Brit – Log o9 – Ens. Cholain Amh – CXO – SD:12091.1870

CO: Thorn P'Thall - XO: Ghjea Lii

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

Brit – Log o9 – Ens. Cholain Amh – CXO – SD:12091.1870

Beitragvon Yu'She » Di 14. Dez 2010, 17:42

Brit – Log o9 – Ens. Cholain Amh – CXO – SD:12091.1870

Personen: Elis Karen, Cassanna Deeuard (erw.), Thorn P’Thall (erw.), Melivin Penvera (erw.)

Worte: 1.140


~ Quarantäne ~

„Mo-momoooooment, bitte.“, ich vergrub beide Hände im Haaransatz, trat ein paar Schritte vom Kraftfeld weg, einen Halbkreis beschreibend. So ganz wollten mir diese „guten“ Neuigkeiten nicht in den Kopf.
„Also, mir wurde ein Medikament gespritzt, das mich redselig gemacht hat?“, Karen nickte ungeduldig.
„Wenn Sie es so ausdrücken wollen.“, ich sah sie stirnrunzelnd an.
„Entspricht das nicht ‚neuronale Stimulanz des Gesprächszentrums‘?“, beinahe meinte ich sie verdrehe die Augen, doch entweder wurde ich in diesem Käfig wirklich verrückt oder sie konnte es eben noch unterdrücken.
„Nicht ganz, aber im wesentlichen. Zusätzlich werden optische Halluzinationen ausgelöst, die Erinnerung gelöscht – Ihnen das in voller Komplexität zu erläutern würde Stunden dauern.“, ich schmunzelte ob dieser subtilen Beleidigung, die ihr bei jedem anderen, der sie erkannt hätte, mindestens einen Tadel eingebracht hätte.
„Ein Traumserum also.“, erneut verzog sich ihre Mine um Weniges, dann zuckte sie mit den Schultern.
„Wenn Ihnen diese Bezeichnung besser gefällt.“
„Aber es wirkt nicht mehr?“
„Wenn Sie keine fliegenden Wandschränke sehen ist davon auszugehen.“
„Ich sehe geluftschleuste Crewman der Medizin.“
„Vorahnungen könnten Nebenwirkungen sein.“
„Und jetzt wollen Sie mir einen Betazoiden in den Kopf setzen, um herauszufinden, was ich alles ausgeplaudert habe?“, bei dem Gedanken daran, dass es irgendjemandem gelungen war so nah an mich ran zu kommen, dass er mir etwas injizieren konnte und anschließend selenruhig zugehört hat, was ich interessantes zu berichten hatte, wurde mir schlecht vor Zorn. Ging es noch ein bisschen peinlicher, als direkt in der ersten Mission auf einem neuen Schiff, mit einem offensichtlich skeptisch eingestellten Captain und einer ebenso verhaltenen Crew?! Wenn ich diesen Kerl in die Finger bekäme würde noch seine Mutter bereuen, dass er jemals geboren wurde.

„Mehr oder weniger.“, diesmal verzog ich ungeduldig das Gesicht.
„Könnten Sie zur Abwechslung mal einfach ‚Ja‘ sagen?“
„Sicher.“, der Drang ihr eine runterzuhauen stieg.
„Wie genau soll das aussehen?“
„In einer Sitzung werden Sie in einen tranceähnlichen Zustand versetzt, der es leichter macht ihr Unterbewusstsein zu lesen.“
„Reizend.“, wieder ging ich einige Schritte durch meine Quarantänezelle. „Der Betreffende unterliegt der Schweigepflicht, nehme ich an?“
„Selbstverständlich. Er wird Ihnen mitteilen, wovon er Kenntnis erlangte und Sie entscheiden, was Sie uns berichten.“, Karens Blick folgte mir, ich spürte es im Rücken. „Sie wirken beunruhigt. Seien Sie unbesorgt, die Prozedur ist ziemlich sicher.“, ich drehte mich abrupt um.
„Ziemlich?“
„Zu dieser Art der Gedächtniswiederherstellung sind kaum Daten in der medizinischen Datenbank-“, „Das ganze ist experimentell?!“, „Mehr…oder weniger….“, ich sah sie streng an. „Ja.“
„Mal davon abgesehen, dass ich mit mir allein in meinem Kopf schon mehr als genug zu tun habe, diese Angelegenheit eher Pioniersarbeit als einer Behandlung entspricht und der Erfolg entsprechend zweifelhaft ist … bin ich aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen nicht scharf darauf, dass schon wieder jemand mit meinem Verstand rumspielt.“, nicht zu erwähnen, dass sich darin ein paar Dinge befanden, die ich gut verpackt und weggeschlossen hatte, einige Dinge, die besser ungerührt blieben und einige, die ich niemand anderem zumuten wollte.
„Es ist selbstverständlich, dass das Crewmitglied betazoidischer Herkunft bestens geschult und instruiert wurde. Dass Sie zu Schaden kommen, ist höchst unwahrscheinlich.“
„Um mich mache ich mir keine Sorgen.“, Karen sah mich zweifelnd an, schien es aber zu bevorzugen sich ihren Kommentar zu sparen. Vorerst. Die Situation im Kopf hin- und herrollend schritt ich wieder auf den wenigen Quadratmetern auf und ab. Es gefiel mir nicht. Absolut nicht. Die zusätzlichen Wachen, die vor ein paar Stunden hier postiert worden waren, sowie die Einschränkung meiner Zugriffe im System ließen mich meine Schlüsse ziehen. War es paranoid anzunehmen, dass Thalin fähig wäre diese ganze missliche Lage auszunutzen um mich – was durchaus machbar wäre – zu diskreditieren? Viel fehlte ja nicht. Was, wenn er wusste, dass ich mit den Sabotageakten nichts zu tun hatte und dennoch versuchte auf diesem Weg an meinem Stuhl zu sägen? Die Qualifikation meinen Job an Bord zu übernehmen hatte er zweifellos, die Persönlichkeit dagegen ganz und gar nicht. Doch mochte es nicht zusammen passen. Nicht ganz.

