RES - Abschlusslog Melok/Katché - 12089.2150

CO: Wedge Antilles - XO: Jason Anthony Hawk

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

RES - Abschlusslog Melok/Katché - 12089.2150

Beitragvon Wedge Antilles » So 12. Dez 2010, 20:34

Personen: Kiri, Val, Richi, Rici
NPCs: Barnaba Greppi, Alidar Rirun, Archemar Galathon, Wrosh’mahal’To, Kursh Lork’matof, Mol-Th’ov, Saren Khev
Wörter Katché: 1689
Wörter Melok: 1951
Wörter Total: 3556



=RI= IRW Assenav – vor 24 Jahren =IR=

Ich bog um die nächste Ecke und kam in den Korridor mit meinem Ziel. Das Quartier von Riov Rirun. Er verlangte mich zu sehen. Was mich natürlich unsicher werden liess. Rirun gab sich nur selten mit einfachen Offizieren ab und grundsätzlich eigentlich gar nicht mit Unteroffizieren, wie ich einer war.
Schon die ganze Zeit, während derer ich auf dem Weg zu Riruns Quartier war, ging ich meine Tätigkeiten der letzten Woche durch. Was könnte ich getan haben, das so schlimm war, dass sich der Riov meiner gleich persönlich annahm. Es war Nichts schief gegangen. Die Mission war ein Erfolg. Und doch verlangte mich der Riov zu sehen.
Schon stand ich vor der Tür. Lieber hätte ich noch mehr Zeit gehabt. Vielleicht hätte ich herausgefunden, was ich falsch gemacht hatte, und hätte mich dann wenigstens auf das Kommende vorbereiten können. Aber jetzt ging es nur ins Ungewisse.

„Stehen Sie bequem, Hru´Ared!“, befahl mir Rirun, nachdem ich eingetreten war. Er sass hinter seinem Schreibtisch und wirkte trotzdem bedrohlicher als ich, obwohl ich ihn überragte.
Rirun schwieg. Er las ein PADD, bei dessen Lektüre ich ihn wohl gestört hatte. Er liess mich stehen und las es in Ruhe fertig. Je länger ich da stand, desto grösser wurde meine Nervosität, welche sich durch ein Rauschen in meinen Ohren zeigte. Bis Rirun mit dem Lesen des PADDs fertig war, war das Rauschen so laut, dass ich ihn kaum verstehen konnte.
„Sie haben während der letzten Mission gute Arbeit geleistet, Hru´Ared. Sie leisten allgemein gute Arbeit, wird mir von ihren Vorgesetzten berichtet. Sie sind ehrgeizig und nehmen sich, was Sie wollen. Mit diesen Eigenschaften können Sie es weit schaffen, innerhalb der imperialen Flotte.“
„Danke, lhhai“, brachte ich mit schwacher Stimme hervor, da er absichtlich eine Pause machte, um mir die Möglichkeit zu geben, mich zu bedanken. Meine Nervosität hatte sich etwas gelegt, aber ich rechnete immer noch mit einem Aber.
„Sie sind bereit für die nächste Stufe. Ich habe meinen Einfluss geltend gemacht und Ihnen einen Platz im aktuellen Offizierslehrgang beschafft. Enttäuschen Sie mich nicht! Wegtreten!“


=RI= IRW Rhamana – mein Büro – heute =IR=

„… Wieso fragen Sie, Riov?“
„Das erkläre ich dir später, Deron“, antwortete ich auf die Frage meines Ersten Offiziers, welche ich auf der Brücke niemals toleriert hätte.
„Selbstverständlich, lhhai.“ Er reichte mir ein PADD. „Die Informationen über die Gorn.“
„Finden Sie eine Schwäche in Ihren Schiffen! Wir werden sie schon bald bekämpfen. Behalten Sie das Schiff der Gorn im Auge! Ich will sofort erfahren, wenn sie abfliegen!“
„Ssuaj-ha, lhhai! Haben Sie sonst noch Anweisungen?“
„Ja. Ich will mit Rirun oder Galathon sprechen. Schauen Sie, dass Sie mir eine Verbindung zu einem von ihnen herstellen können!“



=^= Konferenzraum =^=

„Advena an Katché!“ Es hatte ziemlich lange gedauert, bis ich endlich wieder Antwort erhielt.
„Sprechen Sie!“
Doch erneut wollte die CTO Zeit mit unpassendem Gerangel über Zuständigkeiten vergeuden: „Bei allem Respekt Sir, Sie wollen das wirklich tun? Ich glaube, ein Techniker wäre weitaus besser geeignet...“
Nur, dass uns längst die Station um die Ohren geflogen wäre, bis sich einer der Techniker bequemt hätte, sein (Hand)Täschchen zu packen und sich zu meiner Position zu begeben. „Negativ. Ich erwarte Ihre Instruktionen.“ Es war die einzige Chance.

