ULog 01(12114.1450)-Ens Yuri I. Romanov-PHX-SCI

CO: Ner'Ayez Diszra - XO: Kelav T'Rish - DXO: Youkichirou Masaoka

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

ULog 01(12114.1450)-Ens Yuri I. Romanov-PHX-SCI

Beitragvon Romanov » Do 6. Jan 2011, 13:30

ULog 01(12114.1450)-Ens Yuri I. Romanov-PHX-SCI

Beteiligte Personen: NPCs
Wörter: 1118

==Irgendwo, wahrscheinlich zu Hause==
Warum musste das eigentlich jedes mal aufs Neue sein? Kaum kam ich von einer Mission nach Hause wussten auch schon alle bescheid und es gab erstmal ein ausgewachsenes Gelage. Und was ich noch weniger verstand: Warum freute ich mich jedes mal aufs Neue darauf? Mein Kopf fühlte sich an wie nach einer Supernova und mein Mund ließ mich einige Zeit lang ernsthaft glauben ich hätte den ganzen gestrigen Abend lang Tribbles abgeleckt. Ich war schon seit einiger Zeit wach, hatte es bislang aber noch nicht fertig gebracht meine Augen zu öffnen. Jetzt war ich sicherlich im Stande dazu, ich fürchtete mich aber vor dem Tageslicht, das mittlerweile durch die Fenster fiel. Es schien warm auf mein Gesicht, draußen musste bestes Wetter sein. Verdammt.

Mit vorsichtigem Tasten versuchte ich zu herauszufinden wo ich eigentlich gerade war. Nach einigen Griffen ins Leere landete meine rechte Hand auf einem Tisch. Ein Holztisch, leider, denn dass laute, Geräusch, das meine Hand verursachte als sie auf dem Tisch aufschlug, zuckte mir durch die Knochen wie ein Stromschlag. In meinem linken Arm hatte ich kein Gefühl, wie ich nach einigem Nachforschen feststellte hatte ich die ganze Nacht mit meinem Kopf darauf gelegen. Ihn jetzt unter meinem Kopf wegzubewegen verbot sich. Viel zu anstrengend, außerdem war er irgendwie gemütlich. Also gab ich meinem rechten Arm noch einmal Schwung und bugsierte ihn vom Holztisch über meinen Bauch auf die andere Seite meines Körpers. Er traf auf etwas weiches, eine Rückenlehne. Zumindest für Leute die imstande waren sich hinzusetzen.
Aus der gemeinsamen Anwesenheit von Tisch und Rückenlehne kombinierte ich dass ich auf dem Sofa im Wohnzimmer war. Also hatte ich es gestern wirklich noch bis aufs Sofa geschafft. So schlimm konnte es ja dann gar nicht gewesen sein.

Meine Augen waren verklebt, aber nach einigen Versuchen gelang es mir dann doch, sie zu öffnen. Ein gleißend helles und vor allem schmerzhaftes Licht schlug mir entgegen und nötigte mich, meine Augen sofort wieder krampfhaft zu verschließen. War ich vielleicht doch tot? Beim nächsten Versuch konnte ich im hellen Schein die Konturen eines Schrankes erkennen. Tatsächlich, ich war zu Hause, im Wohnzimmer auf dem Sofa. Toll. Unter unsäglichen Anstrengungen setzte ich mich auf, wobei mein linker Arm dem Rest meines Körpers wie ein nasser Sack hinterherschleifte. Einen Plan, ich brauchte einen Plan, einen der die Explosionen aus meinem Kopf und die Pelztiere von meiner Zunge entfernte. Doch dazu musste ich aufstehen. Wieso nur war die Welt so grausam. In dem Moment fiel mir ein, dass ich ja gestern mit meinem Cousin Pavel angeregt über fahrbare Sofas in Kunstrasenoptik diskutiert hatte. Wir hatten uns geschworen eins davon zu replizieren, anscheinend war es leider nicht mehr dazu gekommen, also bereitete ich mich seelisch darauf vor, selbst zum Replikator zu gehen.


==Einige Stunden später, zu Hause (diesmal ganz bestimmt)==
Die Lebensgeister kehrten langsam aber sicher zurück und das Gefühl, die Welt durch einen Nebel zu betrachten, verschwand. Einige Gäste die - mal mehr und mal weniger freiwillig - die Nacht hier verbracht hatten, waren zwischenzeitlich auch wieder zu sich gekommen und hatten sich in Richtung Heimat aufgemacht, wo die Herzdame sicherlich schon mit einem Nudelholz wartete. Ich schlürfte derweil schon an einem weiteren Kaffee, der wievielte es war wusste ich nicht genau. Das mochte ursächlich damit zusammenhängen dass ich des Zählens noch nicht wieder mächtig war, als ich anfing Kaffee zu trinken.

