Log 01 - Cpt. Ennien - CO - SD: 12090.2210

CO: Patrick O'Hara - XO: Hoshi Sato - DXO: Thomas W. Bentin

Moderatoren: John Connor, Thomas W. Bentin, Operationsstab

Log 01 - Cpt. Ennien - CO - SD: 12090.2210

Beitragvon Patrick O'Hara » Mo 13. Dez 2010, 21:09

Wörter: 1860
erw. Personen: Asuka, Thomas, Tiru,
NPC: K'Rall, Transporterchief, Sicherheitsleute, Adm. Yoshida

=/\= unbekannter Planet – Wald

Mit behenden Bewegungen sprang ich von Ast zu Ast, verharrte immer wieder kurz und schnupperte mich durch die Gegend. Diese Welt war interessant, viele kleine Wesen tummelten sich unter mir, kommunizierten miteinander, aber sie interessierten mich nur am Rande. In einiger Entfernung roch ich größere Tiere, hörte sie auch schon und sprang zu Boden, rannte sofort los und sprintete durch das Unterholz, kam immer näher an eine der wenigen größeren Lichtungen, an deren Rand ich stehenblieb. Große Tiere, die wohl eine Art Panzer trugen, grasten seelenruhig im flirrenden Sonnenlicht und waren sich ihrer Sache wohl sicher. Ich leckte mir über die Lippen und Nase, schnupperte nochmal kurz und kletterte kurzerhand auf den Baum hinauf. Ob sie hier Jäger wie mich hatten, wußte ich nicht, aber ich sah keinen, roch keinen und wähnte mich als einziger hier am Buffet. Die größeren Tiere standen um die kleineren herum, das mußten dann die Jungtiere sein. Ich legte mich auf den größeren Ast und beobachtete das Tun der Tiere, die sich immer wieder abwechselten. Die Jungtiere spielten miteinander, rannten hintereinander her und blökten umher. Leise kletterte ich wieder hinunter und begann mit der Schleichannäherung, duckte mich so weit ich konnte auf den Boden und wartete ab.

Meine Ohren waren gespitzt, wie Menschen sagten, ich schlich mich weiter an und kam einem der Jungtiere wohl näher als ich sollte, denn eines der grösseren Tiere rannte auf mich zu und brüllte wütend, ich stob davon und rettete mich auf den Baum, den ich vorhin schon bezogen hatte. Dann fiel mir der Panzer wieder ein und sah nach unten. Just in diesem Moment krachte der Kopf des Grasfressers gegen den Stamm, der mit einem Krachen sich neigte, der Stamm splitterte und ich sprang auf den nächsten Baum, immer weiter, bis ich gegen den Wind wieder zu den Tieren war und blieb kurz keuchend auf dem Ast hocken. Das grosse Tier trabte zurück zur Herde, die sich dann in Bewegung setzte und mich zurückliess, nicht aber ohne dass sich immer eins umsah, ob ich nicht doch näher kam. Was ich auch tat, nur sprang ich von einem Baum zum nächsten und kam kein einziges Mal auf dem Boden auf. Mein nächster Angriff würde besser sein, effizienter.

Als ich einige Hundert Meter vor der Herde auf einem Baum pausierte, sah ich den Weg unter mir, den die Herde nehmen musste, denn weiter vorne hörte ich einen Fluss, an dem sie aller Wahrscheinlichkeit nach trinken wollten. Ich sah zum Himmel, die Sonne stand hoch und würde wohl noch einige Stunden scheinen, also hatte ich genug Zeit, zudem war K'Rall instruiert, einen Tag zu warten. Langsam kamen die Tiere näher und ich presste mich an den Ast, hoffte dass der Wind sich nicht drehte, er bliess im Moment von der Herde zu mir und so würden sie mich erst bemerken, wenn es zu spät war.

