URPG_L.01/01_Madie/Wolf_SCI/tempCSO_12113.0110

CO: Ner'Ayez Diszra - XO: Kelav T'Rish - DXO: Youkichirou Masaoka

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

URPG_L.01/01_Madie/Wolf_SCI/tempCSO_12113.0110

Beitragvon RubensWolf » Mi 5. Jan 2011, 00:09

Wörter: 2213
Epi: 1110
Rubi: 1103

Beteiligte Personen: Cdo Ryan Hanley (NPC)


~ Erde, Irland, eine ländliche Gegend nahe Dublin ~

Hier war ich wieder. In einem kleinen, grünen, verlassenen Dorf, was ich damals als Kind entdeckt hatte. So etwas war in der heutigen Zeit eine echte Seltenheit. Lag aber wohl auch daran, dass die Lage dieses Dorfes recht ungebräuchlich für den Ausbau einer Infrastruktur war. Schließlich lag es fast inmitten einer Bergspalte. Vermutlich war das Dorf zu seiner Hochzeit mal in einer Talgegend gelegen. Durch die Erdbewegung wurde es jedoch von Bergen so umschlossen, dass man nur über eine Bergwanderung hierher kam. Sicherlich hätte man mit einem Tunnel dies umgehen können, doch der Erhalt des Dorfes war nicht notwendig. Von daher stand es nun leer.

Auf einmal meldete sich mein Kommunikator. Eigentlich wollte ich ihn zu Hause lassen, nachdem die letzte Mission so ein Fiasko war. Irgendwie hatte ich keine Lust mehr auf diesen ganzen Mist. Irgendwann würde mich das noch umbringen. Doch irgendwie wollte ich auch nicht von der Welt gänzlich abgeschnitten sein. Schließlich hatte ich immer noch Hoffnung, dass Rubens sich melden würde und mit mir etwas unternahm. Doch zu meiner Enttäuschung war es nicht Rubens. „Ja?“, antworte ich emotionslos auf den Anruf. „Du klingst ja erfreut von mir zu hören.“, kam es von der anderen Seiten der „Leitung“. „Sollte ich denn erfreut sein, von dir zu hören?“, erwiderte ich sarkastisch. „Was willst du überhaupt?“, fuhr ich dann etwas freundlicher fort. Es folgte eine kurze Stille. Schließlich meldete der Kommunikator: „Ich wollte dich nur informieren, dass deine Aufenthaltsgenehmigung vorerst verlängert wurde. Wenn du die haben willst, solltest du mal bei uns vorbeischauen.“. Irgendwie ermutigte mich diese Meldung nicht gerade. Stattdessen antworte ich eher entrüstet kurz mit „In Ordnung.“ und würgte ihn dann auch sogleich ab.






== Shuttle im Anflug auf die Erde ==

Ich war etwas enttäuscht darüber, dass ich nur einen Platz in einem Lastshuttle ergattern konnte. Keine Panoramafenster wie in den Touristenmaschinen. Ich seufzt leise, fragte mich, wie es früher wohl war. Wenn ich mich schon so sehr darüber ärgerte, obwohl ich die Erde schon einmal von oben gesehen hatte, wie wäre es dann vor fünfhundert Jahren gewesen? Damals waren es nur Hirngespinste, diesen Anblick zu genießen. Doch das entschädigte mich kaum für den holprigen Flug. Als wäre das Leitsystem des Computers defekt schüttelte sich die Maschine in den Turbolenzen des atmosphärischen Transfers. Und spätestens als eine der Kisten mir auf den Kopf fiel, war ich mir klar, dass ich gleich nach der Ankunft den Rückflug organisieren sollte. Damit ich mir meinen Sitzplatz am Fenster sichern kann, sozusagen.

