Brit-12/10-Cr Karen/Ens Amh-Med/CXO-12091.2363

CO: Thorn P'Thall - XO: Ghjea Lii

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

Brit-12/10-Cr Karen/Ens Amh-Med/CXO-12091.2363

Beitragvon Yu'She » Di 14. Dez 2010, 22:45

Brit-12-Cr Elis/Ens Amh-Med/CXO-12091.2363

Personen: -
NSC: Lt Sharin

Worte:
Karen: 1.649
Cholain: 1.312


~ Britannia ~

„Sie sind mir sympathisch“, äffte ich ekelhaft Ensign Amhs Stimme nach. „Klar, wer’s glaubt.“
Ich saß in meinem Quartier, das zum Glück fürs erste leer war, und bereitete ich mich mental auf meine nächste Aufgabe vor. Was ich auch bitter nötig hatte.
So unausgeglichen war ich bisher erst selten gewesen.
Langsam aber stetig ging es mit meiner Stimmung bergab. Ich war ja sonst ein recht umgänglicher Mensch, auch wenn ich nicht viel von Autorität und diesem Militärgehabe der Sternenflotte hielt, aber langsam ging es zu weit. Meine Zeit auf der Britannia war von Anfang an eine einzige Katastrophe und jedes Crewmitglied, ja sogar jedes System schien allein darauf aus mich zu ärgern.
Ja, ich war im Stress. Erst diese blöde Problematik mit den Trägheitsdämpfern, auf die wir viel früher hätten kommen müssen und jetzt diese blöde Ensign. Es hatte ewig gedauert Deeuard davon zu überzeugen, dass Amh mich verlangt hatte und ich hatte mehrfach zwischen den beiden Frauen hin und her rennen müssen.
Verdammt noch mal, gab es außer mir keine anderen Ärzte mehr auf diesem Schiff? Warum konnte man sich auf der Chefetage nicht einfach mal entscheiden ob ich über- oder unterqualifiziert war für meine Aufgaben. Mal ignorierte man meine Vorschläge völlig, und dann entschied man sich plötzlich mir andere wichtige Sachen quasi allein zu überlassen. Es ging mir ja nichtmal um eine Beförderung.
„AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARGH!“
Da war’s passiert.
Mit einem lauten Kriegsschrei hatte ich mir mein Rangplättchen vom Kragen gerissen und es an die Wand geworfen. Dieser ganze Rang-und-Namen-Scheiß ging mir auf den Zeiger. Ich würde das nicht mehr lange aushalten.
Die Sternenflotte war doch mal eine Gruppierung gewesen die nur im schlimmsten Fall ein Militär war. Heute hatte ich aber Angst, bei jedem kleinen Fehler vor einem Kriegstribunal zu landen.
„Es ist Acht Uhr, sie haben den Computer programmiert sie zu wecken.“
Was? Warum sollte ich sowas …
Achja, Ensign Amh.
Ich stampfte den halben Weg zum Behandlungsraum laut auf und merkte gar nicht wie mein rauchender Zorn der kühlen Resignation wich. Erst als ich endlich an meinem Bestimmungsort war merkte ich, dass mein Rangplättchen immer noch irgendwo in meinem Quartier lag.
Holen würde ich es garantiert nicht mehr, also zog ich aus einer Laune heraus auch meine Jacke, meine Weste und mein Hemd aus und warf alles in den Vorbereitungsraum um nur noch das graue T-Shirt anzuhaben . Sogar die Slipper tauschte ich gegen bequemeres Schuhwerk für Chirurgen aus. Nicht wie eine Zwiebel angezogen zu sein, will meinen mit circa tausend Schichten, war unglaublich befreiend. Den Kommunikator behielt ich. Schließlich, war dieser Teil meiner Uniform doch tatsächlich praktikabel und wichtig.
Ich war gerade fertig die Geräte die ich Amh an den Schädel heften würde um ihr Notfalls andere Dosen der Medis zu verpassen fertig zu kalibrieren, als besagte Terranerin schon mitsamt der gebrieften Betazoidin eintrat. Die Sicherheitsmänner blieben wie verlang vor der Tür stehen.
Der Rest meiner geistigen Ausgeglichenheit ging spätestens jetzt flöten. Ich würde niemanden anbrüllen, aber die sollten keinesfalls die freundliche, nette Chargin erwarten.