„Sie haben die Ursache für die Symptome der Crew gefunden?“, Karen schien in Gedanken gewesen zu sein und fuhr nun auf.
„Äh, ja. Ja, es waren die Trägheitsdämpfer. Sie arbeiteten asynchron, der Fehler wurde bereits behoben.“, ich sah sie erstaunt und schadenfroh an.
„Die Trägheitsdämpfer?“, sie nickte, sah mich weiterhin irritiert an. Das würde ich Melivin noch ewig unter die Nase reiben. Ein ganzes Schiff generalzuüberholen und dabei die Trägheitsdämpfer zu übersehen war beinahe so schändlich wie…eine unter Drogen gesetzte Sicherheitschefin.
„Es passt mir nicht.“
„Davon bin ich auch nicht ausgegangen.“
„Reißen Sie sich zusammen, sonst gehen sie bald ganz woanders hin, Missy.“, langsam wurde ich zickig und diese Karenperson klebte sich mit Begeisterung Zielscheiben auf den Hintern. Doch leider stand das Wohl des Schiffes, welches direkt mit den Informationen aus meinem Kopf verbunden war, über meinem Unbehagen. Missfallen durfte es mir ja, nur daran hindern zu tun was nötig war, durfte es nicht.
„Und wann soll der ganze Zirkus stattfinden?“
„So bald wie möglich.“, plötzlich wirkte Karen nervös. Aus zusammengekniffenen Augen musterte ich sie.
„Sie sind besorgt, Crewman. Warum?“, sie druckste etwas.
„Nun … die Wahrscheinlichkeit … also, es wäre logisch-“, „-wenn der Saboteur versuchen würde zu verhindern, dass Ihr süßer kleiner Plan gelingt und ich ihn enttarnen kann?“, sie sah mich mitleidig an und nickte.
„Wenn das die einzige Befürchtung ist, die Sie quält lassen Sie es bleiben.“
„Das klingt als fürchteten Sie, dass es noch andere Gefahren geben könnte.“, wieder belächelte ich sie.
„Sie kennen meine Akte. Nicht jeder hier an Bord ist so tolerant wie der Captain, Missy.“
„Denken Sie nicht, dass das etwas paranoid ist?“
„Bestimmt. Aber das bedeutet doch nicht, dass es nicht wahr ist, oder?“, ich grinste, sah sie mit verschränkten Armen an. „Wie lange, bis wir Amhs Kopfkino eröffnen?“, sie konsultierte ihr PADD.
„Sobald alle Vorbereitungen getroffen sind, also in etwa heute Abend.“
„In etwa?“
„Wir haben noch Schwierigkeiten die richtige Medikamentierung zu finden, die Ihr Unterbewusstsein nicht unzugänglicher macht und erwägen noch andere Möglichkeiten.“
„Zum Beispiel?“, das wurde immer besser, warum zogen sie mir nicht gleich eine mit einem Baseballschläger über? Ich wüsste da einen Freiwilligen. Mehrere.
„Commander Deeuard hat vorgeschlagen Sie zu hypnotisieren.“, ich zog eine Augenbraue hoch.
„Dann wäre ja noch jemand anwesend.“
„Es muss jemand da sein, der Ihre Vitalfunktionen überwacht.“, überlegend schob ich den Mund hin und her.
„Dann wünsche ich, dass Sie das sind.“, nun war Karen endgültig verwirrt. Mit ein wenig Glück würde sie es auf die Spitze treiben und meine Geheimnisse würden mit ihr ins kalte All verschwinden. Ich zog eine Schulter hoch. „Sie sind mir sympathisch.“, glatte Lüge, offensichtlich genug, als dass sie nicht nachfragen würde.
„Wie Sie wünschen. Ich werde Commander Deeuard darüber informieren.“, sie klang ein wenig gequält. Anscheinend erwartete sie, dass die Chefmedizinerin diesen „Wunsch“ nicht ohne weiteres genehmigen würde. War nur indirekt mein Problem.
„Dann bis später.“, sie verabschiedete sich und ich sah ihr noch nach, überlegte. Sinnlos.

Schlafen. Tutgut.
Ich glaube an gar nichts, außer an Wunder - oh, und an die wahre Liebe natürlich.
(Postkarte)
Das habe ich mir gerade ausgedacht, mit Lügen hat das nichts zu tun.
(StudiVz)
Pure Vernunft darf niemals siegen!
(Tocotronic)

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