RES - PO1 Guybrush Threepwood - WS-IT - Log 4 - 12081.2013

CO: Wedge Antilles - XO: Jason Anthony Hawk

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

RES - PO1 Guybrush Threepwood - WS-IT - Log 4 - 12081.2013

Beitragvon Wedge Antilles » Sa 4. Dez 2010, 19:10

Personen: Val, Marc, Thelor, Migu
Wörter: 1949


.oO abgeschiedenes Labor Oo.


„Danke für deine Hilfe!“ Immer noch standen diese Worte auf meinem Bildschirm. Meine Versuche herauszufinden, von welchem Terminal diese Worte geschickt wurden, waren erfolglos gewesen. Ich konnte die Spur bis zu einem andorianischen Schiff, das vor unsere Hülle lag, zurückverfolgen, doch da verlor sie sich dann. Wer immer es war, er war gut. Oder sie. Vermutlich sogar sie. Doch wobei sollte ich ihr geholfen haben? Ihre Unschuld zu verlieren? Nein, das konnte ich mit Sicherheit ausschließen. Denn das hätte sie mir auch so sagen können. Ich schüttelte den Kopf. Als wäre das der einzige Grund gewesen, warum ich das mit Sicherheit ausschließen konnte...


.oO abgeschiedenes Labor, langer Zeitsprung Oo.

„Komm zu Papa!“ Der letzte Stein, ein weißer Vierer-Stein, fiel nach unten, würde in Millisekunden in senkrechter Position in das vorgesehene Loch eindringen, vier Zeilen vervollständigen und mir damit genügend Punkte geben, um dieses Level erfolgreich zu beenden. „Mach mich glücklich!“

Er war nur noch 12 Pixel von seinem Ziel entfernt, als der Bildschirm schwarz wurde. Ich riss die Augen auf. „Nein!“ Ich drehte das Padd herum, suchte nach Beschädigungen. „NEIN!“ Da war nix. Vielleicht kein Strom mehr? Unmöglich, die Energieanzeige war eben noch voll. Ich drehte das Padd wieder auf die Vorderseite, der Bildschirm war immer noch schwarz. „NEEEEIN!!!“ Ein Wackelkontakt? Ich drückte den kleinen Schalter an der Seite. Der Bildschirm flammte auf. „Ja!“ Anscheinend war das Padd nur in den Standby-Modus gegangen. Der aktivierte Ruhezustandsmodus würde den Speicherinhalt von vor dem Ausfall wiederherstellen, ich würde also weiter zusehen können, wie der Stein ins Loch reinfallen würde. Doch... „Oh-uh!“ Der Bildschirm zeigte zwei Wörter, die von blinkenden Balken umgeben waren: Roter Alarm! „NEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!!!!!!!“

Ich warf das Padd weg. „Wieso jetzt!!!???“ Hätte man nicht noch wenigstens zwei Sekunden warten können? Und wieso nur hatte ich diesen Mechanismus ins Programm eingebaut, sich bei Alarmstufen direkt zu deaktivieren; abgesehen davon, dass er das Padd nicht gleich zum Absturz bringen sollte - ich schaute auf den Boden, wo das kleine Ding lag – in doppelter Hinsicht.

Ich trottete zur nächsten Konsole, um herauszufinden, wer für diese Freveltat verantwortlich war. Dem würde ich vielleicht etwas erzählen. Ich aktivierte das Terminal, das sofort einige Datenkolonnen anzeigte. Okay, es würde schwierig werden, demjenigen etwas zu erzählen. Dann eben seinem Urheber!

Ein unbekanntes Virus hatte sich in unser System eingenistet und es sogar geschafft, in die Waffensysteme einzudringen, trotz einer zusätzlicher Sicherheitsstufe. Ich schüttelte den Kopf, als ich mir diese genauer ansah. Welcher Anfänger hatte denn diese Sicherheitsbarriere aufgebaut? Dadurch hatte das System ja mehr Lücken als ohne. Ganz abgesehen davon, dass es Unmengen an Ressourcen fraß und die Prozesse auch noch ewig verlangsamte. Vermutlich Ensign Norton.


Eins stand fest: Solange sich dieses Ding in unseren Systemen aufhielt, würde der rote Alarm nicht beendet werden und ich würde Level 15 immer noch nicht beendet haben. „Okay, Süße, wollen doch mal sehen, was du drauf hast.“ Ich ließ jeden Finger einmal knacken und zog die Tastatur aus dem kleinen Tisch unter dem Terminal heraus. Mochte sein, dass frühere und führende Techniker so etwas als rückständig erachten würden, aber erstens war ich kein Techniker, zweitens konnte man so wesentlich schneller arbeiten, und drittens kam man nur so in Systembereiche, von denen die Techniker nicht einmal wussten, dass es sie gab.