Kurz darauf war ich in eine Jeffries-Röhre gekrochen und hatte dort in zusammengekauerter Position die Verkleidung einer Zugangsleitung abmontiert. „Wenn Sie um die Leitung greifen, müssten Sie ein paar isolineare Chips ertasten können“, kam es verzerrt über die Kommunikations-Leitung. Dieser Bereich war anscheinend nicht dafür konzipiert, einen latinumklaren Empfang zu ermöglichen.
Ich tat wie mir geraten und führte meine Hand in das Loch ein, schlang sie um die Leitung und tastete die hintere Wand ab. Wer kam nur auf die Idee, diese Chips dort zu installieren, wo niemand ran kam?

Doch dann konnte ich ein paar Einbuchtungen fühlen, gepaart mit ein paar herausstehenden, viereckigen Objekten – die Chips. „Hab sie!“
„Ziehen Sie sie der Reihe nach heraus...“ Da meine Hand bereits einen Chip im Griff hatte, zögerte ich nicht, und zerrte daran herum. Somit empfing ich den Nachsatz zu spät: „Fangen Sie links an!“

Das Knistern war nur einen Sekundenbruchteil zu hören, dann durchzuckte mich ein Schmerz in der Hand, so dass ich diese reflexartig zurückzog und dabei natürlich mit dem Handrücken gegen die Leitung stieß. „Autsch!“
„Captain?“
Ich zog meine Extremität aus dem Loch und begutachtete das versengte Stück Haut. „Macht es was aus, wenn ich von rechts anfange?“
„Nein, das führt nur zu einer kleinen Überladung und... haben Sie rechts angefangen? Ich sagte doch...“
„Ja ja, ich hatte es eilig“, schnitt ich das Wort ab. Denn schließlich hatte ich es immer noch eilig. Hektisch griff ich wieder in das Loch, diesmal fand ich die Chips schneller, da ich ungefähr wusste, wo ich zu suchen/tasten hatte. „Ich zieh jetzt alle raus!“

Als ich das erledigt hatte, kam bereits die nächste Anweisung: „Die manuelle Entriegelung für die Zuleitung befindet sich ein paar Meter weiter. Sie müssten sie jetzt lösen können.“
„Sonst noch etwas?“ Ich hatte mich in der engen Röhre bereits wieder auf die Knie begeben und krabbelte weiter.
Trotz der Verzerrungen im Komm-Kanal war das Seufzen der Cheftechnikerin nicht zu überhören. „Nein, Sir... Ich wollte nur sagen...“
„Vergessen Sie die Gefühlsduselei!“ Da ihre Herkunft nicht eindeutig belegt war, und man nur aus ihren Spitzohren vermuten konnte, dass sie vielleicht zum Teil vulkanisch war, beließ ich es bei diesen Worten und ersparte ihr die Aufforderung, ihre Gefühle besser zu kontrollieren. „Wie viel Zeit bleibt noch?“
„Maximal drei Minuten!“

Ich hatte die Vorrichtung zum Entriegeln erreicht und umgriff sie. Mit einem kräftigen Ruck zerrte ich sie nach unten. Es mochte Einbildung sein, aber ich glaubte den flüssigen Stickstoff förmlich durch die Leitung fließen zu hören. Ich sackte zusammen, stieß mit dem Rücken gegen die Wand der Jeffries-Röhre. Ich schnaufte dreimal durch, dann tippte ich auf meinem Kommunikator. „Katché an Lone.“

Ein plötzliches Gerumpel ein Stück weiter ließ mich verstummen. War hier etwa noch jemand? Ich beendete die Verbindung wieder und kroch los.
Da vorne war tatsächlich jemand. Als ich die Person erkannte, glaubte ich es nicht. „Was machen Sie hier, Commander?“ Vermutlich hatte sie erfahren, was ich vorhatte und wollte mich nun angreifen, um meinen Plan zu vereiteln. Zuvor würde sie mir aber sicher noch die ganze Wahrheit erzählen und behaupten, dass hier Mächte am Werk wären, die ich nicht verstehen könnte. Es wären vermutlich dieselben Mächte, die sie dazu brachten, sich ebenfalls zu opfern.