-



„Sie sind mit dieser Behandlung nicht einverstanden.“, dass diese Leutchens immer nur feststellten, statt zu fragen. Nachvollziehbar und dennoch um nichts weniger nervig.
„Doch, sonst würden wir sie nicht durchführen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob sie das durchhalten.“, es gab keinen Grund unaufrichtig zu sein, sie wusste es ja eh.
„Vertrauen Sie mir-“, „Da fangen die Probleme ja schon an.“, unterbrach ich sie und sie quittierte es mit einem höflichen Lächeln. Igitt.
„Nichts menschliches ist mir fremd.“, bei diesen Worten sah ich sie mit großen Augen an. Das von einem Nichtmenschen zu hören war irritierend. „Was glauben Sie, wird mich überfordern?“, die kleine, zierliche, blonde Frau wirkte so arrogant, dass ich sie am liebsten vollkotzen würde. Perfekte Frisur, perfekte Figur, perfekte Haltung – ekelhaft.
„Sie wollen in meinem Kopf rumpfuschen, ich habe jedes Recht Sie nicht zu mögen.“, es war ihr Vorschlag gewesen auf die Ränge zu verzichten. Als Lieutenant einer anderen Abteilung war ich zwar weisungsbefugt, doch das brachte mir augenblicklich rein gar nichts.
„Sie werden kaumm etwas davon bemerken.“
„Machen Sie mich nicht dafür verantwortlich, wenn Sie beim Counselor landen.“
„Das wird nicht passieren.“, ihre ausgeglichene, ruhige, beruhigende, säuselnde Stimme machte ich wahnsinnig. Eindeutig, die Frau war mir unsympathisch.

Und direkt bei diesem Gedanken, betraten wir den schlichten Raum, trennten uns von den Wachen und Karens Anblick ließ mich die Augenbraue hochziehen.
„Sind Sie jetzt unter die Zivilisten gegangen?“, fragte ich sie herausfordernd.


