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RES – Riov Rof’Taror Melok – CO – Log 07 – 12‘081.2298

BeitragVerfasst: Sa 4. Dez 2010, 21:59
von JasonHawk
RES – Riov Rof’Taror Melok – CO – Log 07 – 12‘081.2298

Personen: Manu Katché
Erwähnt: Emilia Summers
NPCs: Ruanek Parthok
Wörter: 1‘263
Titel: Warten

=RI= Starbase 98 Resolution – Arrestzelle =IR=

Der Gorn musste in dem Raum, in welchem mich die Sternenflotte gefunden hatte, ja ein rechtes Chaos angerichtet haben. Die Sternenflotte hatte sich seit meiner Inhaftierung nicht mehr für mich interessiert. Liess mich in meiner Zell schmorren, wie ich es auf der Rhamana garantiert auch getan hätte. Aber in letzter Zeit war das sowieso kein ungewohntes Gefühl für mich…

=RI= Romulus – Ra'tleihfi – imperiales Flottenkommando – Anhörungssaal 286 – Rückblick =IR=

„Erheben Sie sich, Riov Melok!“
Diese fünf Wörter hatte Parthok in den letzten zwei Wochen am meisten gebraucht. Das wurde nur noch von den letzten beiden Wörtern getoppt. Manchmal hatte ich das Gefühl bekommen, dass er meinen Rang absichtlich betonte, um ihn mir noch etwas um die Ohren zu schmieren bis nach der Untersuchung, weil er genau wusste, dass ich danach nicht mehr mit diesem Rang angesprochen wurde.
Trotzdem tat ich natürlich, wie mir geheissen. Ich schob den Stuhl zurück, während ich mich erhob und dann am Tisch stand. Das alles in einer fliessenden Bewegung, welche ich in den letzten zwei Wochen perfektioniert hatte. Dabei schaute ich immer ganz kurz zu Boden. Heute vermied ich es dabei, nach Kratzspuren am Boden zu suchen, weil ich diesen bereits so oft nach hinten geschoben hatte.
„Mit der Befragung von Arrain Lork’matof“, fuhr Parthok gleich fort. „…ist die Anhörung abgeschlossen. Wir ziehen uns nun zur Beratung zurück. Bis wir diese mit einer Entscheidung darüber abschliessen, ob aus dem Misserfolg Ihrer letzten Mission Konsequenzen für Sie erwachsen! Bis dahin bleiben Sie suspendiert und dürfen Romulus nicht verlassen! Haben Sie diese Auflagen verstanden, Riov?“
„Das habe ich, Enarrain!“
„Dann sind Sie jetzt entlassen!“
Ich salutierte und verliess den Anhörungssaal. Wohl zum zweitletzten Mal. Bis zum letzten Mal würde es jetzt aber wohl noch eine Weile dauern. Diese Tribunale hatten immer eine Ewigkeit zum Ihre Urteil fällen. Damit hatte ich jetzt wohl Urlaub.
Aber das Warten war ich mir ja inzwischen gewöhnt. Die Enarrains dieses Tribunals hatten mich ja schon genug oft warten lassen. Während ich früh morgens aufgestanden war, um pünktlich im Anhörungssaal zu sein, hatten diese ausgeschlafen und mich manchmal über eine Stunde warten lassen, bis sie die Untersuchung fortgesetzt hatten. Wahrscheinlich würden Sie mich für das „Urteil“ sogar absichtlich einen Tag zu früh aufbieten und mich dann auf den nächsten Tag vertrösten. Die typischen kleine psychologischen Tricks und Psycho-Spiele in der Imperialen Flotte…