Wenig später war die Herde unter mir und ich spähte nach dem Jungtier, das in der Mitte der Herde ging - das war meins und in grösster Vorfreude leckte ich mir über die Lippen. Ein kleiner Vogel flatterte zu mir und sah mich mit seinen Knopfaugen an, machte den Schnabel auf und ich erwartete ein Zwitschern. Im Gegenteil, er stiess einen extrem hohen Ton aus, der mir in den Ohren höllisch weh tat. Ich fiel fast vom Baum, konnte im letzten Moment mich noch festkrallen und mit einer Pfote fegte ich den Vogel vom Ast. Der Ton hörte auf und ich sah nach unten. Die Herde war noch immer da, trabte als wäre nichts gewesen. Mit hocherhobenen Schwanz setzte ich zum Sprung an und wartete auf den richtigen Moment, um meine Krallen und Zähne in den warmen Körper zu schlagen. Dann war das Tier in Position und ich sprang los, gleichte meine Flugposition mit meinem Schwanz aus und landete mit allen vier Pfoten auf dem jungen Tier, das blökend versuchte, Hilfe zu holen, aber es konnte nicht rechnen, Hilfe zu bekommen. Tief bohrte ich meine Krallen ins Fleisch und hielt mich so fest, denn es wehrte sich verständlicherweise. Dann senkte ich blitzschnell meinen Kopf und schlug meine Fänge in die Halsmuskulatur des Tiers, das aufschrie und losrannte. Jetzt war Zeit für mich zu gehen und ich stiess mich ab, kletterte wieder hoch hinauf und achtete darauf, keine kleinen Vögel in der Nähe zu haben, die mich ausser Gefecht setzten.

Unter mir rannte die Herde als Gesamtes weiter und mein Jungtier verlor mit jeder Sekunde Blut, das es schwächte und am Ende hatte ich dann leichtes Spiel. Ich leckte erst jetzt mir über die Lippen und schmeckte es - Blut. Ich schnurrte kurz und verfolgte dann meterhoch in den Wipfeln der Bäume die Herde, die auf den Fluss und die dort wohl befindlichen Wiesen zurannte. Immer wieder sprang ich weiter runter, um die Fährte des verletzten Jungtieres nicht zu verlieren, achtete aber auch nicht mehr auf den Wind, denn sie wußten entweder, daß ich da war oder waren einfach nur noch vom Fluchtinstinkt getrieben, davon zu laufen von dem bösen Räuber. der in diesem Fall ich war. Flink wechselte ich, als die Bäume es zuließen, die Seite und rannte auf der linken Seite des Wegs mit der Herde mit, die sich leicht verlangsamte. Ich ließ ein Knurren, Brüllen und Schreien los, als ich abermals die Wegseite fliegend über der Herde wechselte, die wie gewünscht beschleunigte.

Als die Wiese begann, an deren Ende der Fluß war, blieb ich in einem der Bäume in den Wipfeln stehen und atmete schwer, beobachtete die Herde, die sich brüllend aufteilte und links abbog, weg vom Fluß. Das Jungtier stolperte, war von der Flucht geschwächt und fiel hin, andere rannten weiter und trampelten es zu Tode. Jetzt konnte ich es zwar nicht mehr töten, aber ich hatte den Anfang gemacht, daß galt für mich genauso wie wenn ich ihm die Kehle durchgebissen hätte. Die Herde rannte weiter, das Jungtier ließen sie zurück und ich kletterte hinunter und lief zu dem Tier, das mit einem Hinterhuf noch zuckte. Es blökte leise und ich rannte schneller, kniete mich neben das Tier und legte eine Pfote auf die Stirn. So wie die Jäger es taten, tat ich es auch, dankte ihm und biß ihm, in Ermangelung eines Jägermessers, die Kehle durch. Das Tier war tot, ich brach ihm noch das Genick, um sicher zu gehen, ehe ich mich auf das Tier legte und begann, das Fell mit meinen Zähnen wegzureissen. Fetzen für Fetzen häutete ich es, bis eine größere Stelle ohne Fell war, in die ich meine Zähne hineinschlug und Brocken von warmen, blutenden Fleischs herausriss und genüsslich darauf herumkaute, ehe ich es schluckte. Ich war glücklich, schnurrte und lauschte aber immer noch, um nicht einheimische Jäger zu verpassen, die das gleiche dann mit mir machten. Und wem würde die Föderation dann wohl die Schuld geben? Asuka und das mußte nicht sein. Immerhin war ich ohne Eskorte auf diesen Planeten gekommen und der Klingone, der weit weg war und mich auch so nicht erreichen konnte, war wohl kein ausreichender Ersatz. Ich schmatzte, trieb meine Pfote weiter hinein und riß den Brustkorb auf, ließ es mir schmecken und dachte zurück an die Jagd, an das Gefühl, dem jungen Tier, daß jetzt tot vor mir lag, die Krallen ins Fleisch zu treiben, ihnen bei der Flucht zuzusehen und letztendlich dem Tier das Leben zu nehmen, ihm seine Qualen zu nehmen. Glücklich peitschte mein Schwanz hin und her und ich fühlte mich so, als könnte nichts dieses Glück stören, mich niemand davon wegholen, als mich plötzlich der Materiestrahl erfasste und ich weggebeamt wurde. Glücklicherweise hatte ich gerade ein größeres Stück Fleisch im Maul, als ich gebeamt wurde.