Als wir erst einmal in der inneren Atmosphäre angekommen waren, legte sich die Querbewegung des kleinen Frachtschiffs. Zeit genug, um tief durchzuatmen, und den Geist in den letzten paar Minuten vor der Landung noch etwas gleiten zu lassen. Nach all dem, was uns passiert ist, und wann es uns passiert ist, war ich schon froh endlich wieder vom Schiff zu kommen. Ich glaubte nicht, dass es normal war, auf der ersten Mission gleich im nächsten Jahrhundert zu landen. Und auch nicht, auf die Art und Weise…

Was wir dort vorfanden, erfuhren, taten, war alles andere als leicht zu erklären gewesen. Umso einfacher war es, der Direktive zu folgen. Wir sollten schweigen, nichts von all dem weiter erzählen. Ich sah auf meine Hände hinab, die meine Reisetasche zwischen meinen Beinen hielten, als die nächsten Turbolenzen sie leicht in Bewegung setzten. Mir fielen die Ärmel der Uniform auf, die ich von unserer Mission „mitgebracht“ hatte, die zu der Rebellenjacke gehörten. Wie sollte ich erklären, wo ich die her hatte? Repliziert, das war die beste Notlüge, die mir einfiel.





~ Etwas später, Erde, Dublin ~

Ich war auf direktem Wege zurückgeflogen, als ein weiterer Anruf reinkam, dass meine Genehmigung verfallen würde, wenn ich mich nicht noch heute melde. Es war doch echt ein Krampf mit diesen Leuten. Ich war nicht mental gefährdet! Zumindest nicht mehr als andere Leute auch. Netterweise wurde ich am Hafen erst einmal herzlich empfangen, als ich meine alte Schrottkiste dort landete. Ein Sicherheitsbeamter hielt mich auf und wollte wissen, was ich hier zu suchen habe. „Ich bin doch vor ein paar Stunden erst von hier abgeflogen!“, regte ich mich auf und deutete dabei auf mein Gefährt. „Ich kann aber keine Genehmigung vernehmen, die ihr Fluggerät vermerkt. Sicherlich wüsste ich über ein solches… Ding auch Bescheid.“, blieb der Beamte kühl. Ich hasste solche kleinlichen Leute. Gerade als ich mich weiter aufregen wollte, landete ein Shuttle in unserer Nähe. „Was ist denn das schon wieder?! Das hat hier noch weniger zu suchen als Sie. Warten Sie hier, ich bin gleich wieder da!“, ermahnte er mich und schritt mit hoher Geschwindigkeit auf das neu angekommene Shuttle zu.

Natürlich wartete ich nicht auf den eingebildeten Kerl. Stattdessen wollte ich mich leise aus dem Staub machen, als mir plötzlich der Atem stehenblieb. Ich traute meinen Augen nicht mehr. Und sehr ich auch versuchte, rational zu bleiben. Aber dort auf dem Ausstieg stand Rubens, ganz eindeutig. Ohne weiter drüber nachzudenken rannte ich auf ihn zu. Er sah mich nicht kommen, also wollte ich die Chance für einen Überraschungsangriff nutzen. Ich nahm leicht Anlauf, lief leisen Schrittes auf ihn zu und sprang ihm an den Rücken. „Rubi!“, entglitt meinen Lippen, bevor wir beide das Gleichgewicht verloren.






Ein Ruck, irgendwas traf mich im Rücken. Erst als ich, Gesicht voraus, unsanft auf dem Boden landete hatte ich verarbeitet, dass jemand mich gerufen hatte. Aber… „Rubi“? Das kannte ich noch nicht. Ächzend versuchte ich mich irgendwie wieder aufzusetzen, schüttelte etwas benommen den Kopf. Nach kurzem Blinzeln sah ich mich um, sah das grinsende Gesicht von Epiphany. Verwirrt sah ich mich um, erkannte, dass ich nicht an dem mir bekannten Ort angekommen war. Mein Ziel war meine Heimat, aber diesen Terminal hier erkannte ich nicht, überall waren Transportcontainer, Frachtshuttles, und mitten drinnen meine harte aber herzliche Kollegin aus der Wissenschaft.

„Epiphany… was machst du denn hier?“ fragte ich sie, sah sie irritiert an, während sie halb auf mir lag. „Ich bin hier aufgewachsen.“ antwortete sie mir, " Und... ehrlich gesagt bin ich noch wegen etwas wichtigerem hier." Sie stand auf, stützte sich dabei mit dem Ellbogen gut ab. Und zwar direkt auf meinem Bauch, so dass mir einen Moment lang der Atem wegblieb. Dann allerdings reichte sie mir die Hand, half mir hoch. Mein Blick wanderte ein Mal vom Scheitel bis zur Sohle über die junge Frau vor mir. Ihr Anblick rang mir ein Lächeln ab, oder besser, ließ mich trotz eines leichten Beklemmungsgefühls Lachen. Aber dann dämmerte es mir: „Du bist hier aufgewachsen? Dann sind wir hier nicht in Wien?“ fragte ich, sah mich noch desorientierter um als zuvor.





