Brit_R04.L06_Erie’Riov tr'Aimne_GC_12089.1887

CO: Thorn P'Thall - XO: Ghjea Lii

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

Brit_R04.L06_Erie’Riov tr'Aimne_GC_12089.1887

Beitragvon RubensWolf » So 12. Dez 2010, 17:51

Wörter: 1146

Beteiligte Personen: PO Thomas Miller (NPC)



== Deep Space 5, in der Nähe der wissenschaftlichen Labors==

Die Mühseligkeit dieser Operation nagte immer mehr an mir. Ich konnte es fühlen, bemerkte, wie sie sich anschlich, versuchte, sich im hintersten Teil meines Geistes einzuschleichen. Es dauerte alles schon zu lange. Die Zeit verging, entschwand uns mit fliegenden Schritten. Aber dennoch, wir waren nicht an unser Ziel herangekommen. Es war frustrierend. Ein Gefühl, dass ich nur selten empfand. Es war mir beinahe so fremd, wie vulkanische Logik. Wie dieser selbstgebaute Käfig wirkte es, als die Frustration mich beinahe schon zur Hektik drängte. Ich biss die Zähne zusammen, schluckte die Wut hinunter. Ich konnte sie nicht die Oberhand gewinnen lassen. Ich wollte es nicht. Es war kaum etwas mehr reibungslos, jede kleine Tätigkeit dieser Operation hatte inzwischen die Selbstverständlichkeit eingebüßt, die uns unsere technologischen Vorteile versprachen. Zeitweise verschaffte sie uns einen Vorsprung, doch hatte ich es gesehen, vor wenigen Stunden erst, wie weit sie uns bringen konnte. Wie weit sie uns hinunterziehen konnte. Wie Treibsand zog sie zusehends an mir, versuchte mich zu Fall zu bringen.
Entweder ich konnte bereits spüren, wie das Gewicht auf meinen Schultern zunahm, oder irgendetwas anderes stimmte nicht. Es war nicht offensichtlich, aber das Gefühl war da. Es schien… sich alles im Fluss zu befinden, zu gleiten. Mir zu entgleiten? Ich musste mir diese Frage stellen, ein Ausweichen war nicht mehr möglich. Wie ein Photon in einer verspiegelten Kammer prallte diese Frage an den Grenzen meines Verstands ab, wurde reflektiert, kam zurück. Kein Entkommen.



Ich stand mit dem Rücken zur Wand, gegenüber einer kleinen Einbuchtung der Stationskorridore. Ein Zugangsschott für die Wartungsschächte. Ich konnte mit den Zugangscodes des Wissenschaftlers kaum etwas anfangen. Er ermöglichte mir kaum den Zugriff auf irgendein System der Raumstation. Es war lediglich ein Gästezugang, nur Bewegungsfreiheit genug, um die Arbeit zu erledigen, die ihm zugeteilt wurde. Es schien fast, als wären die Sicherheitsmaßnahmen auf Deep Space Five höher, als auf der Britannia. Aber mit etwas Spitzfindigkeit, Geschick, und durch das Training des Tal’Shiar, konnte ich mir zumindest Leserechte in den unwichtigeren Bereichen beschaffen. Unwichtiges war überlagert von Unbedeutendem, ein Haufen Datenmüll musste in kurzer Zeit durchsucht werden. Vielleicht war es auch nur Zufall, doch ich konnte in dem Haufen trivialster Inhalte etwas finden, dass tatsächlich half. Der Dienstplan der Wartungsarbeiten an einem der Computerkerne war eine Gelegenheit, die man wohl besser nicht verpassen sollte.
Ich wartete auf den Techniker, der im Dienstplan ausgewiesen war. Er sollte ein paar Wartungsarbeiten durchführen. Ein Routinejob. Das garantierte wenig Interesse am Verlauf der Angelegenheit, solange das Ergebnis stimmte. Es schien sich dem Namen nach um einen menschlichen Unteroffizier zu handeln. Ein Petty Officer gegen einen Erie’Riov. Ich kontrollierte meinen Atem, und dennoch fühlte es sich wie ein tiefer, triumphaler Atemzug an, bereits bevor der Kampf begonnen hatte.



Und schon trat der Bauer auf den Plan. Selbst eine unwichtige Figur wie er hatte eine Daseinsberechtigung, allerdings erst, wenn er jemandem wie mir zu Nutze war. Selbstständig hatte er keinen Platz in der ersten Reihe, wenn es darum ging, einen Unterschied zu machen. Wie ein Versuchstier im Labor leistete er seine Dienstschichten ab, lebte doch nur für das Protokoll. Eine Fußnote der Geschichte hätte mit Hohn und Spott auf ihn herabgesehen. Seine Statur war durchschnittlich, sein Aussehen war durchschnittlich. Thomas Miller, Durchschnitt. Ekelhaft, dass ich mir seinen Namen eingeprägt hatte.
Zischend öffnete sich das Schott, gab den Zugang zu den Wartungsröhren der Station frei, nachdem der Techniker seinen Sicherheitscode eingab. Wie sollte es auch sonst anders laufen, als dass mein Werkzeug seinen Zweck erfüllte. Aber ihm stand auch nicht mehr Mitleid zu als den Werkzeugen, die er in seinem Koffer mit sich trug. Und nicht nur seiner, sondern auch seiner eigenen Geräte würde ich mich bedienen.