Das süße Ding hatte einiges drauf. Es hatte sich sogar selbst hinter einer Firewall verschanzt. Ich kannte nur wenige Viren, die das konnten – und sie alle waren von mir. Doch ich kannte auch den Fixpunkt-Satz von Kleene: „Für alle totalen, berechenbaren Funktionen f, die vom Raum der natürlichen Zahlen auf den Raum der natürlichen Zahlen abbildet, gibt es ein k aus dem Raum der natürlichen Zahlen, so dass die Funktion phi-k = phi-f-von-k ist, wobei phi-k das k-te Programm bezüglich einer beliebigen Gödel-Nummerierung ist.“ Soweit so gut, das musste ich mir nun nur noch zunutze machen! Also anders gesagt: das k finden.



Zwei Minuten später hatte ich das k und damit die Schwachstelle des Virus entdeckt und konnte mich an die Programmierung des Türöffners machen – also des Hintertürchenöffners. Dummerweise verlief diese Hintertür über die Gravitationssysteme. Bis ich mir für deren Modifikation die Erlaubnis eingeholt hätte, wäre vermutlich Weihnachten gewesen... Weihnachten 2410 wohlgemerkt.

„Ach was solls!“ zuckte ich mit den Schultern. „Die paar Sekunden wird wohl keiner merken.“ Ich deaktivierte also das Subsystem zur Steuerung der künstlichen Schwerkraft. Es dauerte nur wenige Sekunden, da rebellierte schon mein Magen und ich spürte leichte Tendenz nach oben. Ich hätte mich vorher festhalten sollen, wenn ich jetzt von der Tastatur wegflog, würden aus den paar Sekunden ein paar Stunden – denn meine Übung zur Fortbewegung im schwerelosen Raum hatte ich geschwänzt... äh... gefehlt, denn ich hatte schließlich ein ärztliches Attest. Auch, wenn das von Doktor Sedgewick ausgestellt war, der so gar kein Doktor der Medizin war.

Ich krallte mich also noch schnell mit einer Hand an den Tisch, schleuste mit der anderen Hand mein neustes Schätzchen in das System und aktivierte das Subsystem wieder. Die Station hatte ihre Schwerkraft und damit auch uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Zeit für mich, in den Hauptraum der Wissenschaft zurückzukehren und von meinen Erfolgen zu berichten. Andererseits konnte Kendric mich gern haben. Es war schließlich nicht meine Schuld, dass die Kamera-Systeme nicht mehr preisgaben als das, was ich schon gefunden hatte.


.oO Wissenschaftszentrum Oo.

Und schon hatte sich mein Ausflug in das Reich der Freaks gelohnt. Das Weihnachtsplätzchen war da, zusammen mit so ner Blauhaut, und stand neben meinem Chefchen. Na prima, da konnte ich gleich Bericht erstatten und gaffen. Also ging ich rüber.

„Wir müssen die Sensoren irgendwie blockieren“, war das Erste, was ich mitbekam.
„Wie stellen Sie sich das vor, Commander?“ raunzte Chef zurück. Anscheinend war ich nicht der Einzige, der seinen Launen ausgeliefert war. Vermutlich ausgelöst durch sexuellen Frust. Ein Besuch beim Counselor wäre da sicherlich ratsam gewesen. Ich kannte da ja jetzt eine.
Sofort wurde mir bei dem Gedanken an sie wieder heiß und vor allem unwohl! Panisch schaute ich mich um. Hoffentlich war sie nicht hier.

Sie war es nicht, zum Glück. Ich stand nun neben den dreien. Zuerst noch nicht beachtet, verstummte der Kekskrümel Valeris plötzlich und musterte mich. Nach und nach bemerkten mich auch die anderen.

„Wir haben einen Virus im System“, kommentierte ich dann kurz.
„Das wissen wir!“ blaffte Chefchen mit einem bitterbösen Blick zu mir. O ja, er sollte dringend zum Counselor. „Was meinen Sie, worum es hier geht?“ Kendric drehte sich wieder zu den Technikern.
'Ihr plant, wo das nächste Kaffeekränzchen stattfinden soll?' Ich hob die Arme. „Ich wollte nur Bescheid geben, und dass ich schon dran bin.“
Wieder schaute der Boss mich an, diesmal verdutzt. „Und wieso stehen Sie dann hier noch rum???“
'Weil ich dachte, euer Majestät würde es vorziehen, wenn ich Euch informiere, bevor ihr mich wieder anschreit?' Ich hatte wohl auch damit falsch agiert. Es war halt das Leid der Informatiker: wir machten immer alles falsch und waren auch immer alles schuld. „Ich bin da drüben“, murmelte ich nur noch und schlenderte davon zum nächsten Terminal.

