HYP Log 14 - Lt. Tiru Raakar - SEC - 12078.0760

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Beitragvon C`Tan » Mi 1. Dez 2010, 06:38

Personen
Chiggy von Richthofen
Zara Monte (erwähnt)

Wörter 838



=^= Tag 6 - 3:25 - Deck 9 – Sicherheitsstation =^=

Ich hielt mein Phasergewehr fest in der Hand als die Erschütterungen vom feindlichen Waffenfeuer immer heftiger wurden.
Meine Aufgabe war klar: Im Falle einer Enterung des Schiffes sollte ich mit den Mannschaften des Sicherheitsdienstes die Eindringlinge zurückschlagen.
In den Gesichtern des hier versammelten Teams spiegelte der Rote Alarm sich wieder. Eine der Konsolen zerplatzte im Funkenregen.
Die Männer und Frauen im Raum wirkten entschlossen, doch erkannte ich auch jene Empfindung, die ich selbst teilte. Zur Untätigkeit verdammt, kämpfte die Brückenbesatzung mit dem Feind, während der Großteil der Sicherheitsoffiziere sich in Bereitschaft halten musste.

Eine weitere, etwas schwerere Erschütterung erfasste das Schiff. Kurz dachte ich an Zara und hoffte, dass es ihr gut ging. Doch ich wurde von einer alarmierten Konsole aus meinen Gedanken gerissen.
„Eine EPS Leitung ist geplatzt.“ meldete der Chief, der direkt daneben stand. Ein Blick darauf verriet mir als ehemaliger Techniker, wo das Problem bestand. Ich hatte noch lebhaft in Erinnerung, was während eines Weltraumgefechtes im Maschinenraum los sein konnte. „Teilen sie Commander Bentin mit, dass ich die Energie vor Ort umleiten werde und die Leitung entlasten werde.“ befahl während ich mein Phasergewehr jemanden in die Hand drückte und verschwand aus der Tür, glücklich, endlich aktiv zu werden.

Im Gang flackerte das Licht. Gelegentlich verlosch das Licht komplett und meine Sicht wurde nur das pulsieren des Roten Alarms gestärkt.
Es war gar nicht so einfach, mich bei all dem Gerüttel auf den Beinen zu halten, aber ich näherte mich langsam meinem Ziel am Ende des langen Ganges. Schon von weitem sah ich die blauen elektrischen Blitze – offenbar war auch das Stromnetz der Sektion des Deckes betroffen – und die starken Rauchschwaden der geplatzten Leitung.
Als ich endlich ankam, bemerkte ich, dass ich nicht der Erste war, der eingetroffen war: Chiggy war auch hier:
„Was zur Hölle willst du hier?!“ fragte ich brüllend um den Lärm der Leitung zu überbrücken. „Das Schiff wird schon angegriffen, da braucht es nicht noch weitere Beschädigungen!“
Er sah mich ausdruckslos an. „Man befolgt Befehle.“ erklärte seine monotone Stimme.
„Geh zur Seite!“ befahl ich ihm und stieß ihm vom Wanddisplay weg, das munter unter den Stromschwankungen immer wieder dunkel wurde, nur um eine Sekunde später wieder unter Anzeige zu stehen.

„Sie sind nicht autorisiert technische Systeme zu reparieren.“ meinte der Blechtrottel.
Ich ignorierte ihn und tippte auf dem Display herum. Ich brauchte nicht lange um die Energie umzuleiten. „Du kannst mich ja verhaften.“ kommentierte ich seinen letzten Kommentar als es im Gang dunkel wurde und nur noch durch Notenergie beleuchtet wurde.
Chiggy neigte seinen Kopf ein wenig zur Seite als würde er nachdenken.
Er wollte schon etwas sagen, als das Schiff heftig erfasst wurde und eine helle Explosion den Gang zeriss. Ich wurde von den Beinen geworfen und mein Kopf knallte hart auf den Boden.

Doch stattdessen ich ruhig am Boden lieg, spürte ich extrem starken Wind und merkte dass ich dem Deck entlang gezogen wurde. Es musste ein Leck geben und als ich in die entsprechende Richtung sah, sah ich Chiggy und mich auf ein ungefähr Shuttlegroßes Loch in den kalten Weltraum zurutschen.

Erschrocken riss ich die Augen auf, Adrenalin pumpte sich durch meinen Körper. Verzweifelt versuchte ich eine Wand, eine Ecke oder sonst irgendetwas zu erreichen, an dem ich mich festhalten konnte. Doch ich kam nicht einmal annähernd dazu, blickte schließlich mit starren Augen auf das kalte, schwarze Loch, das immer größer wurde. Ich würde im Kampf sterben. Eines Soldaten der Zehn Stämme Capellas würdigen Tod.

Doch es kam anders. Meine Hand wurde gepackt und als sich er sich spannte, spürte ich, wie sich die Schulter auskugelte. Der Schmerz war höllisch und ich biss die Zähne zusammen, um nicht laut zu Schreien.
In dem Chaos konnte ich erkennen, dass Chiggy halt gefunden hatte und mich nun an der Hand festhielt. Während meine Haare wild herumflogen und ich immer mehr merkte, dass die Luft immer dünner wurde, fing die Lunge immer mehr an zu schmerzen.
Das Vakuum begann langsam, diesen Bereich des Schiffes zu erobern. Klar: Es war nur Notenergie in dieser Sektion des Decks vorhanden und vermutlich wurde nicht durch ein für mich rettendes Notkraftfeld abgeschottet, sondern durch die Türen, die aber Chiggy und mich nun aus dem lebenspendenden Sauerstoff ausschlossen.
„Du solltest mich loslassen.“ brüllte ich dem Androiden zu. „So geht es schnell und schmerzlos!“
Doch der Trottel folgte meinem Befehl nicht. Kurz glaubte ich, dass sich sein steinharter Griff etwas lockerte, aber schließlich umklammerte er mein Handgelenk noch entschlossener. Sollte ich das hier überleben, würde ich einen Taschenrechner aus dem Ding machen.

Doch die Gedanken erübrigten sich: Es wurde dunkler um mich herum und ich merkte, wie mein Bewusstsein zu schwinden begann. Bald würde es vorbei sein. Meine Lunge schmerzte, schien fast zu platzen.
Noch bevor mich die gnädige Dunkelheit mich vollkommen umfangen konnte, merkte ich ein Glitzern: Ein Transporterstrahl erfasste mich.

Als ich in einem Transporterraum auf den Boden knallte – ich wurde ja gut einen halben Meter vom Boden gebeamt – erfasste mich endgültig die Dunkelheit….
C`Tan
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