-


Ich schaute auf meine Armbanduhr.
„Sieben Sekunden“, meinte ich nüchtern.
„Was ist damit?“
„Es hat sieben Sekunden gedauert bis sie mir die ersten beleidigenden Worte vor den Latz geknallt haben. Für ein normales <<guten Morgen>>, braucht es mindestens elf.“
Ich hantierte noch kurz an den Geräten herum, mir war aufgefallen, dass eine Kalibrierung zwar in Ordnung war, aber ein bisschen feiner sein konnte. Dann setzte ich nach.
„Leider denke ich, dass sie keinen hatten. Also einen guten Morgen. Kein Wunder bei der Gesellschaft.“
Die eingetretene blonde Betazoide wirkte für eine Sekunde lang beleidigt.
„Keine Sorge, ich meinte nicht sie“, versicherte ich der Frau. „Ensign Amh war nur den größten Teil des Morgens über mit sich allein und diese Gesellschaft kann ich niemandem empfehlen, nicht mal ihr.“
Dann wandte ich mich wieder an die Dame in Gelb.
„Zu ihrer Information: Ersten überlege ich grade wieder in den zivilen Sektor zu wechseln, wo man sich wohl bei mir bedankt hätte, dass ich im Gegensatz zu den anderen die sie nur als Sicherheitsrisiko abgestempelt haben, ihr Problem gefunden habe, und Zweitens ist im Bereich der Medizin im Gegensatz zu ihren Metier eher untypisch mehrlagige Uniformen als Arbeitskleidung zu tragen. Und da ich die Frau bin, die Aufgrund ihre vollkommen sinnlosen Forderung die Chemikalien in ihren Kopf pumpen wird, kann ihnen das ganz sicher nur recht sein.“
Ich wollte mich gerade wieder den Instrumenten zuwenden als ich mich entschied noch eins nachzusetzen.
„Achja: Guten Morgen!“
Mit einer Handbewegung wies ich sie auf das bereitstehende Biobett hin und ignorierte sie erstmal wieder.
„Wie gehen wir jetzt genau vor“, wollte die Blondine plötzlich wissen. Stimmt ja, die war ja auch hier.
Ich schloss die Augen, stemmte meinen linken Ellenbogen auf den Tisch vor mir und kniff mir mit Daumen und Zeigefinger der dazugehörigen Hand in den Nasenrücken. Sie war doch gebrieft worden.
„Eigentlich wie wir es besprochen haben: Ich erhöhe langsam die Medikamentendosis während sie das ganze mit der Lightshow … Verzeihung, der optischen Reizunterstützung zum einfacheren Eingang in kaputte Erinnerungen und niedrige Bewusstseinsfunktionen, untermalen.“
Das ganze hatte den netten Nebeneffekt, dass Amh erstmal ausgeblasen wurde wie eine Kerze und auch in etwa soviel von sich gab.
„Und sie überwachen die Hirnfunktionen?“
„Nein, natürlich nicht, ich werde an meinem Computer Solitär spielen. Was denken sie denn? Natürlich werde ich die Hirnströme überwachen. Und wenn Amhs kortikale Stresslevel sich auch nur Ansatzweise an die De’Brown-Linie annähern brechen wir den momentanen Versuch ab“, erwiderte ich gereizt.
Lustige Geschichte mit dem Solitär im Übrigen. Anscheinend gab es terranische Sternenflotteninformatiker die es geschafft hatten das Kartenspiel von ihrer Heimat auf sämtliche Sternenflottencomputerkerne zu spielen. Die Admirälität versuchte seit Jahren das Spiel zu löschen, aber es wurde immer wieder in Programmordnern versteckt.
Ein hoffentlich letztes Mal wandte ich mich an Amh.
„Die Lieutenant wird im Übrigen versuchen die ganze Zeit mit mir mehr oder minder intelligenten verbalen Kontakt halten. Also kann sie ebenfalls einen Versuch abbrechen. Zu einer Kaffepause wird’s aber nicht kommen. Wir brauchen jedes Mal gut zwei Stunden um die Medis sanft aus ihrem Kopf zu holen. Und wir werden die Prozedur wiederholen bis wir haben was wir wollen oder sie eben nicht mehr wollen. Es kann auch passieren, dass ihre Stresslevel zu hoch werden. Dafür können wir dann hübsche Mentale Übungen machen. Zauberwürfel lösen zum Beispiele oder Kinderlieder singen.“
War ich hier etwas gehässig.
Nein.
Ich war total gehässig.
„Die Doktorin scherzt natürlich.“
Eye, sag mir nicht was ich tue und was ich nicht tue Schwester.
„Das mit dem Würfel machen wir seit Jahren nicht mehr, das regt die meisten Patienten nur auf. Wir haben jetzt Aromatherapien.“




-



Das erfreute Lächeln auf meinen Zügen wich keinen Augenblick. Was auch immer die beiden gerade gesagt hatten, hatte ich nicht mitbekommen. Viel zu fasziniert und gleichzeitig dankbar war ich Karen für ihren Auftritt. Schwungvoll packte ich sie am Kragen, was die Blondine zu einem kleinen Schrei verleitete, machte noch einen Satz und knallte Elis an die Wand hinter ihr.