Doch ihre Antwort hatte so gar nichts von dem, was ich erwartet hatte: „Sie retten!“


=^= Deck 302 =^=

Es war eine außergewöhnliche Erfahrung. Flammen umhüllten uns, Trümmerstücke flogen umher, Wolken aus Gas und Rauch stoben an uns vorbei. Alles geschah wie in Zeitlupe, doch das Sonderbarste an der ganzen Szenerie war: Wir konnten sie aus erster Reihe beobachten, aber gefährlich wurde sie uns in keinster Weise. Weil wir in einer anderen Phase gewesen waren.

„Das war ein interessanter Einblick in eine Explosion“, hatte Kirilenkova denselben Eindruck behalten.
Ich nickte und schnaufte noch einmal durch. Im Nachhinein war es eigentlich unnötig gewesen, vor der Explosion davonzurennen. Aber als die XO kurz vor der Detonation loslief, hatte ich keine Zeit zu fragen und setzte ihr einfach nach. „Auf eine Wiederholung kann ich aber gerne verzichten. Sind wir schon wieder in unserer Phase?“
Kirilenkova gab ein zuversichtliches Nicken von sich. „Sonst wäre ich schon längst rückwärts durch die Wand gefallen.“

Während ich diese Antwort sacken ließ, holte ich mir von der OPS einen Schadensbericht ein. Demnach hatten wir Glück gehabt – wieder einmal. „Das Flottenkommando wird sich freuen! Die Reparatur wird unser Budget deutlich sprengen!“
„Dann stellen wir die Reparatur den Gorn in Rechnung“, gab die XO spitz von sich.
In dem ganzen Tohuwabohu hatte ich diesen schleimigen Ausgeburten völlig in den Hintergrund gedrängt. Doch nun rückten sie in der Prioritätenliste wieder nach oben. „Die Gorn!“ Wir müssen sofort auf die OPS! Bevor die Gorn sich aus dem Staub gemacht haben!“ Wir hatten allen Schiffe empfohlen, einen Sicherheitsabstand zu uns zu halten, die Gorn hatten das sicherlich genutzt, um ganz die Fliege zu machen.


=RI= Romulus – Ra'tleihfi – imperiales Flottenkommando – vor elf Jahren =IR=

„Sie wollen also den Tal Shiar verlassen und wieder in der imperialen Flotte beitreten, khre´Arrain Melok?“, fragte mich Rirun, nachdem er das PADD studiert hatte, welches vor ihm auf dem Tisch lag. Ich war mir sicher, dass es mein Gesuch war, um eben diesen Wechsel zu vollziehen.
„Das ist korrekt, khre´Riov.“
„Wieso?“
Jetzt musste ich das alles nochmals durchkauen, obwohl ich bereits in meinem Gesuch eine Begründung mitgeliefert hatte.
„Der Tal Shiar agiert im Geheimen und Verborgenen. Ich will offen zeigen, dass ich stolz bin, meinen Beitrag für das Imperium zu leisten. Unsere Feinde sollen mich kennen und mich fürchten. Und…“ Jetzt kam der schwierige Teil. Ich wusste nicht, ob ich es Rirun sagen konnte. Aber es war der Hauptgrund für meine Entscheidung und deshalb musste ich es ihm sagen. „Der Tal Shiar ist mir oftmals zu sehr auf seine eigenen Interessen bedacht, als auf die Interessen des Imperiums, khre´Riov.“
„Verstehe, ein Konflikt von Idealen und Loyalität.“ Ich nickte, auch wenn Rirun kaum darauf achtete. „Also gut, ich bewillige ihr Gesucht. Ab sofort sind Sie wieder im Dienst der Imperialen Raumflotte. Sie treten Ihren Dienst morgen auf meinem Flaggschiff, der IRW Assenav an!“
„Ssuaj-ha, lhhai!“