„Nein, wir sind hier in Dublin. Na ja, fast zumindest. Und ich dachte schon, du wärst wegen mir gekommen.“, antworte ich ihm leicht eingeschnappt und zeigte dabei auf die Flagge des Landes, welche am Rand des Geländes wehte. „Also willst du gleich weiterfliegen?“, fragte ich ihn daraufhin gespannt. „Nun ja, bevor ich dich traf, wollte ich weiter, aber das ändert die Pläne… Willst du was unternehmen“, antwortete er mir immer noch verwirrt, sich am Kopf kratzend. Langsam hob er seine Tasche auf und wischte davon den Dreck ab, der sich beim Herunterfallen darauf gesammelt hatte. Sicherlich strahlte ich nun gerade über meinem gesamten Gesicht, als ich ihm wild zunickte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ihn damit noch mehr zu verwirren. Doch statt seinem verwirrten Gesichtsausdruck zu erwidern, kam ich gleich zum Thema: „Hast du Lust mit mir zusammen nach Südamerika zu reisen?“ grinste ich ihn an und zeigte ihm dabei einen Zettel, den ich bei meiner Ankunft am Terminal aufgelesen hatte.

Bevor er antworten konnte, kam jedoch wieder dieser komische Beamte auf mich zu. Abermals zeigte ich Rubens ein Grinsen. Ehe jener sich nun versah, griff ich seine Hand und rannte mit ihm davon. Wütend rief der Beamte mir nach, konnte jedoch mit uns beiden nicht mithalten. Im Gebäude angekommen war Rubens zwar ziemlich am Schnaufen, jedoch war ich nun in bekanntem Gebiet, wo ich sicherlich Leute finden würde, die mir im Falle der Fälle helfen. „Tut mir Leid, der Typ hatte es wohl auf mich abgesehen.“, entschuldigte ich mich bei Rubens, der wegen mir ungeahnter Weise litt. „Und, wie wär’s? Ich müsste hier nur kurz noch was erledigen, dann können wir auch schon uns auf den Weg machen.“, lächelte ich ihm nun freundlich zu.






Ich sah hinunter auf den Zettel, versuchte zu erkennen was darauf beworben wurde. Epiphany gab mir das Stück Papier, auf dem in großen Buchstaben "Erkunden Sie Geschichte von vor 4000 Jahren!" zu lesen war. Darunter war ein Bild von einer antiken Stufenpyramide, umgeben von scheinbar tiefstem äquatorialen Urwald. Ich verzog etwas das Gesicht, sah meine Kollegin ein wenig flehend an, weil ich immer noch etwas außer Atem war. „Noch eine Zeitreise?“ murmelte ich ihr zu, bevor ich schnell ergänzte: „Gerne, wirklich gerne, aber lass mich erstmal zu Hause Bescheid geben, meine Eltern warten auf mich.“

Nachdem ich das gesagt hatte, wollte ich es am liebsten wieder zurücknehmen. Ein Moment des Schweigens machte sich breit, als ich bereute, die letzten Worte geäußert zu haben. Weil es klang als wäre ich noch in der Schule. Ich sah mich kurz in der Halle um, ließ meinen blick unruhig schweifen. Dann sah ich die Frau vor mir an, atmete tief durch, und machte ihr einen Vorschlag: „Wie wär’s, wenn du dich um deine… Angelegenheiten kümmerst, während ich mich Zuhause melde, und danach holen wir uns erstmal was zu essen? Vielleicht kannst du mir ja was empfehlen, wenn ich schon mal zufällig in deine Heimatstadt stolpere. Oder, Fast-Heimatstadt…“ Ich konnte nur hoffen, dass sie nicht zu lange darüber nachdachte, was ich sagte. Unsicher korrigierte wechselte ich das Standbein, nahm die Tasche in die andere Hand. Manchmal wäre es praktisch, Gedanken lesen zu können. Denn ich hatte nicht die geringste Ahnung, was gerade durch diesen hübschen Kopf ging.