„So, Schätzchen und jetzt hören Sie mir mal ganz genau zu.“, noch immer grinsend, sie ein Stück über dem Boden gegen die Wand stemmend bohrte ich meinen Blick in ihren, nur um sicher zu gehen, dass ich ihre Aufmerksamkeit hatte.
„Sobald ich Sie absetze werden Sie sich am Riemen reißen, sonst können Sie beim nächsten Außeneinsatz ihren hübschen kleinen Arsch darauf verwetten, dass meine Abteilung Sie in keiner Weise belästigen wird – Feindkontakt hin, Feindkontakt her. Das werden Sie Lieutenant Sharin und mir zeigen, in dem Sie sich für Ihr unangemessenes Verhalten zwei Offizieren gegenüber entschuldigt haben.“, erneut prüfte ich, ob sie mir noch zuhörte. Da ich meinte sie Luft holen zu spüren, presste ich sie etwas stärker gegen die Wand, was sie erschrocken keuchen ließ, ehe ich fortfuhr. „Anschließend gehen Sie in Ihr Quartier und legen Ihre Uniform an. Makellos, sonst wird sich das hier in wenigen Minuten wiederholen. Und zum Schluss, Crewman, kehren Sie hier her zurück und machen verdammt noch mal Ihren beschissenen Job, wie jeder andere auf diesem gottverfluchten Schiff auch!“, mit einer hochgezogenen Augenbraue hielt ich ihre Augen fest, neigte den Kopf etwas um ihr Geflüster hören zu können.

Ich ließ sie wieder auf ihre eigenen Füße kommen und mir die Anstrengung nicht anmerken, die meinen Puls gehörig in die Höhe schießen ließ. Ohne sie noch mal anzusehen setzte ich mich auf das Biobett und entknitterte meine Uniform.
„Vorerst werde ich Sie nicht melden, denn, wie ich schon sagte, Sie sind mir sympathisch.“, ich lächelte Blondi fröhlich an, hatte mir dieses kleine Intermezzo doch die Aggressionen und den Frust der letzten Tage etwas erleichtert. Ihr Gesichtsausdruck ließ mich breiter grinsen.

„Was? Das haben Sie nicht kommen sehen?“



-



Ich versuchte tief einzuatmen um wieder einen klaren Kopf zu kriegen, aber ich konnte nicht. Alles was ich in letzter Zeit an Rückschlägen und Demütigungen einzustecken hatte kam wieder hoch. Sie hatte mir körperlich weh getan. Schmerz war mir keineswegs fremd, hatte ich doch ein recht gefährliches Hobby, und aus dem gleichen Grund war ich wohl wesentlich robuster als die meisten Doktoren auf diesem Schiff, aber damit hatte sie ein mir unbekanntes Tabu gebrochen. Ich sah rot.
„Fassen sie mich nie wieder an.“, zischte ich.
„Wie können sie es wagen mit mir so umzuspringen, als hätten sie ein niederes Wesen vor sich, nur weil ich nicht in ihre kleine abstrakte Traumwelt passe, in der ich Respekt vor einer kleinen runden Messingplatte haben muss.“
Ich konnte mir gar nicht erklären was ich da sagte, es sprudelte so aus mir heraus. Es war geradezu als würde ich mir selbst beim Reden zuschauen. Zwar mit ein wenig Zustimmung, aber doch eher morbider Faszination, dass jemand so ausflippen konnte.
„Sie waren diejenige, die mich hier haben wollte weil sie anscheinend sonst niemanden haben dem sie vertrauen können. Sie hätten ja nicht mal eine Chance hierfür ohne mich, sondern wären weiterhin in einer Zelle. Nur weil sie sich als den Bewahrer der Richtlinien unserer Gesellschaft sehen, gibt ihnen das kein Recht mich in meinem Gebiet herumzukommandieren. Sie beschützen vielleicht die Leute auf Außenmissionen, aber Leute wie ich flicken sie danach wieder zusammen.“
Ich wurde einfach nicht leiser oder ruhiger.
Nein, ich setzte noch einen drauf. Es war als hätte ich einen Anfall. Ich fing an zu schreien.
„Jemand wie sie, der nur noch in so einem blöden Stück Stoff existieren kann, weil sie sonst nicht die Illusion der Retterin in ihrer abstrakten Traumwelt aufrecht erhalten kann. Sie haben mir gar nichts zu haben. GAR NICHTS.“
Ich atmete schwer, holte Luft und bekam trotzdem nicht genug. Ich wurde schlagartig leise. Ich schmiss das Hypospray mit dem Medikamentenmix auf den Tisch und ging zur Tür.
„Holen sie sich eine andere Ärztin, die das hier mitmacht. Ich empfehle Deeuard. Die hat sich vielleicht schon an die kleinen Sheriffs hier an Bord gewöhnt“, meinte ich flüsternd und ging zur Tür.
Das war nicht die Welt in der ich gehörte. Ich musste hier raus. Ganz schnell und ganz weit.
Ich erwartete Stille für meinen mehr als dramatischen, aber völlig überfälligen Abgang.
Dann hörte ich fünf Dinge hinter meinem Rücken
Das erste war Gemurmel.
„Oh Mann, nicht zu fassen …“
Das zweite Schritte.
Das dritte das unverkennbare Zischen eines Hyposprays.
Dann ein lauter dumpfer Knall.
Und schließlich das Schreien Lieutenant Sharins.
Ich drehte mich um und sah wie Amh auf dem Boden lag, mein Hypospray noch in der Hand. Ich schaltete auf medizinischen Autopilot, rannte sofort zum Tisch und nahm ein paar Substanzen in die Hand um dafür zu sorgen, dass die Frau nicht in ein schweres Koma viel. Dann verabreichte ich ihr das Kortikalimplantat, bevor ich mich an Sharin wandte.
„Sie müssen jetzt zu ihr rein“, meinte ich professionell.
„Ja, ich weiß. Sonst brechen ihre Hirnwellen zusammen. Wenn ich die Erinnerungen finde ist im Übrigen jetzt die beste Zeit dafür“, meinte die blonde Betazoide in der gleichen Stimme.
„Ja“, stimmte ich zu. „Wäre da nicht die Tatsache, dass sie stirbt“
Dann machte ich mich daran Amh aus biochemischer Sicht zu stabilisieren.