=/\= USS Hyperion - Transporterraum

Der Materiestrahl gab mich frei und ich sah Asuka, Thomas, K'Rall und etwas abseits stehend Raakar, den Transporterchief und noch zwei Leute aus der Sicherheit, die mich alle ansahen, als wäre ich von einem anderen Stern. Was ich ja und sie auch waren. Wut stieg in mir hoch, ich schrie, fauchte, knurrte, stellte mein Fell auf. Was fiel ihnen eigentlich ein, mich aus meiner Nahrungssuche zu holen? Was fiel ihnen ein, mich mitten aus der Jagd zu holen? Sie wußten nicht, was ich da unten tat und holten mich einfach raus. Was wenn da unten jetzt wer war und auf mich wartete und ich würde ihn da sterben lassen, weil ich nicht da wäre zum verteidigen. Sie hätten mich nicht einfach hochholen sollen, sondern sich zu mir runterbeamen oder mit einem Shuttle runtergehen und schauen, was ich tue, wo ich bin und dann mit mir reden, um mir zu sagen, was los war. Sie machten den Mund auf und sprachen, aber ich verstand nur Brocken. K'Rall trat zu mir, gab mir meine Kommunikator und ging einen Schritt zurück. "Willkommen an Bord, Sir, sie haben da was im Maul" sagte Thomas, während Asuka das Weite suchte und auch Raakar verließ den Transporterraum. Jetzt erst fiel mir auf, daß ich ja noch das Fleisch im Maul hatte. Ich biss ab, schluckte und hielt den Rest des bluttropfenden Fleisches K'Rall hin, der sich damit auf die Transporterfläche stellte und sich auf sein Schiff beamen ließ. "Captain, hatten sie eine Auseinandersetzung?" fragte Thomas mich und musterte mich besorgt. "Nein, ich war auf einer Jagd und erfolgreich, wie sie gesehen haben, Commander, bis sie mich hochgebeamt haben" antwortete ich ihm mit einem bissigen Unterton. Ich leckte mir über die Lippen und mir wurde jetzt erst klar, daß ich mit blutverschmiertem Fell vor meinen Leuten stand. "Jetzt werde ich mich mal aufs Quartier begeben und sie erklären mir am Weg dorthin, warum sie mich aufs Schiff geholt haben und mitten aus meiner Jagd" sagte ich und ging hinaus. Raakar stand noch immer da und sah mich mit Abscheu an. Für ihn war ich wohl ein Monster, ein Untier aus seinen schlimmsten Alpträumen, das sich in meiner Person manifestiert hatten. Er drehte sich um und ging wortlos in die entgegengesetzte Richtung.

"Captain, Admiral Yoshida hat uns beauftragt, eine nahegelegene klingonische Kolonie anzufliegen, die um Hilfe gerufen hat. Wir sind das nächstgelegene Föderationsraumschiff und haben damit die Ehre, dorthin zu fliegen" sagte er, während wir zum Turbolift gingen, den wir betraten, sobald die nächste Kabine stehenblieb. "Desweiteren brauchen wir" sagte Bentin "noch einen neuen Chefmediziner und einen neuen Sicherheitschef." Sein Blick blieb an mir haften, wohl an einem der blutigen Fellstellen oder irgendwas anderem. "Ich weiß, Commander und ich habe auch schon meine Vorstellungen. Haben wir einen Abflugstermin?" fragte ich ihn und sehnte mich eigentlich mehr nach dem Planeten und dem Fluß als der Schalldusche in meinem Quartier. "So bald wie möglich, war der Wortlaut des Admirals" antwortete er und wir verließen die Turboliftkabine. Ich nickte und antwortete ihm: "Gut, dann werden wir uns in einer Stunde treffen, sie Commander und Commander Saitou." Dann blieben wir vor meinem Quartier stehen und ich trat hinein, drehte mich um und sah ihn an. "Und bis dahin versuchen sie mit ihrer Frau zu reden" sagte ich, trat einen Schritt zurück und sah, wie er nickte, als sich die Türen schlossen. Dann steuerte ich direkt zur Schalldusche, legte vorher noch meinen Kommunikator ab und seufzte, als das fast unhörbare Surren der Schalldusche begann.

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