Kurz darauf hatte ich das Büro von Rirun verlassen. Das war einfacher gewesen, als ich angenommen hatte. Besonders wenn ich das Ghetto bedachte, welches der Tal Shiar veranstaltet hatte, als ich beitreten wollte und als ich danach wieder austreten wollte. Ein weiterer Grund, wieso mir die Flotte lieber war. Sie war oftmals deutlich einfacher und schlichter als der Geheimdienst.
„Guten Tag, khre´Arrain Melok.“
Überrascht drehte ich mich um. Neben der Tür zu Riruns Büro sass ein Zivilist auf der Bank. Ich hatte ihn gar nicht gesehen, weil ich gleich in die andere Richtung hatte davongehen wollen. Was ich jetzt natürlich nicht tat.
„Und Sie sind?“, fragte ich misstrauisch.
„Archemar Galathon, ein Freund von khre´Riov Rirun.“
„Sie wollen in den Senat. Ich habe Ihre Wahlplakate gesehen“, stellte ich fest und daraufhin begann er gleich zu lächeln. Typisch Politiker. Meine Stimme würde er nicht bekommen. „Was wollen Sie von mir?“
„Ich mache mir Sorgen, wegen des Tal Shiar. Er entzieht sich jeder Kontrolle und wird immer mächtiger. Das könnte dem Imperium früher oder später schaden.“
„Und was hat das mit mir zu tun?“, fragte ich ein weiteres Mal, weil ich keine Zeit und Lust auf die Spiele des Politikers hatte.
„Sie hatten einen Einblick in die Welt des Tal Shiar. Ich hatte gehofft, Sie liessen mich daran teilhaben. Ich will meinen Gegenspieler kennen.“
Ich überlegte kurz. Zuerst war er mir unsympathisch, aber seine Einstellung dem Tal Shiar gegenüber war nicht schlecht.
„Einverstanden. Aber nicht hier. Wir treffen uns in einer Stunde in der Bibliothek der wissenschaftlichen Akademie.“


=RI= IRW Rhamana – mein Büro – heute =IR=

„Riov Melok. Welch‘ Freude Sie wohlbehalten zu sehen“, begrüsste mich Galathon vom Bildschirm in meinem Büro. Er stand im Büro von Rirun hinter dessen Schreibtisch währen der Enriov sass.
„Wieso sagen Sie wohlbehalten?“, fragte ich misstrauisch. Ich bekam je länger je mehr das Gefühl in eine politische Schlammschlacht mit hineingezogen worden zu sein.
„Aufgrund der Ereignisse an Bord der Raumstation der Sternenflotte. Die Berichte von Ihrem Ersten Offizier waren sehr beunruhigend.“
Rirun hatte geantwortet. Aber ich glaubte auch ihm nicht. Er war inzwischen mehr ein Politiker als ein Soldat.
„Dann wissen Sie es also nicht?“, fragte ich betont unschuldig.
„Dass Botschafter Khev zum Tal Shiar gehört? Doch, das wissen wir“, antwortete wieder Galathon und das überraschend ehrlich. Aber ich hasste das abwechselnde Spiel der beiden beim Antworten jetzt schon. „Auch, dass Sie beim Tal Shiar in Ungnade gefallen sind. Wir wussten aber nicht, dass Khev Sie deswegen abservieren sollte.“
„Und wie soll es jetzt weitergehen?“, fragte ich, denn mir kam es so vor, als läge mein Schicksal in den Händen dieser beiden Offiziere.
„Sie werden weiterhin in der imperialen Flotte Dienst tun. Aber wir werden Ihnen spezielle Missionen zu weisen.“ Also blieb alles beim Alten. Anstatt des Tal Shiar war es jetzt einfach eine Gruppierung, welche Frieden mit der Föderation wollte. Dann wechselte Rirun das Thema: „Haben Sie Beweise dafür, dass Khev Sie als Sündenbock hinstellen wollte?“
„Ja, wieso?“
„Halten diese Beweise vor Gericht stand?“
„Ja.“
„Dann verhaften Sie Botschafter Khev, wenn er an Bord der Rhamana zurückkehrt! Sein verhalten widerspricht der Zusammenarbeit zwischen der imperialen Flotte und dem Tal Shiar.“
„Ssuaj-ha, lhhai!“
„Deron an Melok. Die Gorn verlassen die Station.“
Ich schaute zu den beiden Männern auf dem Bildschirm. Sie nickten nur, womit ich mich also meinen Pflichten als Riov widmen konnte.
„Verstanden. Ich komme gleich auf die Brücke! Melok Ende.“