=RI= Starbase 98 Resolution – Arrestzelle – Ende Rückblende und Zeitsprung =IR=

Die Sternenflotte hatte die Probleme in den Griff bekommen. Man hatte sich die Zeit genommen, mich zu verhören. Es war eine Frau gewesen. Zuerst war sie mir wie jede andere Menschenfrau vorgekommen, doch irgendwie war sie mir auch bekannt vorgekommen. Die ganze Zeit über hatte ich gegrübelt, wo ich sie schon einmal gesehen hatte.
Irgendwann hatte ich mich dann erinnert: Es war die Frau, welche mir auf der Promenade begegnet war und in welcher ich geglaubt hatte Saeihr erkannt zu haben. Unauffällig hatte ich versucht sie genauer zu mustern. Hatte versucht Saeihr in ihr zu erkennen. Aber da war Nichts gewesen. Und um die Augen zu erkennen, war ich zu weit von ihr entfernt gewesen. Ich hatte mich nämlich nicht von der Bank/dem Bett erhoben für das „Verhör“. Hinzu war gekommen, dass ich ihr nicht zu tief in die Augen hatte schauen wollen. Wer wusste schon, wie sie das aufgenommen hätte.
So war ich von ihrem Aussehen her davon ausgegangen, dass sie nicht Saeihr war. Nach einiger Zeit war ich davon so gar überzeugt gewesen. Diese Überzeugung war im Verlaufe des Verhörs aber wieder ins Wanken geraten und zwar durch das Verhalten der Menschenfrau. In einzelnen Momenten hatte es mich an Saeihr erinnert. Momente, in welchen sie mich verhört hatte, als wäre sie Saeihr.
Dabei wusste ich doch, dass es nicht Saeihr hatte sein können. Ich wünschte es mir höchstens, weil ich sie vermiss… also ich meinte, weil meine Führungscrew ohne sie geschwächt war. Kursh konnte sie einfach nicht ersetzen. Jedenfalls nicht gleichwertig.
Aber Saeihr kam nicht mehr. Sie war tot. Sie würde niemals das Imperium verraten. Deshalb hatte sie es nicht sein können. Deshalb war es wirklich eine Menschenfrau. Oder wollte ich, dass es nicht Saeihr war, weil ich nicht wollte, dass sie zur Verräterin geworden war?
All diese Gedanken hatten mich während des Verhörs beschäftigt. So sehr beschäftigt, dass ich während des Verhörs nicht aufgepasst hatte. Ich hatte der Menschenfrau viel zu bereitwillig Auskunft gegeben. Es war zwar alles die Wahrheit, aber keine Melok-Wahrheit für Menschen. Sie glaubten mir sowieso nicht, also musste ich ihnen auch nicht sofort alles sagen. Und das hätte ich auch nicht, wenn ich nicht so sehr über diese Frau und die Möglichkeit, dass sie Saeihr sein könnte, gegrübelt hätte. Aber vielleicht hatte das auch mit dieser verdammten Untersuchung zu tun. Seither war ich darauf getrimmt, Fragen zu beantworten. Ich hatte während der ganzen Untersuchung nichts anderes getan als Fragen zu beantworten. Und dabei war es für mich auch noch von Vorteil die Wahrheit zu sagen bei der flotteninternen Untersuchung. Oder sagen, wir eine gebogene Wahrheit zu sagen. Das war mir jetzt zum Nachteil geworden.
Aber so schlimm war es nicht. Ich hatte ja nichts mit der ganzen Sache zu tun. Ich war nicht der Saboteur. Es war mir nur peinlich, dass ich mich von den Gorn überrumpeln liess, wo ich doch gewusst hatte, dass es eine Falle sein könnte. Ja, gar mit einer Falle gerechnet hatte. Jetzt sass ich da und sollte als Sündenbock herhalten. Dummerweise musste ich mich auf die Fähigkeiten der Menschen verlassen. Denn in Anbetracht der Vorgeschichte zwischen mir und Katché konnte es gut sein, dass er mir nicht glaubte, dass die Gorn dahinter steckten. Deshalb musste ich darauf vertrauen, dass die Menschen noch andere Beweise dafür fanden, dass die Gorn hier ein falsches Spiel trieben und nicht ich oder das Imperium. Wobei es auf das Imperium ja nur zur Hälfte zutraf.
„Überrascht, dass die Station noch existiert?“, holte mich die Stimme von Katché aus meiner Grübelei, bevor ich diesen sah. Erst als ich aus meiner Grübelei schon vollständig im Hier und Jetzt war, erschien Katché vor dem Energiefeld, welches mich daran hinderte diese kleine Nische in der Wand zu verlassen. Ich überlegte mir kurz, ob ich mit einer spitzen Bemerkung antworten sollte, aber er kannte meine Geschichte ja sowieso schon, da mich die Frau schon verhört hatte. Also spielte er nur mit mir.
„Was sollen diese Spiele, Captain? Sie wissen doch, dass ich Nichts mit der ganzen Sache zu tun habe.“
„Das sagen Sie. Bisher haben wir dafür aber nur Ihre Aussage“, konterte Katché. Etwas zu wenig überzeugend. Zeit für einen Themenwechsel. Ich schaute ihn einschätzend an.
„Sie haben andere Hinweise, die auch auf die Gorn deuten.“ Ich stand von der Pritsche auf. „Es ist sehr freundlich von Ihnen, mich persönlich zu entlassen.“
„Ich bin nicht hier, um Sie zu entlassen.“ Ein diebisches Grinsen begann Katchés Lippen zu umspielen. „Entgegen Ihrer Hoffnung, weiss Botschafter Khev noch nicht, dass wir Sie inhaftiert haben. Nachdem ihrem kläglichen Versuch, die Station in Misskredit zu bringen, blieb dafür keine Zeit. Ich werde bei Gelegenheit veranlassen, dass Botschafter Khev informiert wird. Jetzt will ich aber erst mal die Wahrheit hören und nicht diese Lüge von den Gorn!“
Ich machte einen Satz und stand vor dem Kraftfeld. Katché blieb davor stehen, versuchte keine Regung zu zeigen, aber ich konnte ein ganz feines Zucken am linken Auge erkennen. Das nahm ich in der kurzen Zeit wahr, die ich brauchte, um den Mund zu öffnen:
„Sie ignoranter, sturer… Mensch! Nicht hinter allem, was aus Sicht der Sternenflotte in der Galaxis schief läuft, steckt das romulanische Imperium!“