Im Haus war es überraschend ordentlich. So ordentlich, dass man fast denken konnte, dass es gestern Abend sittsam zugegangen war. Mein Kopf, und nicht zuletzt die Erinnerungen, die Stück für Stück in selbigen zurückgekehrt waren belehrten mich aber eines besseren. Immerhin, Glück im Unglück, ich hatte alles schnell aufgeräumt. Soweit ich es beurteilen konnte sah jetzt alles wieder richtig gut aus. Meine gesamte Wahrnehmung war zwar noch ein wenig gepuffert, aber ich traute es mir zu, das beurteilen zu können. Zeit für die nächste Phase meines Plans zur Wiedererlangung der Zurechnungsfähigkeit.

Nach einer Ausgiebigen Dusche machte ich mich auf den Weg zu einem noch viel ausgiebigeren Spaziergang. Die Luft war kühl und klar, die Sonne schien. Ein Wetter wie es kaum besser sein könnte, ideal für einen Spaziergang. Nur die Steigungen, die die Wanderwege mit sich brachten, fand ich irgendwie störend, hörte ich mich doch bei ihrer Bezwingung an wie ein Hund, dem man gerade mit einem rostigen Blecheimer zu Leibe rückte. Doch auch das schien sich zu legen, nachdem ich mehrere Kilometer gemacht hatte. Zum Glück, denn der nächste Fitnesstest würde nicht lange auf sich warten lassen und ich hatte in diesen allseits beliebten Untersuchungen ohnehin nie Paradeergebnisse eingefahren. Müsse ich jetzt gerade einen Fitnesstest absolvieren, dann würde man mich schlicht mit den Füßen voran an der Krankenstation vorbei und direkt zum Bestatter tragen können.

Ich war noch etliche Stunden unterwegs, wie viele Kilometer genau, ich wusste es nicht. Es war der Zustand, den ich an langen Spaziergängen und Wanderungen so mochte: Irgendwann schaltete man das Gehirn ab und ging einfach nur noch Schritt für Schritt voran. Ein Gefühl dass die Füße einen trugen, während man selber kaum mehr etwas wahrnahm. Man hing keinen Gedanken nach, man schaute sich nicht die Umwelt an, man ging einfach immer nur vorwärts. Das geschah meistens unbewusst, wenn man schon einige Stunden unterwegs war, man kam einfach in diesen Zustand und wurde sich erst darüber klar, wenn es vorbei war. Heute war es bei mir so, als ich mich recht unvermittelt vor meiner Haustür wiederfand. Überrascht sah ich mich um und bemerkte, dass es schon zu dämmern begonnen hatte. Jetzt hätte es mich wirklich interessiert, wann ich das Haus verlassen hatte, denn ich schien ja einige Zeit unterwegs gewesen zu sein. Aber da ich nicht einmal wusste wann ich aufgewacht war, geschweige denn wann ich gestern aufs Sofa getaumelt war, blieb mir nichts übrig als den Gedanken wieder zu verwerfen.

Ich betrat das Haus und suchte als allererstes erneut das Badezimmer auf, um mir noch eine Dusche zu genehmigen. Der Mief von gestern war anscheinend noch nicht ganz von mir abgewaschen. Das Haus war übrigens tatsächlich ordentlich, anscheinend hatte ich verkatert ein Talent zur Ordnung. Frisch geduscht und diesmal wirklich sauber fühlte ich mich wie neugeboren und machte es mir im Wohnzimmer gemütlich, um den Tag bei einem Glas Apfelschorle ausklingen zu lassen. Was war es doch für ein schönes Gefühl nüchtern zu sein. Als ich mich setzte bemerkte ich, dass mir in meiner Abwesenheit jemand eine Nachricht geschickt hatte, es war mein Bruder Sergej. Er war anscheinend auch mal wieder im Lande und unterrichtete ich nun, dass morgen in unserer alten Stammkneipe – damals waren wir fast täglich da – eine Party stattfinden würde. Und was für eine.

Verdammt....
Ensign Yuri I. Romanov
Benutzeravatar
Romanov
 
Beiträge: 238
Registriert: Mo 28. Aug 2006, 18:07
Wohnort: :tornhoW

Zurück zu USS PHOENIX

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste

cron