STA – PO1st Suvok - Sci - Log01 – 12083.1550

CO: Arscosea Chakoty - XO: Jadzia Bennet

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

STA – PO1st Suvok - Sci - Log01 – 12083.1550

Beitragvon Leopold FvB » Mo 6. Dez 2010, 14:29

STA – PO1st Suvok - Sci - Log01 – 12083.1550

Vorkommende Personen: McLeod, Cartwright, Astrometrie-Team (NPC)
Wörter: 1376

=\\//= USS Stardust | Deck 7 | Wissenschaft – Tag 24 | 09:40 Uhr =\\//=

Wie sich herausgestellt hatte, war die Subabteilung, deren Leitung ich ungefragt übertragen bekommen hatte, relativ klein und verfügte hauptsächlich über Ressourcen, nicht aber über Personal. Das Team, mit dem ich in meiner Schicht zusammenarbeiten würde, bestand lediglich aus zwei Mitarbeitern, von denen einer alleine für die Auswertung der Sensoren zuständig war, während der andere mit mir zusammen die Interpretation der Daten vornahm. Momentan waren wir bereits den zweiten Tag damit beschäftigt, die umliegenden Systeme, die in unserer Reichweite lagen, genauer zu untersuchen und ihre Charakteristika mit den Beschreibungen von Planeten oder Sternen in den Datenbanken der Satyr oder Pekara abzugleichen und bei einem Treffer den entsprechenden Namen in unsere neu erstellte Karte einzutragen. Insgesamt war die Kartographie keine besonders anspruchsvolle wissenschaftliche Disziplin, war aber als Grundlage für weitere Forschungen unerlässlich und somit logischerweise eine wichtige Aufgabe der Sternenflotte. Dennoch konnte ich nicht verhindern, dass mir ab und zu langweilig wurde, was ich aber natürlich niemals einem Nicht-Vulkanier gegenüber zugegeben hätte, denn auch dabei handelte es sich letztendlich nur um ein Gefühl, das zu bekämpfen ich zu meiner Schande gelegentlich versagte. Heute morgen aber hatte ich ausgiebig meditiert und befand mich nun so gut im Einklang mit mir selbst, dass ich mich voll auf die Arbeit konzentrieren konnte, ohne häufiger daran denken zu müssen, wie verschwendet das Wissen von der Akademie der Wissenschaften auf Vulkan in dieser Position doch war. Stattdessen folgte ich schlichtweg dem Befehl meines vorgesetzten Offiziers, denn auch eine Hierarchie war logisch bedingt durch das Wesen eines Militärs und als einzelner Soldat an Entscheidungen zu kritisieren, störte dieses System in einem über das Wirkungsvolle hinausgehende Maß. Logisch betrachtet, war es also absolut richtig, sich auch unlogischen Entscheidungen zu beugen, solange der Schaden nicht größer war als der, den eine Meuterei angerichtet hätte. Diese Ironie des Universums entstand natürlich nur durch die Zusammenarbeit mit emotionalen Spezies, da es sich dabei aber um fast sämtliche Rassen in der Föderation und ihrer näheren Umgebung handelte, kannten wir Vulkanier solche Situationen zur Genüge und bekamen Verhaltenshinweise bereits auf der Akademie beigebracht.

Während ich also meinen Geist mit anderen Aufgaben beschäftigte und nebenbei Namen in Datenbanken eintrug, meldete sich unvermittelt mein Kommunikator. “McLeod an Petty Officer Suvok.“, klang gleich darauf auch schon die Stimme des Commanders aus dem kleinen Lautsprecher und so drückte ich auf das Emblem, um den Ruf anzunehmen. “Suvok hier.“ “Ihr Team wird auf dem Planeten benötigt, Petty Officer.“, eröffnete mir die Medizinerin, deren Rang sie mir eigentlich nicht vorgesetzt machte, da sie in einer völlig anderen Abteilung arbeitete. Der nächste Satz aber überzeugte mich, dass der Befehl natürlich mit meinem direkten Vorgesetzten abgesprochen und daher in Ordnung war: “Bitte packen Sie die Grundausrüstung ein und melden sich im Camp bei Commander Dynamite oder mir!“ Ich bestätigte also nur knapp und stellte in Aussicht, etwa fünf Minuten zu benötigen, bevor ich die Leitung wieder schloss und den beiden Kollegen, die mir seit gestern unterstellt waren, die entsprechenden Befehle zum Aufbruch erteilte. Viel war nicht zu tun, aber einige Standartprotokolle mussten in einem solchen Fall durchaus eingehalten werden, damit niemand seinen Tricorder oder die Notfallrationen vergaß, ohne Anzug auf einen giftigen Planeten beamte oder sonst einen Fehler beging, der durch Schlampigkeit in einer so gemischten Crew jederzeit vorkommen konnte. Bei einer Klasse M Welt war die Liste natürlich erheblich kürzer und so erwies sich meine Berechnung der Ankunftszeit als falsch: Wir standen bereits vier Minuten und zwölf Sekunden später auf der Transporterplattform und konnten dem Techniker an der Konsole das Zeichen zum Beamen geben.

