Chakoty - XO: Jadzia Bennet

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

STA – PO3rd Alrowadur Javishul - Tec - Log01 – 12081.1343

Beitragvon Leopold FvB » Sa 4. Dez 2010, 12:26

STA – PO3rd Alrowadur Javishul - Tec - Log01 – 12081.1343

Vorkommende Personen: Taal
Wörter: 1231

=^.^= USS Stardust | Deck 9a | Hauptmaschinenraum – Tag 24 | 09:40 Uhr =^.^=

Obwohl die Tage auf Saros I anstrengend gewesen waren und sicher die gesamte Crew sich nach einer Pause sehnte, so musste doch der reibungslose Ablauf an Bord gewährleistet werden, weswegen einige Kollegen und ich nach nur einem halben Tag Ruhe schon wieder unseren Dienst schieben mussten als sei in dieser Woche bisher nichts weiter geschehen. Für mich persönlich war das nicht so schlimm, denn für mein Team standen nur wenige Ausbesserungen und alltägliche Dinge an. So kümmerte ich mich gerade zum Beispiel um eine kleine Phasenvarianz im Warpkern, die ohne weitere Behandlung zwar kritisch werden konnte, von einem aufmerksamen Techniker aber binnen weniger Minuten zu beheben war. Entsprechend schnell waren die Kollegen und ich auch fertig, doch als wir gerade den Reaktorraum wieder verlassen wollten, wurde ich plötzlich von einer mir wohl bekannten Stimme aufgehalten. Ah Jarvishul. Kann ich Sie mal kurz sprechen?“ Obwohl ich vor seiner Ernennung zum Chefingenieur wenig mit ihm zu tun gehabt hatte, erkannte ich doch bereits Commander Taal, mit dem ich ja im Energiekomplex der Satyr zusammengearbeitet hatte, um dort den improvisierten Warpkern zu installieren. Sofort drehte ich mich also zu ihm um und nahm Haltung an, wobei ich allerdings stark den Kopf heben musste anstatt starr geradeaus zu sehen, wie es eigentlich Vorschrift war. “Sir?“ Ich fragte mich insgeheim, was mein Vorgesetzter wohl von mir wollen könnte, denn im normalen Betrieb ging ja alles über den Anführer meines Teams, Ensign Anderson, und eines Fehlers oder einer besonders herausragenden Leistung war ich mir nicht bewusst. “Ich...“, erklärte sich Taal zögerlich und stockte kurz, bevor er den Satz zu Ende sprach. “...möchte mich entschuldigen. Es war nicht meine Absicht Sie zu beleidigen.“

Einen Augenblick lang war ich völlig baff. Wie in aller Welt kam der Commander nur darauf, dass er mich in irgendeiner Weise beleidigt haben konnte? Doch im Grunde wusste ich, dass es nur auf einem einzigen Weg passiert sein konnte und dafür würde ich am Nachmittag noch jemandem die Ohren lang ziehen müssen. Denn den einzigen Hinweis in diese Richtung, den ich von mir gegeben haben könnte, war ein Freizeitgespräch unter ein paar Kollegen aus der Technik gewesen. Weil wir uns nämlich über den neuen Chef der Abteilung unterhalten hatten, war mir die kleine Anekdote herausgerutscht, dass dieser in meiner Gegenwart erklärt hatte, über ein nicht sehr relevantes Problem hinwegsehen zu können. Natürlich hatten die Kameraden mit lautem Gelächter reagiert, was ja auch meine Intention gewesen war, da mir der Witz an der Sache selbstverständlich bewusst war, ohne dass ich mich aber davon diskriminiert fühlte. Es gab nun einmal Redewendungen, die lange vor dem Kontakt mit anderen Spezies entwickelt worden waren und schließlich fühlte sich ja auch nicht jeder Vulkanier gleich beleidigt, wenn man der Mannschaft erklärte, sie müsse jetzt mal ganz genau zuhören und die Ohren spitzen. Irgendjemand aus der Runde hatte meinen gespielten Ärger aber wohl für bare Münze genommen und eine Meldung an den Ersten Offizier gemacht, der für eventuelle Probleme mit Diskriminierung oder dergleichen ja zuständig war, und dieser wiederum hatte nun unserem neuen Chef die Leviten gelesen. Insgesamt war da schon eine eher lustige Situation, weswegen ich mir das Grinsen nicht ganz verkneifen konnte. “Sir, darf ich offen sprechen?“ Und weil er keine Anstalten machte, mir diese Erlaubnis zu verweigern, setzte ich gleich hinzu: “Ich werde darüber hinweg sehen.“ Wenn ich den Witz selbst machen würde, konnte er daran hoffentlich ablesen, dass es keinen Grund gab, sich bei mir für eine völlig normale Redewendung zu entschuldigen. So sehr mir die ewigen Anspielungen der Kameraden mittlerweile auch langweilig wurden, so musste man doch nicht gleich übertreiben und das Kind mit dem Bade ausschütten. Sich extra Gedanken darüber zu machen, was man in meiner Gegenwart nicht sagen durfte oder besser anders zu formulieren hatte, war schließlich auch eine Form von Diskriminierung – umgekehrter Rassismus hieß das in der Theorie.

