Seite 1 von 1

TEN - D'Mora Log5 - 12105.1281

BeitragVerfasst: Di 28. Dez 2010, 11:50
von Quork
Petty Officer Second Class Hatham Eveh D'Mora
Charlog: 29
Schreiberlog auf der Unit: 20
Schreiberlog: 68

Woerter: 628
Betroffen:
PC: Team Blau
NPC:
Genannt/Indirekt:
PC:
NPC:


„Also nichts, wo wir rein wollen mit diesem Schiff” stellte die Commander trocken fest.
„Koennten unsere Schiffe die Tenjin mit Traktorstrahlen von ihrem Kurs auf die Anomalie abbringen?” fragte sie nach kurzer Ueberlegung.
„Negativ, Ma'am. Die Strahlung wird die Traktorstrahlen wirkungslos verpuffen lassen” erwiderte ich, doch die Bajoranerin schien nicht sehr ueberrascht von dem Lauf der Dinge.
„Also muessen wir versuchen, das Schiff mit seiner eigenen Kraft von der Anomalie fernzuhalten. Koennen Sie mir sagen, was es ist?” fuhr sie fort, ganz Kommandant. Die geheimnisvolle Frau betrachtete sie mit einem undefinierbaren Gesichtsausdruck.
„Negativ, Ma'am, es tut mir leid. Die Daten an sich ergeben keinen Sinn, ich muesste sie in einem funktionstuechtigen astrometrischen Labor analysieren um daraus wirklich schlau zu werden. Aber ja, es ist eindeutig nichts, was dieses Schiff aushalten koennte, Ma'am” antwortete ich meiner Captain.
„Dann muessen wir wieder runter” brach die Fremde ihr Schweigen und machte sich zum Turboliftschacht auf.
„Aehm... Fraeulein, heh, was tun Sie da?” rief entruestet Commander Ner'Ayez und stellte sich nach einem Zwischending aus Sprint und grossem Satz zwischen die Unbekannte und den Turboliftschacht.
„Stoer mich nicht, Du Nervensaege, ich hab' ein Schiff zu retten!” warf jene ihr entgegen und umrundete sie geschickt. Schon stand sie in der Tuer zum Schacht und wollte sich an den Abstieg machen, als sie ihren Kopf nach hinten drehte und uns musterte. „Wird's bald? Hopp hopp, hier gibt's nichts zu tun, die Kommandofunktionen sind umgeleitet auf die Notbruecke!” Rief's und verschwand in der Roehre, ihr hinterher gleich unsere irritiert dreinblickende Kommandantin. „Wir folgen ihr...” hoerte man sie noch, und wir taten wie geheissen.

Der Abstieg ging etwas einfacher als der Aufstieg, und wie durch ein Wunder schafften wir es, doch noch den Anschluss nicht zu verlieren. Nicht ohne eine gesunde Portion Stolz merkte ich, dass das harte rihann Sicherheitstraining sich durchaus bemerkbar machte in meiner Kondition - nicht dass die Anderen langsamer waren, aber sie schienen staerker zu schnaufen. Andererseits waren sie ja auch schon viel laenger in dieser falschen Zeitlinie.

Meine Gedanken glitten ploetzlich zu Rosanna zurueck, die irgendwie aus meinen Gedanken verschwunden war mangels Zeit. Was sie wohl gerade machte, wo sie gerade unterwegs war? So weit ich es mitbekommen hatte, war sie in einem der anderen Teams von der Phoenix auf die Tenjin ruebergesetzt. Ihre und N'Takkis Erzaehlungen und Ausfuehrungen ueber diese Zeitlinie waren zunaechst sehr abstrakt gewesen. Eine faschistoide pangalaktische Allianz die alles gemischte Leben ausmerzen will, das klang einfach zu schlimm um wahrer als ein Alptraum zu sein.
Die Erlebnisse hier auf der Tenjin, mit den Strahlungsopfern beispielsweise, und mit den Allianzlern natuerlich, raubten mir diese beruhigende Illusion. Was musste den falsch laufen auf der Welt, um die grosse, starke, tolerante, offene Foederation in so wenigen Jahren in so ein schlimmes Konstrukt umzuwandeln? Ich hatte Geruechte gehoert, ein gewisser Konteradmiral Thor Phall oder so aehnlich sei gefangen genommen worden, der wohl einst Sternenflottenoffizier gewesen sein soll. Was konnte eine Person dazu bringen, so drastisch die Seiten zu wechseln?
Mir fiel ein, wie ich vor gar nicht so langer persoenlicher Zeit (aber erst in 250 Jahren absoluter Zeit und anderer Zeitlinie) selbst drastisch die Seiten gewechselt hatte, vom Rihannsu stellam Shiar zur Foederation, von Speziesegoismus zu Offenheit, von Krieg zu Diplomatie, von Ueberheblichkeit zu Toleranz - war der Wechsel rueckwaerts etwa genauso leicht? Das wollte ich nicht glauben, das konnte nicht wahr sein! Im Lauf, inmitten dieses Wrackes, in den Truemmern der letzten Hoffnung der Hybriden, schwor ich mir, alles zu tun, meine augenscheinliche Mission zu meinem Ein und Alles zu machen, mein ganzes Leben der Verhinderung dieser schrecklichen Geschehnisse zu widmen.

Jaeh riss mich die Ankunft an einem versiegelten Schott aus meinen Gedanken, und mein Blick wanderte zu den zwei Frauen.