Klackend öffnete sich der Koffer, den der Mensch nahe einer der Hauptkonsolen abgestellt hatte. Er begann als erstes damit, eine Vertäfelung von der Wand zu nehmen, um an die dahinter liegende Technik zu gelangen. Ich nahm mir einen Moment Zeit, um die Architektur dieses Computerkerns auf mich wirken zu lassen. Ich musste mehr mir selbst ein-, als der Lloann´galae zugestehen, dass diese Umgebung eindrucksvolle Impressionen spendete. Gut und gerne 20 Schritt im Durchmesser maß dieses Bündel an Schaltkreisen, das sich über ein Dutzend Decks erstreckte, oder sogar mehr. Das kalte, bläuliche Licht der Umgebung war durchsetzt von einzelnen weißen Lichtern, die zwei Hände breit über den Gehwegen die Gänge beleuchteten. Überall an den Paneelen waren kleine Displays angebracht, die die Statusdaten der verschiedenen Teile wiedergaben. Wie ein großer Bienenstock wirkte dieses summende Technologie-Monument.
Ich sah wieder zu dem Techniker hin, der inzwischen an die Konsole getreten war. Ich nährte mich ihm, sah noch, wie er seine Zugangscodes eintippte. Ein abbildendes Gedächtnis zu implantieren war eine herausragende Idee des Tal’Shiar gewesen. Er bediente das Interface, rief die Wartungskommandos auf, und sah zu, wie nach und nach die Kommandosperren aufgehoben wurde. In einer anderen Realität hätte ich mich vielleicht sogar bei ihm bedankt, dass er mir nicht nur den Schlüssel gab, sondern sich noch die Mühe machte, mir über eine Trilliarde Türen zu öffnen.
Er spürte nicht einmal mehr, wie er hart auf dem Boden aufschlug. Skeptisch musterte ich die Phiole, die ich zuvor aus der Krankenstation entwendet hatte. Ein schlichtes Etiquette spiegelte nur einen mehrfach gegliederten Code wieder, und eine kurze Bezeichnung des Inhalts als Einheit K38-2-2-8-9. Ich schnaufte leise, vergewisserte mich der vollkommenen Bewusstlosigkeit des Unteroffiziers, und widmete mich wieder meiner eigentlichen Aufgabe. Ich betrachtete mit Zufriedenheit die sich ständig veränderten Codezeilen auf dem Display, die den direkten Output des Prozessorsystems visualisierten.

Ich fasste an die hinterste meiner Gürteltaschen, und betrachtete das ungewöhnlichste, und seltenste Gerätschaft, die mir vom Dienst zur Verfügung gestellt wurde. Das HA’AE Aihn. Ich legte aus vorsichtig auf den Terminal, betätigte drei der neun kleinen Bedienelemente an seiner Oberseite, und schloss mich an. Jedes mal war es unangenehm, wenn die archaische, aber nötige Leiterverbindung zu meiner Schädelbuchse hergestellt wurde. Zahnschmerz war eine regelmäßige Begleitung der ersten Sekunden, und ich hasste jede einzelne davon. Doch kurz danach war es vorüber. Reduziert auf die bloße Wahrnehmung von Fakten, Impulsen, Daten. Es war zum Input geworden. Zeit, den I/O-Prozess zu starten.





BEFEHLSZEILE EINGEBEN
// LADE I/O PROTOKOLL
:
:
:
GELADEN

// ZUGRIFF GR.M DATENSPEICHER
:
GELADEN
// LADE COMP DATENSPEICHER
:
GELADEN
// KOMPILIERUNG GR.M DATENSPEICHER
PARAMETER EINGEBEN
// &MAX &ECC
:
:
:
KOMPILIERUNG BEENDET
// TRANSFER GR.M DATENSPEICHER
ZIEL EINGEBEN
// CRYPT.M
:
:
GELADEN
// TRANSFER CRYPT.M
ZIEL EINGEBEN
// I/O
:
:
:
:
:
GELADEN
// LADE CRYPT.M
PARAMETER EINGEBEN
// &MAX &ECC
:
:
:
:
:
GELADEN
OUTPUT BEREIT == S00
// LADE I/O.M
PARAMETER EINGEBEN
// ENT.M08
PARAMETER EINGEBEN
// S00
:
:
:
GELADEN
// EINBINDUNG IN PARTNER I/O
:
:
:
GELADEN
// LADE I/O.M
PARAMETER EINGEBEN
// ENT.M17
:
:
GELADEN




Ich löste mit verzerrtem Gesicht die Verbindung zum Stationscomputer und steckte die dazugehörigen Komponenten weg. So wie der Beginn des Prozesses stets mit Zahnschmerzen verbunden war, hatte ich danach bei jedem Training, jeder Gelegenheit, großes ziehen in der Unterleibsgegen spüren müssen. Hätte ich es nicht besser gewusst, wäre ich von einer Sabotage ausgegangen. Aber keine Frau, die ich jemals traf, hätte sich in solch einer Art und Weise mit mir messen können. Und überlebt. Ich sah kurz zu dem Techniker hin, der sich immer noch regungslos dort befand, wo sein Körper auf den Boden gefallen war. Einheit K38-2-2-8-9, sehr interessant. Ich ging, so gut es meine Beeinträchtigungen zuließen, meines Weges. Und ich hoffte darauf, dass die Unbehaglichkeit in der Leistengegend mit den nächsten Schritten, die mich von hier wegbrachten, verging. Alles nur für den Tal’Shiar.
PO3 Rubens Wolf TempCSO USS Phoenix
Zeitreisender und Aushilfssoldat im Urlaub

"Vi veri universum vivus vici."
RubensWolf
 
Beiträge: 73
Registriert: Di 22. Jun 2010, 19:27
Wohnort: AT

Zurück zu USS BRITANNIA

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 3 Gäste