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TEN - MLog5 - Solar - Reb - 12109.1760

BeitragVerfasst: Sa 1. Jan 2011, 16:37
von Vega
    Sonne und Mond


Personen direkt: Team Rot, Team Blau, Anders (NPC)
Personen indirekt: ---

Wörter: 803


\*/ Tenshin – Irgendwo im Nirgendwo \*/

Es blitzte, Licht zuckte durch den Gang, man konnte ab und an alle Bewegungen nur als Momentaufnahmen sehen. Etwas Groteskes. Hätte ich gewusst, dass dieser Effekt in einer weit entfernten Vergangenheit etwas war, das in Diskotheken absichtlich erzeugt wurde, möglicherweise hätte ich gegrinst. Aber eigentlich war mir nicht nach grinsen, das Lachen zuvor war eine Ausnahme gewesen, der Humor wich und stattdessen kam die Unruhe zurück, ja die Furcht, dass ich etwas vorfinden könnte, dort vorne irgendwo, an unserem Ziel, was ich nicht sehen wollte, nicht wissen wollte. Es gab noch andere Halbbajoraner an Bord ... oder? Und was war die andere Genhälfte dieses Individuums? Immer wieder war ich versucht, Anders danach zu fragen, aber ich vermied es doch, wenn mein Blick auf Rhoya fiel, die mittlerweile vor mir ging, dem Hologramm direkt folgte, ich erst an zweiter Stelle. War vielleicht etwas, das ich so nicht tun sollte, eher vor ihr gehen, klassisch, der Mann vor der „Dame“, aber diese Geschlechtertrennung gab es bei uns beiden irgendwie nicht, hatte es eigentlich noch nie gegeben. War das nicht schon zu Zeiten derjenigen, mit denen wir hier unterwegs waren, nicht mehr so von Belang? So sicher war ich mir nicht. Jetzt konnte es nicht mehr weit sein, ganz sicher war die Brücke da nur wenige Meter weiter ...
Dass meine Gedanken so sprangen, war nur verständlich, denn ich war angespannt. Wäre da nicht so viel Adrenalin gewesen, ich hätte vermutlich wegen der Verspannungen über Rücken- und Kopfschmerzen geklagt (oder hätte klagen können, das mit dem laut Sagen oder gar Jammern lag mir nicht so).

Und dann bog etwas schräg hinter mir ab, das mit pinken Flügeln zuletzt in einer Luke verschwand, Anders noch Anweisungen gab, aber dann eben dort hineinschlüpfte. Was genau hatte Pandora als Begründung gesagt? Genau wusste ich das nicht mehr. Direkt erschreckend. Aber ich ließ sie ziehen, denn das pinke Geflügel konnte sehr wohl auf sich allein aufpassen. Ob es ihr ähnlich ging wie mir? Oder war da vorhin eine schwarze Feder gewesen? Ja, war es doch, oder? Gut, ich wusste wieder, warum sie woanders hin wollte.

Und wir standen vor einer Tür. Zumindest war da mal eine Tür gewesen. Das Brückenschott wirkte aufgebrochen ... irgendwie.
Allerdings kam ich nicht weiter dazu, mir darüber Gedanken zu machen, denn ich hörte eine Stimme, die in mir tonnenschwere Lasten dazu brachte, scheppernd und krachend in die Tiefe zu stürzen, damit ich endlich wieder atmen, aufsehen, aufrecht gehen konnte.
„Lu!“, hörte ich mich ausrufen und drängte an allen anderen Anwesenden vorbei – auch etwas mit blonden Haaren in roter Uniform, dessen Geruch viel zu vertraut war. Man mochte meinen, dass ich meiner Schwester um den Hals fallen wollte, doch stattdessen bremste ich vor ihr, sah sie grimmig an und boxte ihr dann durchaus schmerzhaft gegen die Schulter, dass sie sich diese mit etwas verzogenem Gesicht rieb.
„Das ist dafür, dass du mich zu Tode erschreckt hast!“, erklärte ich ihr und sie blinzelte kurz, ehe nur noch ein leises „Irks!“ zu hören war, als ich sie doch fest umarmte.
„Und das dafür, dass die Angst unnötig war ...“, murmelte ich und meinte sogar, vielleicht ein kleines Schmunzeln ihrerseits an meiner Wange zu fühlen, als sie den Druck kurz, aber fest erwiderte und wir uns dann doch wieder schnell voneinander lösten, als ein kurzer Blick zu Mha folgte, ich mich räusperte.
Knappe Worte zum Status fielen, die Teams der Sternenflotte tauschten sich im Hintergrund wohl ebenso aus, während Anders an eine Konsole trat und darauf starrte.


Und dann ging ein Alarm los.
Schrill, laut, durchdringend. Etwas, das uns Rebellen aufsehen, die Luft einziehen und selbst zu Konsolen laufen ließ – zumindest zu denjenigen, die noch funktionierten.
„Mehrere Allianzschiffe geortet.“, meldete Anders, was auch die Sternenflottler nun in Bewegung versetzte, auch wenn sie nicht so genau wussten, was sie tun sollten. Die Techniker zumindest versuchten sich irgendwie durch notdürftiges Flicken nützlich zu machen, was Lu koordinierte. Und ich vermied wieder mal den Blick zu meiner Mutter, die wohl ganz wutomatisch Richtung Mitte der Brücke trat und auf den Hauptschirm sah, auch wenn dort nahezu nichts zu sehen war, da er etwas flackerte und die ein oder andere Fehlstelle im Bild aufwies.
Wieder wurden Meldungen ausgetauscht, knappe Sätze mit möglichst viel Information. Rhoya hatte sich an die Navigationskonsole gepflanzt und versuchte dort mit den restlichen funktionsfähigen Tastenfeldern eine irgendwie geartete Bedienbarkeit hinzubekommen. Da Leyla nicht hier war, übernahm Rosanna die OPS, während ich die taktische Konsole schimpfte, weil sie eben nicht so wollte wie ich – dafür wurde ich dann von Lu geschimpft, die sich zu mir kniete und mit eifrigen Fingern begann, die Innereien der Taktik zu bearbeiten – sah schmerzhaft aus ... für die Konsole.


... to be continued.