=^= OPS =^=

„Wo ist das Schiff der Gorn?“ fragte ich ohne Umschweife, als ich die Turboliftkabine verließ und die OPS dicht gefolgt von Kirilenkova betrat.
„Sie verlassen unseren Sektor mit Impuls“, erwiderte Ricarda. „Sie sind außerhalb unserer Traktorstrahlreichweite.“ Und bis die Horizon einsatzbereit war, waren die Gorn über alle Polarsterne.
„Rufen Sie sie!“ versuchte meine Stellvertreterin es noch einmal diplomatisch, obwohl ich ahnte, dass sie genauso gut wusste wie ich, dass wir keine Antwort erhalten würden.

Zwei Sekunden später bestätigte Ricarda diese Vermutung, allerdings mit einer Ergänzung: „Die Rhamana verlässt ihren zugewiesenen Kurs.“
Eine Aktion, die uns der Romulaner erklären wollte, wie Bator andeutete: „Riov Melok ruft uns!“
„Auf den Schirm!“


=RI= IRW Rhamana – Brücke – etwas später =IR=

„Gehen Sie auf Abfangkurs zum Schiff der Gorn! Voller Impuls!“, wies ich Wrosh’mahal’To an.
„Ssuaj-ha, lhhai!“, bestätigte Wrosh’mahal’To meinen Befehl. Welcher nicht mein letzter blieb.
„Aktivieren Sie die Waffensysteme und rufen Sie die Resolution!“
Wenige Augenblicke später tauchte das gewohnte Bild von Captain Katché auf meinem Hauptschirm auf.
„Was haben Sie vor, Riov?“, verlangte der Mensch zu wissen.
„Ich spiele Polizei für Sie!“, knurrte ich als Antwort. „Ich werde die Gorn an der Flucht hindern.“
„Und zur Station zurück eskortieren!“, fügte Katché mit einem drohenden Unterton an. Ich nickte nur und dachte mir: Wir werden sehen!



Ich hatte kein gutes Gefühl dabei. Melok hatte sich während unserer gemeinsamen Zeit nicht unbedingt als bester Diplomat gezeigt. Und er hatte mit den Gorn noch eine persönliche Rechnung offen, schließlich wollten sie ihm alles in die Schuhe schieben. Darüber hinaus waren die Romulaner nicht gerade dafür bekannt, Gefangene zu nehmen – auch und gerade dann nicht, wenn sie sich gerade im Föderationsraum befanden.
„Rufen Sie noch einmal das Gorn-Schiff.“ Wenn ich Zhirric davon überzeugen konnte, dass er gegen die Rhamana keine Chance hatte, sah er vielleicht ein, dass seine Flucht beendet war. Was nicht hieß, dass Melok ihn dann einfach in Ruhe lassen würde.
„Sie ignorieren uns weiterhin.“

Ich blickte zu Kirilenkova, sie zurück zu mir. „Es sieht so aus, als wollten sie es auf die harte Tour lernen“, meinte die XO und schaute wieder zum Sichtschirm.
„In zwei Minuten wird die Rhamana in Waffenreichweite sein.“


