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TEN - GLogs3/4 - Rhoya/Solar - Reb - 12106.2313

BeitragVerfasst: Mi 29. Dez 2010, 22:09
von Vega
    Ein Seil, um danach zu greifen


Personen: Team Rot: direkt: Solar, Rhoya, Bashir, Pandora, Six, Anna

Erwähnte Personen: Diverse(NPCs)



"Bist du ein Amboss, so leide als Amboss; bist du Hammer, so schlage als Hammer zu."
Arabisches Sprichwort

Wörter:
Rhoya Log 03: 623
Solar Log 04: 604
Gesamt: 1.227


«=/\=» Tenjin - Irgendwo im Dunkel «=/\=»

Meine Augen verengten sich, nicht nur wegen der plötzlichen Dunkelheit, die dann doch wieder durchbrochen wurde von flackernden, ordentlich schief hängenden Beleuchtungen. Jetzt waren die an den Wänden, kläglich gehalten von dünnen Kabeln aus der Decke in der sie einst gehangen hatten. Es war auch die Frau die mich wütend machte, es war aber genauso die Medizinerin die schon wieder Solar befummelte, die Nähe von Bashir.
Und dann war da dieser Geruch...
Vielleicht nahm ich ihn wahr, als Erste, als etwas das stetig um mich war und mir gerade doch abhanden gekommen war.
Der Geruch kam von dem Gang in den Solar deutete und so rappelte auch cih mich auf, stand kurz unsicher auf dem einen Absatz, der beim Sturz wohl etwas abbekommen hatte, ehe ich mich räusperte und nach Aufmerksamkeit suchte.
"Ist vielleicht keine gute Idee..." meinte ich, eher düster und erntete einen fragenden Blick meines gefühlten Bruder, der dann auch in die Richtung sah, bis es Rosanna war, die scharf die Luft einsog, während die Menschenfrau in blau, die Medizinerin der Phoenix, sich die Hand vor die Nase hob, denn der Luftzug, den die nun offene Tür erzeugte, zog auch den Gestank zu uns.
Der Geruch verbrannten und verwesenden Fleisches, von Blut und Zerstörung, der mich tief durchatmen und mich einer seltsamen Routine entgegen sehen sah. "...allerdings... wenn es noch den Gestank gibt... dann hat es auch Luft zum..." ich grinste unangemessen schief, hob meine Hände um Anführungszeichen in der Luft mit den Fingern zu malen. "..."atmen"..."




"Boah, auf dieses Parfüm könnte ich echt gut verzichten ...", murrte ich, um mich irgendwie selbst davon zu distanzieren, dass diese Toten da alles Leute waren, die ich mit Sicherheit wenigstens flüchtig kannte. Denn die Hoffnung, es wären nur Allianzler, die war einfach viel zu utopisch.
"Ich gäbe was drum, genauso wenig riechen zu können wie Klick.", murmelte ich und bemühte mich, nur durch den Mund zu atmen, was nicht vollends gelang ... und mich den Gestank dann auch schmecken ließ. Gut, mir war schlecht, ich gab es vor mir selbst zu. Und das nicht nur wegen dem Ekel, sondern eben doch auch deswegen, weil es Leute waren, die auf mein Wort vertraut hatten. Dabei hatte ich doch nie gewollt, dass mein Wort soviel Macht hatte.
Ich schluckte schwer, schmeckte Galle, atmete tief durch ... und musste wieder schlucken, schloss einen Moment die Augen. Was, wenn sie unter diesen Leichen war? Eine von vielen ... Nein, das durfte ich nicht denken, denn schon beim kleinsten Gedanken daran spürte ich dieses Loch in meinem Inneren, das sich öffnete, um mich fallen zu lassen.
Energisch straffte ich meine Gestalt und tat den ersten Schritt. Kein Großer, denn ich musste feststellen, dass dieser Gang fast schon von Leichen blockiert wurde. Warum? War diese Tür nicht zu öffnen gewesen? Oder hatte es dort drüben andere hinausgesaugt? Oder ... nein, das war müßig. Und ich stellte alle Gefühle ab, als ich über den ersten, eindeutig an Wunden gestorbenen Körper hinweg schritt. Ich vermied es, Gesichter erkennen zu wollen, denn ich wollte nicht wissen, über wessen Leichen ich hier ging.