-


Wie kindisch…

Kein besonders ruhmreicher, letzter Gedanke, ehe alles weg war. Später sollte ich mich wundern, wie schnell alles gegangen war und es sollte ein Rätsel für mich bleiben, wie lange ich tatsächlich weggetreten dalag. Meine Einschätzung war ganz richtig – die beiden Mädels konnten mich nicht allein auf das Biobett zurück legen und was mir meine Leute erzählten schloss ein paar Lücken in diesem Mosaik, letztlich war es wohl ein Erfolg. Wenn auch teuer erkauft.


Erst war es als würde ich fallen, immer tiefer, immer schneller. Ich wollte mich festhalten, abbremsen, doch nirgends fanden meine rudernden Arme Halt, kein Luftwiderstand verlangsamte meinen Sturz.

Dann fühlte ich Nervosität, Eile, Hast. Als könnte ich nicht schnell genug unten ankommen, ich straffte mich, wie ein Pfeil, ohne zu wissen was „unten“ sein sollte. Fixierung, ein sich schlängelnder Pfad, Lichtblitze.

Als würde ich von einem Seil um meinen Hals gestoppt fühlte ich den Druck in der Brust und an der Kehle, meinte meine Augäpfel sprängen aus ihren Höhlen, als ich wie in eine Wolke hinein in eine Erinnerung fiel.




Rick.

Einen Augenblick ergebe ich mich der Erinnerung. Vor der Simulation, Monate davor. Ein Spaziergang durch die Gänge der Station 001. Eine der damals seltenen Gelegenheiten etwas gemeinsame Zeit zu verbringen.

Ich spürte jemanden. Aber nicht angenehm. Unangenehm, fremd, tastend und suchend. Sharin. Sie suchte den Zugang zu meinem Unterbewusstsein. Instinktiv vertrieb ich sie von diesem Bild.

Das geht dich gar nichts an.





Das Bild verschwand und mit ihm der Druck um meinen Hals, danach setzte das Fallen wieder ein. Doch es war…durchschaubarer. Sie suchte, ich hätte ihr wohl helfen sollen, doch stattdessen kam mir alles in den Sinn, was sie nicht finden sollte.