“Zwei Minuten bis Waffenreichweite!“, informierte mich Kursh mit möglichst wenigen Worten, wofür er bekannt war.
„Rufen Sie die Gorn!“, verlangte ich. Das war für Katché, damit er mir nicht vorhalten konnte, ich hätte gefeuert, ohne den Versuch mit den Gorn zu sprechen. So kulant konnte ich problemlos sein, denn die Antwort von Mol-Th’ov war wenig überraschend.
„Sie antworten nicht!“
Dann führten wir die Scharade für Katché mal noch etwas weiter:
„Öffnen Sie einen Kanal, damit ich eine Botschaft übermitteln kann!“
„Kanal ist offen!“
„Hier spricht Riov Melok vom imperialen romulanischen Warbird Rhamana. Kehren Sie augenblicklich zur Station zurück, oder wir eröffnen das Feuer!“
Wir warteten kurz, aber die Gorn überraschten mich.
„Keine Reaktion, Riov“, meldete Mol-Th’ov kurz bevor sich Kursh ebenfalls vernehmen liess:
„Waffenreichweite erreicht.“
Mein Blick ging zu Deron.
„Hast du eine Schwachstelle gefunden?“
„Ja.“
„Gib‘ sie Kursh! Feuern Sie auf die Schilde, Waffen und den Antrieb!“
„Ziele anvisiert!“, antworte Kursh bereits nach wenigen Sekunden. Er sagte zwar wenig, dafür war bei den Eingaben sehr schnell!
„Feuer!“



Das Schiff der Reptilien war schwer angeschlagen. Immer noch prasselten die konzentrierten Disruptorstrahlen auf die Hülle ein, die sich unter dem Beschuss verformte und begann aufzulösen.
„Botschafter Zhirric ruft uns!“
„Auf den Schirm!“ sprachen Kirilenkova und ich den nächsten Befehl gleichzeitig aus.

Die Ansicht wechselte, zeigte den grünhäutigen Botschafter, der uns aus emotionslosen Facettenaugen ansah. „Wir ergeben unssss!“
„Riov Melok, stellen Sie das Feuer unverzüglich ein!“

Die Antwort bestand aus weiterem Beschuss. Zhirric verschwand kurz vom Bild, als er von einer Erschütterung von den Füßen geholt wurde.

„Melok!“ brüllte ich. „Muss ich Sie erinnern, dass Sie sich im Föderationsraum befinden!“


Was kümmerte es mich, ob wir uns im Föderationsraum befanden? Diese Gorn hatten einen Riov der imperialen romulanischen Raumflotte angegriffen. Für diese Freveltat hatten sie den Tod verdient! Und nichts anders bekamen sie von mir.
Plötzlich veränderte sich das Bild auf dem Hauptschirm. Der schöne Anblick von Disruptorfeuer, welches auf das Schiff der Gorn niederprasselte, wich dem Anblick von Rirun und Galathon.
„Was wollen Sie?“, fauchte ich, kurzzeitig vergessend, dass es sich hier nicht um Katché oder einen Gorn, sondern um einen Admiral der romulanischen Raumflotte und einen romulanischen Senator handelte.
„Dass Sie das Feuer einstellen, Riov!“, sagte Rirun mit schroffer Stimme und ergänzte: „Das ist ein Befehl!“
Ich gab einen knurrenden Laut als Antwort von mir.
„Sie haben viel erreicht durch die Allianz mit dieser Raumstation, während ihrer Zeit in der Zukunft. Werfen Sie diese Fortschritte nicht einfach so weg!“, beschwor mich Galathon.
Noch ein knurrender Laut entfuhr meiner Kehle. Aber nur, um Zeit zu gewinnen. Zeit, welche die Gorn eigentlich gar nicht hatte. Was schlussendlich aber den Ausschlag gab, der Appell von Galathon oder der Befehl Riruns, wusste ich nicht:
„Feuer einstellen! Erfassen Sie das Schiff mit dem Traktorstrahl und bringen Sie uns dann zur Resolution zurück!“
„Danke, Riov“, sagte Galathon noch und dann verschwanden er und Rirun vom Hauptschirm. Dort zeigte sich die Station, welche nun wieder grösser wurde…



„Rufen Sie die T'Pau!“ Das Schiff der Vulkanier war stark bewaffnet und am besten geeignet, um sich Melok in den Weg zu stellen.
„Ich denke, das wird nicht nötig sein!“ erwiderte Ricarda. „Sehen Sie!“

Ich musste zugeben. Damit hatte ich nicht mehr gerechnet: Die Rhamana hatte ihren Traktorstrahl auf Zhirrics Schiff ausgerichtet und schleppte den manövrierunfähigen Zerstörer zur Station.