Um das Thema aber schnell zu einem Abschluss zu bringen, fügte ich außerdem noch schnell an, dass wir eine Varianz im Kern repariert hatten, die uns um ein Haar in kritischen Zustand geraten sei. Damit hatte ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn neben dem Wechsel des Gesprächsfadens konnte ich mir außerdem noch den Bericht sparen, wenn ich ihn gleich mündlich beim Chef ablieferte. Dass ich dabei ein kleines bisschen übertrieb, weil das Problem nur nach Minuten ohne Eingreifen eines Technikers wirklich groß hätte werden können, fand ich nur legitim. Immerhin hatte man uns auf Saros I Topleistungen abverlangt und waren dafür mit einem kleinen Sprüchlein vom Kommandanten abgespeist worden, der sozusagen mit der Versprechen neuer Arbeit und weiterer harter Tage geendet hatte. Warum also nicht auf diesem Wege die Bestätigung vom Chef abholen, die auch prompt kam, denn Taal lachte und legte mir eine Hand auf die Schulter, wofür er sich sogar leicht bücken musste, was in meinen Augen unglaublich albern aussah – aber die Geste zählte. “Gute Arbeit, Jar!“ Beinahe hätte ich bei dieser Abkürzung laut losgelacht, was sich aber für einen Untergebenen natürlich nicht geziemte, weswegen ich so gut es eben ging an mich hielt. “Jar?“, fragte ich stattdessen mit fragendem Blick, während ich mich insgeheim fragte, wie sehr sich der Mann eigentlich mit seiner neu erworbenen Position beschäftigte. Jeder zweite Techniker an Bord wusste, dass man mich im Allgemeinen AJ nannte und dass ich dagegen auch nichts einzuwenden hatte. Wieso also hatte der Commander noch nichts davon gehört? Lustiger Weise ging das Missverständnis aber noch weiter, denn hastig meinte Taal: “Ähm, ich meinte Jarvishul.“ Obwohl er meinen Beinamen dabei nicht ganz korrekt aussprach – schließlich fand sich darin nirgendwo ein R, das bei ihm aber deutlich rollte – konnte ich wohl kaum gegen den Versuch sein. Schließlich trug ich ja meinen Spitznamen, weil mein Name etwas komplizierter war, was dem neuen Chef aber offenbar noch nicht bekannt war.

“Machen Sie weiter!“, befahl er schließlich und deutete irgendwo hinter mir in den Maschinenraum. “Ich erhebe dann mal Anspruch auf die Diagnosephalanx der Plasmaverteiler. Falls Sie etwas brauchen, wissen sie ja, wo sie mich finden.“ Ich wusste nicht genau, wie ich darauf reagieren sollte, denn eigentlich war ja Ensign Anderson mein direkter Vorgesetzter und wenn ich etwas brauchte, ging ich direkt zu ihm. Doch wenn ein Abteilungsleiter einem Hilfe anbot, war man gefälligst dankbar und nahm sie so selten es ging in Anspruch. Also antwortete ich nur: “Äh, aye, Sir.“ Und damit war die wirklich seltsame Konversation auch schon beendet und wir gingen beide unserer Wege, wobei ich mir Gedanken über das gerade Passierte machte. Irgendwie war die ganze Szene schon mehr als merkwürdig gewesen und so richtig machte Taal auch nicht den Eindruck als sei er glücklich mit seiner neuen Rolle als Chef der Techniker. Sicherlich war es bei Ocampa normal, dass man schon nach ein paar Jahren erwachsen und reif für Offiziersaufgaben war, aber vielleicht hatte es dieser Commander ein wenig übertrieben. Schließlich war sein Aufstieg vom einfachen Teamleiter enorm rasant gewesen und noch dazu völlig überraschend durch den Tod seines Vorgängers vor erst wenigen Tagen. Die Zeit würde zeigen müssen, ob sich der Commander über das Gelernte an der Akademie hinaus als guter Anführer würde zeigen können und ob seine Persönlichkeit geeignet war zur Leitung von dutzenden Männern und Frauen. Ein guter Techniker war er mit Sicherheit, denn andernfalls wäre er unter Raakar nicht so weit nach oben gekommen, aber ob er auch das Zeug zum CTO hatte, konnte momentan nur der Captain beurteilen – wenn überhaupt.
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Leopold FvB
 
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