=\\//= Horeca | Ruinen von Avlosh | Basislager – Tag 24 | 09:45 Uhr =\\//=

“Petty Officer Suvok.“ Kaum hatte sich der blaue Schimmer gelegt, den der Transportvorgang auf der Netzhaut erzeugte, stand auch schon Commander McLeod vor mir und schien auf mich zu warten. Direkt hinter ihr stand eine blonde Frau aus der Sicherheit, die offenbar als persönliche Wache für die Medizinerin oder mein Team abgestellt worden war und die mir zur Begrüßung nicht einmal zunickte. Aber ich war ja auch auf Anweisung von Mister Dynamite hier und wurde nun von McLeod abgeholt, was also hatte eine Wache schon mit mir zu schaffen? Verwirrt war ich ja überhaupt nur, weil sie ein Mensch war und solches Verhalten in diesem Volk eigentlich als unhöflich galt, doch wenn sie sich über diese lästigen Regeln der Gesellschaft hinwegsetzte und lieber etwas mehr Logik walten ließ, sollte es mir nur recht sein. Mit Lebewesen, die sich nicht durch ihre Emotionen leiten ließen, konnte man wesentlich besser zusammenarbeiten, weil sie bedeutend vorhersagbarer reagierten und man zudem Schwierigkeiten vermied, falls sich im Laufe der Mission Widersprüche zwischen dem Gewollten und dem Logischen auftaten. “Commander McLeod.“, grüßte ich also nach dieser kurzen Verzögerung auch nur die Medizinerin und folgte ihr anschließend mit meinen beiden Untergebenen zum Camp und anschließend zu einer Stelle, an der mehrere Artefakte bereits freigelegt worden waren. So schnell hatten das aber mit Sicherheit nicht unsere Leute getan, weswegen ich auf die ebenfalls auf dem Planeten anwesenden Jem'Hadar tippte.

“Wir vermuten, dass diese Tafeln Sternenbilder darstellen, die von diesem Planeten aus einmal gesehen werden konnten.“, erklärte mir der Commander und deutete auf die am Boden liegenden Steine, in die tatsächlich undeutlich etwas eingemeißelt zu sein schien. Um mir die Zeichnungen jedoch näher ansehen zu können, musste ich sehr nahe an jede einzelne heran treten und in die Hocke gehen, was ich auch sogleich tat. Als ich die erste Untersuchung abgeschlossen hatte, konnte ich allerdings ein Ergebnis verkünden, dass dem einleitenden Satz von McLeod völlig zuwider lief: “Ihre Vermutung war falsch, Commander. Dies sind keine Konstellationen, die man von hier hätte beobachten können.“ Offenbar hatte sie damit nicht gerechnet, denn den stutzigen und leicht ungläubigen Blick konnte ich bei den meisten Spezies inzwischen identifizieren und genau dieser lag hier vor. Deswegen fügte ich zur Erklärung ein Beispiel an. “Betrachten Sie diesen Doppelstern hier, der sich in konstantem Abstand zu diesen drei Sternen in Reihe befindet.“ Mein Finger deutete auf die entsprechenden Stellen, die ein wenig an die Deichsel des irdischen Sternbildes des großen Wagens erinnerte, das ja sehr ähnliche Eigenschaften aufwies. “Eine solche Kombination gibt es nicht in Reichweite des mit bloßem Auge Sichtbaren, selbst wenn wir eine geringere Rotverschiebung annehmen als sie tatsächlich in diesen Regionen herrscht.“ Ich wusste, dass McLeod vor ihrer Versetzung in die Medizin auch als Wissenschaftlerin in der Astrometrie gearbeitet hatte, sie würde also verstehen, dass die Rotverschiebung im Vakuum des Universums im Grunde das Einzige war, weswegen nicht der gesamte Nachthimmel ein einziges Licht war, weil das Licht sämtlicher Sterne sich unendlich ausbreiten hätte können. Die Grenzen des Sichtbaren hingen also stark mit eben diesem Phänomen zusammen, das aber in der ganzen Galaxie äußerst konstant war und Entfernungsabschätzungen mit optischen Messmethoden um nur wenige tausend Kilometer abwichen.

“Ich verstehe.“, meinte McLeod schließlich, nachdem sie die gezeigte Kombination ebenfalls genau ins Auge gefasst hatte. “Worum handelt es sich bei diesen Bildern dann? Haben Sie eine Vermutung, Petty Officer?“ “Momentan habe ich zu wenige Daten, um eine Aussage darüber zu machen, Commander.“, antwortete ich und betrachtete mir die Tafeln erneut ganz genau. “Soweit ich das sehe, gibt es aber nur drei Möglichkeiten.“ Einen Moment hielt ich inne, da aber weder Widerspruch noch Aufforderung folgten, beschloss ich kurzerhand, die Information mit McLeod zu teilen. “Einerseits könnten diese Konstellationen von einem anderen Planeten aus beobachtet worden sein und anschließend hierher verbracht worden sein oder wurden hier aus dem Gedächtnis eines Wesens von einem anderen Planeten gefertigt.“ Die Medizinerin nickte, soweit schien ihr das einzuleuchten. “Und andererseits wäre es möglich, dass der Beobachtungspunkt nicht fix ist. Wenn jede Konstellation auf diesen Tafeln an einem anderen Punkt auf diesem Planeten beobachtet wurde, wäre es theoretisch möglich, dass die relative Bewegung der Sterne durch die Bewegung des Beobachters kompensiert worden wäre. Zufällig wäre es ein sehr großer Zufall, wenn dabei immer wieder eine gerade Linie dieser Sterne entstehen würde, aber möglicherweise war dieser Effekt ja die Absicht des Künstlers.“ Erneut nickte McLeod, wenn sie auch diesmal etwas mehr ins Nachdenken kam, vermutlich weil diese Variante eher unwahrscheinlich im Vergleich zur ersten Möglichkeit war. So schwieg sie also eine ganze Weile bis sie schließlich fragte: “Und was ist die dritte Möglichkeit?“ “Oh, ich dachte, das wäre offensichtlich.“, entschuldigte ich mich und fügte dann an: “Es könnte sich gar nicht um Sternbilder handeln, sondern um ein völlig anderes Muster oder gar Fälschungen.“
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Leopold FvB
 
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