=^= Transporterraum, Zeitsprung =^=

Auf der Plattform materialsierte Zhirric. Er hielt seinen Kopf gesenkt, als er träge seinen Körper von der Transporterplattform hievte. Vor mir blieb er stehen.
„Wieso, Zhirric?“ Ich hielt es nicht mehr für notwendig, ihn mit seinem Titel anzusprechen.
„Ssssie würden essss doch nicht versssstehen.“ Mit einem letzten Funken von Überzeugung zischte er mit das entgegen.
„Versuchen Sie es!“ Doch der Gorn schwieg von nun an. Ich wandte mich zu Richards. „Abführen!“
Der Androide nickte meinen Befehl ab. Er uns ein weiterer Secler umringten das Reptilien-Wesen und dirigierten es aus dem Transporterraum.

Ich drehte mich zu Greppi um. „Den Botschaftern wird ein Stein vom Herzen oder was auch immer sie haben fallen“, meinte er. „Ich hoffe nur, es ist nicht zu spät.“
„Das hoffe ich auch. Es wäre schade, wenn all die Anstrengungen umsonst waren.“
Barnaba nickte. „Ich werde sie informieren. Auch wenn ich glaube, dass sie schon über alles Bescheid wissen.“
„Ich begleite dich!“


=RI= IRW Rhamana – Transporterraum – Zeitsprung =IR=

Ich stand im Transporterraum. Kursh und drei Sicherheitskräfte flankierten mich. Wir warteten darauf, dass die letzte Gruppe von der Station auf die Rhamana beamte. Die letzte Gruppe umfasste Botschafter Khev. Es war die einzige Genugtuung, welche mir blieb, nachdem ich die Gorn nicht vernichtet hatte.
Die Transporterplattform aktivierte sich. Bereits erschien der grünliche Schimmer und langsam nahmen die Personen Gestalt an. Khev natürlich zuvorderst und in der Mitte. Die Wichtigkeit in Person. Aber das würde sich gleich ändern.
„Botschafter Khev, ich nehme Sie fest, wegen der Anstiftung zum Angriff auf einen Offizier der imperialen romulanischen Raumflotte und Kollaboration mit dem Feind! Kursh, nehmen Sie den Botschafter in Gewahrsam und geleiten Sie ihn in seine Zelle!“
„Ssuaj-ha, lhhai!“, antwortete Kursh zackig. Khev dagegen reagierte verwirrt und empört:
„Was erlauben Sie sich Melok?“
„Was ich mir erlaube? Die Frage ist, was Sie sich erlaubt haben! Niemand fällt Rof’Taror Melok in den Rücken! Niemand!“



=^= Konferenzraum =^=

Alle Botschafter hatten sich in dem Konferenzraum eingefunden. Also fast alle, denn der Platz des Romulaners war nicht besetzt. Dafür stand ein Spitzohr vor uns. Mit einer stoischen Ruhe, die Hände auf Bauchhöhe, die Fingerspitzen berührten sich gegenseitig.
Botschafter Galathon“, begrüßte Barnaba unseren Gegenüber. „Wo ist Botschafter Khev?“
„Botschafter Khev muss zu einem wichtigen, innerpolitischen Kongress auf Romulus. Wobei das romulanische Imperium nicht den Eindruck erwecken möchte, dass diese Konferenz hier nicht wichtig sei. Die Ereignisse der letzten Tage haben gezeigt, dass es so ist.“
Greppi zeigte sich diplomatisch und nickte.
„Botschafter Khev hat mich zu seiner Vertretung ernannt. Ich hoffe, das geht in Ordnung.“ Galathon öffnete die Hände für einige Zentimeter.
„Natürlich, Botschafter.“
Kaum merklich änderte der Romulaner seine Position, so dass er genau mir gegenüber stand. „Captain, die Rhamana erbittet Erlaubnis, den Sektor verlassen zu dürfen.“
„Ich werde das sofort veranlassen, Botschafter“, nickte ich. Das ersparte mir wenigstens eine abschließende Konfrontation mit Melok.


[NRPG: Damit ist der weitere Verlauf der Konferenz erstmal gesichert - die Verstrickungen Khevs in die ganzen Ereignisse werden wir nicht erfahren. Die Verhandlungen werden auch im URPG weitergehen, nur halt weitaus ruhiger. Vor Beginn der nächsten Mission - die im nächsten Jahr startet - wird die Konferenz aber beendet und die Schiffe wieder abgereist sein.]
Wedge Antilles

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