Dort angekommen, verband ich mich mit der Konsole in dem Labor und steuerte den Rechner dort von hier aus. Lange blieb ich aber nicht ungestört.
„Sind Sie Fiepfood?“ Gleichzeitig tippte mir jemand auf die Schulter. Und auch nur deswegen fühlte ich mich angesprochen und sah auf, um zu sehen, wer neben mir stand: ein kleines Männchen in gelber Uniform, schwarzen Haaren und nix sonstigem Auffälligem.
„Wäre möglich.“
„Hernandez“, stellte er sich vor, als ob es mich interessieren würde. „Ich soll mich bei Ihnen melden, um mit Ihnen das Virus zu bekämpfen.“
„Sie kommen zu spät, ich bin schon fast fertig.“
„Was?“ Okay, das kam ziemlich zynisch herüber. Also sprach ich wohl kein Spanisch – zumal er das sowieso verstanden hätte, wie ich nachher bei einem Blick in seine Akte bemerkte.
„Ich hab das Virus entdeckt, seine Firewall umgangen und werde es nun vernichten“, sagte ich lapidar und schaute wieder auf den Monitor, in der Hoffnung, nun in Ruhe gelassen zu werden.
Ein Irrtum. „Ich hab nicht mal nach zehn Minuten einen Zugang gefunden.“
„Tja, willkommen in der Welt der Großen“, murmelte ich, ohne den Wicht eines Blickes zu würdigen.
„Wie haben Sie das so schnell geschafft?“
'Ich wurde nicht gestört!?' „Kleenes Fixpunkt-Satz“, sagte ich ohne großartig drüber nachzudenken. Ich brauchte auch nicht hochzuschauen, um den verdatterten Blick des Technikers zu sehen – ich konnte ihn mir vorstellen. „Professor Thomas, Berechenbarkeit, Seminarraum VI, zweiter Stock am Ende des Ganges.“ Und damit meinte ich nicht den Bach in Indien, sondern das Wissenschafts-IT-Seminargebäude auf dem Campus der Akademie in San Francisco. „Da lernt man das.“ 'Und dann darfst du das nächste Mal in meiner Welt mitspielen.'
Das schien diesen Hernandez nicht weiter zu beeindrucken, denn er zog sich einen Stuhl heran und setzte sich ungefragt neben mich. „Und jetzt?“

Die Antwort hatte ich vorhin schon gegeben, weswegen ich diesmal stumm blieb. Statt dessen studierte ich die Arbeitsweise des Virus. Es war wirklich ein kleines Meisterwerk: Es würde sofort bemerken, wenn ich es in einen isolierten Datenbereich schob, und sofort Gegenmaßnahmen ergreifen, gegen die nicht einmal ich schnell genug handeln konnte. Dieser Androide hätte es vielleicht können, aber er hätte wissen müssen, was er tat, und das bezweifelte ich. Dennoch musste ich mich beeilen, denn so wie es aussah, aktivierte das Virus die Waffen und visierte einen der klingonischen Kreuzer an. Selbstbewusst war das Ding auch noch.

„Können Sie einen virtuellen Datenbereich einrichten?“ Es war eine leichte Aufgabe, die ich diesem Männlein, das ich nun wieder ansah, dann doch noch so gerade zutraute.
„Ja“, kam es von ihm zurück und er blickte nun mich an, ohne auch nur einen Finger zu rühren.
„Dann fangen Sie an, ich werde inzwischen die Systeme der Waffenkontrolle spiegeln und in diesen Bereich kopieren, wenn Sie damit fertig sind.“

Es dauerte eine halbe Minute, bis ich mit der Spiegelung fertig war, ungefähr genauso lange wartete ich dann noch auf den virtuellen Datenspeicher. Da hätte ich es fast auch selbst machen können.
„Fertig!“ kam es dann endlich und ein zufriedenes Männchen strahle mich an, als hätte er gerade den Mount Everest erklommen - mit Anti-Grav-Stiefeln wohlgemerkt.
„Glückwunsch!“ konterte ich sarkastisch und verschob die geklonten Daten in die virtuelle Welt.
„Und jetzt?“
Einfache Frage, schwierige Antwort. Denn das Virus musste sich freiwillig bewegen, ohne zu merken, wo es eigentlich hinwanderte. Dafür musste ich von den Originaldateien Pointer auf die geklonten Daten setzen, die Originale löschen und so das Virus nach und nach in den virtuelle Bereich wandern lassen. Vollkommen falsch, aber dafür einfach erklärte ich es mit einem: „Jetzt leg ich ne Brotsamenspur für das Virus.“

Exakt 53 Sekunden später waren die originalen Waffensysteme deaktiviert und der originale Datenträger gesäubert. Ich isolierte den virtuellen Datenbereich, so dass sich das Virus nicht weiter ausbreiten konnte – selbst, wenn es nun seinen neuen Lebensumstand bemerkt hätte, konnte es nichts mehr dagegen tun.
Ich drehte mich um. „Waffensystem deaktiviert und gesäubert.“ Hochfahren konnten die es ja jetzt.
Aber natürlich kam noch einmal eine Nachfrage. „Sind Sie sicher?“
Ich schnaubte. „Ist es nachts dunkel?“
„Gut, ich informiere den Captain“, kam es von dem Weihnachtskeks. Wenigstens eine, die mir vertraute.

Ich stand auf, musterte sie noch einmal akribisch, und ging. Ich wollte auf keinen Fall verpassen, wie mein Padd wieder zu Leben erweckte und die letzten vier Zeilen sich vervollständigten, wenn der rote Alarm aufgehoben wurde. Außerdem wollte ich mir das kleine Schätzchen mal genauer anschauen.


[Roter Alarm beendet, die Erschütterung ist dem kurzzeitigen Ausfall der Grav-Systeme zu verdanken!]
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