Unweigerlich musste ich bei Rubens Worten an meine Mutter denken. Ich war mir immer noch nicht sicher, ob ich ihr gegenübertreten wollte oder es überhaupt konnte. Schließlich hatte ich sie nun knapp 5 Jahre nicht gesehen. Wer weiß, was die Zeit so mit uns beiden gemacht hat. Schnell schüttelte ich diesen Gedanken jedoch ab, als Rubens mich wieder ansprach. „Ich denke, das wäre eine gute Idee. Aber…“, wollte ich gerade antworten, als eine bekannte Stimme mich davon abhielt: „Wusste ich es doch, dass ich dich hier finde, Maidie.“. Ich drehte mich um und entdeckte das schelmisch grinsende Gesicht des Vorsitzenden der medizinischen Einrichtung Dublins. Auf seinem Ärmel krönte das Rangabzeichen eines Commodore. Jedoch benahm er sich gewiss nicht so. Und wirklich ernst nehmen konnte ich ihn noch nie.

„Jetzt verfolgst du mich schon in meiner Freizeit?“, murrte ich ihn an, während ich leicht Schutz bei Rubens suchte, der nun noch verwirrter war, als vorher. „Freizeit? Eigentlich dürftest du gerade gar nicht hier herumrennen, aber ich bin ja nicht so. Und wer ist das? Dein Freund?“, erwiderte er auf meine Worte, während er Rubens mustertet. „Ja, das ist mein Freund und er passt gut auf mich auf.“, erklärte ich ohne mit der Wimper zu zucken und klammerte mich dabei an Rubens Arm fest. „Schön, schön. Jedenfalls wollte ich dir das hier geben. Hatte dir ja ganz vergessen zu sagen, dass unsere Institution umgezogen ist. Hahaha.“, grinste der Typ mich widerwärtig an und gab mir dabei einen Ausweis. "Danke. Komm, Schatz, wir müssen jetzt gehen. Du hattest ja noch wichtiges zu erledigen, nicht wahr?“, schaute ich Rubens tief in die Augen und hoffte somit, er würde mein Flehen auf einen Ausweg verstehen.






Ich kam mir vor wie im falschen Film, verstand nicht, was hier gerade los war. Offenbar hatte Epiphany sich nicht nur Freunde gemacht in der Vergangenheit. Obwohl mit den Rangabzeichen eines Commodore ausgestattet kannte ich den Fremden nicht. Ich konnte aber auch nicht behaupten, dass es mir sonderlich missfiel. Schon nach den ersten Takten ihres Wortwechsels konnte ich aus der Stimme der jungen Frau heraushören, dass sie sich unwohl fühlte. Ich musterte den Unbekannten, versuchte mich möglichst unbeeindruckt zu zeigen, zumal ich weder im Dienst noch in Uniform war. Unsere Blicke trafen uns irgendwann, und auch wenn er bemüht überheblich wirkte, konnte ich wenig Besseres in seinen Augen erkennen.

Und selbst als Epiphany eine kleine Photonengranate vor meiner Nase explodieren ließ, meinte mich als ihren Freund zu bezeichnen, tat ich mein Bestes um sie nicht zu enttäuschen. Nein, es musste wohl eine List sein, eine Lüge um sich Ruhe zu erkaufen. Anders konnte es schwer sein, ich musste war das Alibi. Dementsprechend konnte ich es mir nicht erlauben, auch nur mit den Wimpern zu zucken, obwohl ich gerade nicht wusste, wie mir geschah. Der unbekannte Hochdekorierte gab meiner Begleiterin anscheinend einen Ausweis, bevor die Kleine an meiner Seite, so musste ich wohl im Moment davon denken, sie leicht aber deutlich an meinem Arm zog. Ich erwiderte ihren Blick mit einem Nicken, während ich wie in Trance in diese großen Augen sah. Ich schien einen kurzen Moment lang nicht aufzupassen, bevor ich dem Hinweis von Epiphany Folge leistete, und wir uns abwandten, in die andere Richtung davon gingen, sie bei mir eingehakt.

Nach einigen Schritten sah sie kurz zurück, seufzte dann und wurde langsamer beim Gehen. Ich passte mich ihrem Tempo an, sah sie nun mit Sorge an, als sie sich von mir löste und den Ausweis in ihrer Hand geistesabwesend betrachtete. „Alles in Ordnung? Was war denn gerade los?“ fragte ich sie, gespannt, was sie wohl antworten würde.
PO3 Rubens Wolf TempCSO USS Phoenix
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