In einer anderen Zeit und in einer anderen Welt wäre ich vielleicht auch etwas anderes geworden als Kriegerin, vielleicht, mit Sicherheit konnte ich das nicht sagen weil ich es einfach nicht wusste. Ich wusste nicht wie es war ohne feindselige Blicke, ohne Abwertung, ohne den stetigen Kampf um Anerkennung, ohne das andauernde Angstgefühl, das letztlich doch zum besten Freund wurde, den man herzte, weil er einen rettete. Instinkt.
Davon hatte ich viel, sehr viel, eben animalisch, so wie man mich auch sah.
Genau deshalb, wegen meiner Vorgeschichte, die keinen Frieden kannte, war es für mich kein Unmögliches hinzusehen, zu diesen Toten, ich konnte ihre Gesichter, wenn ich sie kannte, zuordnen, auch die Kinder, suchte nach bestimmten Gesichtern, die Solar nicht sehen wollte, und auch ich fand sie nicht. Den Propheten sei Dank, wie er es so schön formulierte.
Aus dem Gang, gelangten wir in eine Halle, halle war zuviel gesagt, denn der Raum sollte so groß gar nicht sein, die Decke schien eingestürzt und gab auch die oberen Gänge frei, das es den Augen ein leichtes Ziel zum fokussieren bot, während Pandora und Anders den Kurs den Solar eingeschlagen hatte korrigierten.
Zuletzt ging es eine Wand hinauf, das wäre einfacher als sich unten durch zu schlagen, da es hieß die Turbolifte seien zerstört, ausserdem meldete das Computerprogramm, das die Kommandokontrollen transferiert worden seine. Aktiv? Hatte jemand die Knöpfe gedrückt, wenn ja gab es nicht viele und Solar wollte diese Hoffnung festhalten, umklammern beinahe, wie ein Kind sein ersehntes Weihnachtsgeschenk.
Es war ja nicht nur Lu, es war auch deren Mann, ihre Kinder, doch da ich schwieg waren es genau die Worte die er hören wollte, die Worte, das keiner von ihnen dabei war, das der Teil seiner Familie noch lebte, heil war, am Leben. Das es ihnen noch gut ging wollte ich nun nicht behaupten.
Also stand ich dekorativ neben allen anderen, die sich berieten wie man da wohl hochkam, als mir ein funkenstobendes Energiekabel ins Auge stach, das eine gute Kletterliane bildete. Und ich packte es kurzerhand über seinem funkenstiebenden Ende und nutzte meine Stiefel mich in den Wandlöchern einzuhaken, bis irgendwer von unten mich anfauchte ob ich jetzt ganz durchgedreht sei.
Es lies mich auflachen.




"Keine Frage, sowieso.", murmelte ich als Antwort, grinste schief und musste schnaubend lachen. Wohl einfach, weil Rhoya lachte und weild er Laut so selten war, egal wie hysterisch oder böse oder sonstwie "unnormal" er für andere klingen mochte. Es war Rhoya und die kannte hier keiner so gut wie ich.
Auch Pandora grinste und hopste dann flatternd und federstreuend hinterher, als ob das hier ein Abenteuerspielplatz wäre. War es ja vielleicht auch in dem pink verdrehten Hirn war ... oder nicht?
Grinsend sah ich den beiden Damen beim Hochhangeln zu, stand in einem pinken Federregen und ... ja, es hatte etwas Groteskes, was Rosanna murmelnd anmerkte - zumindest verstand ich etwas Derartiges.
"Na komm, du bist dran.", meinte ich zu der sehr leisen und verschlossenen Frau, die bis vor einigen Stunden noch energisch und tonangebend gewesen war ... vor Eleens Tod. Sie hatte bereits den Fall zu durchleiden, den ich hoffte, umgehen zu können.
Dann wanderte mein Blick zu der Medizinerin, die diese gefährliche Liane höchst skeptisch und unsicher ansah, nickte auffordernd nach oben, aber sie schien nicht begeistert oder auch nur wirklich gewillt, dort nach oben zu klettern. Daher wanderte mein Blick zu Rhoya, die wie gewohnt die Augen verdrehte und dann oben irgendetwas kaputt machte - auch nichts Neues. Allerdings hörte das Kabel dann auf zu blitzen und zu funzeln.
"Jetzt besser?", fragte ich schief grinsend und Bashir schlug sich vor den Kopf, was mich schmunzeln ließ. Sie waren sich viel zu ähnlich.
Nach und nach fanden wir so alle nach oben - Ladies first - und ich erklomm als Letzter die höher gelegene Etage, wo Anders einfach neben mir wieder flackernd erschien, unten im selben Moment verschwand. Ja, ein Hologramm müsste man sein.
Das Kabel beließen wir vorsorglich so notdürftig festgebunden, man wusste ja nie,w er noch nachkam oder runter wollte oder ... naja, im Zuge dessen, dass Rosanna dann etwas von möglichen Allianzlern erwähnte, blieb es zuletzt doch zusammengerollt hier oben liegen.
Die Luft war besser hier ... oder ich bildete es mir ein.