Eine Raumschlacht.

Ich bin nicht auf meinem Schiff, sondern auf dem der anderen. Unser Feuer setzt ihnen zu, die Schilde sind unten, der Antrieb ausgefallen. In einer Jeffreisröhre warten sie auf mich. Ihre internen Scanner haben mich erfasst, es ist ein Hinterhalt. Feiglinge.

Sharin schaffte es uns loszureißen, bevor es richtig anfing, doch ich spürte ihre Bestürzung. Für einen Moment hielt sie inne, als sehe sie mich an und zweifelte daran, dass ich ein fühlendes Wesen war. Doch dann spürte ich wieder die Eile. Ob Karen gegangen war um mich sterben zu lassen? Hatte ich mich so verschätzt?





Eine Kindheitserinnerung zischte an uns vorüber. Sharin ließ sie aus, ich bedauerte es, war es doch eine sehr unterhaltsame.




Rick.

Automatisch versuchte ich sie erneut von dem Bild fernzuhalten, doch sie blieb beharrlich. Seine Abbildung flimmerte ein wenig auf dem Monitor. Das war nicht lange her. Neulich nachts. Meine unteren Augenlider zucken, als presste ich sie zusammen, um genauer sehen zu können.

Die Verbindung wird beendet. Ich lege mich hin um zu schlafen, Sharin wird unruhig. Sie achtet gar nicht auf mich, sondern auf meine Umgebung. Irritiert sehe ich, woran ich mich erinnere, bis zu dem Moment in dem ich einschlafe und die Erinnerung endet.

Es fühlte sich an als würde Sharin mich auf links drehen. Inside-out.

Mir ist schlecht, schwindlig, ich spüre meine Gliedmaßen kaum und kann mich auch nicht bewegen, doch ich spreche.

Meine Codes!

Ich spreche sie aus! Laut! Nein! Nicht! Ich kann nichts tun, es passiert einfach. Verzweifelt versuche ich die Augen zu öffnen, zu sehen mit wem ich spreche, doch sie bleiben zu wie vernäht – das Bild wird Realität, ich spüre die Fäden zwischen meinen Wimpern, einige davon umgebogen, schmerzhaft ziehen und reißen. Sharin – ihre Präsenz ist ganz deutlich, ruhig und wärmend. Wie eine Wolldecke legt sie sich um mich.

Ein Bild. Ein einziges. Direkt über mir, nah, viel zu nah, ich bekomme Panik, versuche mich aufzurappeln, mich zu wehren, ihn zu vertreiben, doch die Wolldecke ist verknotet, fest gezurrt, entlässt mich nicht, liefert mich aus.




Licht.

„…und Sie sind sicher?“, Stimmen, von weit her.
„Absolut. Das Bild war nur kurz zu sehen, aber es besteht kein Zweifel.“, redeten die über mich?
„Was…was soll ich mit ihr machen?“, Schritte, sie verstummten.
„Bringen Sie sie auf die Krankenstation.“, leisere Worte, die ich nicht verstand. Im allgegenwärtigen Nebel wandt ich meinen Kopf, sah eine unvollständige Uniform den Raum verlassen.
„Ensign? Können Sie mich hören?“, Blondi. Besorgt. Finger aus meinem Gesicht, Süße!
Der Versuch zu sprechen endete im Stammeln und Röcheln. Dann kam Bewegung dazu, dann langsam der klare Verstand.
„Was haben wir herausgefunden?“, Blondi sah mich unsicher an. Mehr als du wolltest, nicht?
„Romulaner.“, sagte sie schlicht und schlagartig kehrte mein Verstand zurück.
Ich glaube an gar nichts, außer an Wunder - oh, und an die wahre Liebe natürlich.
(Postkarte)
Das habe ich mir gerade ausgedacht, mit Lügen hat das nichts zu tun.
(StudiVz)
Pure Vernunft darf niemals siegen!
(Tocotronic)

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