RPGLog 5 - Cr Ciana - SEC - 12097.1015

CO: Thorn P'Thall - XO: Ghjea Lii

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

RPGLog 5 - Cr Ciana - SEC - 12097.1015

Beitragvon Ciana » Mo 20. Dez 2010, 09:11

Erwähnte Personen: NPC's
Wörter: 1026

Das Mobbing hielt die ganzen Stunden an, bis endlich der kleine Timer am Terminal die ersehnte 0:00 anzeigte. Schnell stand ich auf und ging aus der Abteilung. Hätte ich mich umgedreht, hätte ich das Grinsen auf dem Gesicht meines Vorgesetzten gesehen, doch ich drehte mich um und so sah ich es nicht. Als ich endlich durch die Tür gehastet war und diese sich geschlossen hatte, gestattete ich zum ersten mal meine Gefühle an die Oberfläche zu kommen. Ich spürte wie meine Augenwinkel feucht wurden und ich wischte mir schnell die Flüssigkeit aus den Augenwinkeln, für den Fall dass es jemand sehen könnte. Schnell ging ich in Richtung meines Quartiers. Auf halbem Weg dorthin hörte ich Schritte hinter mir und langsam drehte ich mich um, bereit mir einen weiteren blöden Spruch anhören zu müssen. Doch zu meiner Überraschung war es nicht mein Vorgesetzter. Anstelle dessen blickte ich in die Augen einer meiner jungen Kollegen, einer derjenigen, die mich mit gemobbt hatten. „Ciana…kann…kann ich sie kurz sprechen?“ fragte er vorsichtig. „Wozu ? Um weiter Witze über mich zu machen, wie die letzten Stunden auch?“ fragte ich ihn und in meiner Stimme schwang Wut aber auch ein wenig der Verletzlichkeit mit, die das Mobbing in meinem Schild aus Gefühllosigkeit gerissen hatte, so wie ein Plasmatorpedo in den Schild eines Frachtraumers. „Nein…ich wollte mich entschuldigen…“ fing er an doch ich unterbrach ihn. „So so…entschuldigen…dafür ist es ein wenig zu spät. Warum gehen sie nicht zurück zu ihren tollen Kollegen, wo gehen Sie und ihre Kollegen immer hin? Ins Casino?“ fragte ich weiter. Doch ehe er weitersprechen konnte, hörte ich weitere Schritte kommen. „Wissen sie was. Gehen sie zu ihren Freunden und lassen sie mich in Ruhe.“ Sagte ich und ging dann davon, ließ ihn einfach mit offenem Mund stehen auf dem Gang stehen. Zuerst dachte ich daran, in mein Quartier zu gehen, doch dann entschied ich mich anders und änderte meinen Weg zum Turbolift. Als ich ihn betrat und sich die Türen geschlossen hatten, fing ich an zu weinen. Zum ersten mal in meinem Leben weinte ich. Ich spürte das erste mal, wie die heißen Tränen über mein Gesicht rannen und ich wischte sie schnell weg. Ich wollte das nicht, das weinen und dass ich mich so beschissen fühlte, aber mein Vorgesetzter und meine Kollegen hatten eine zu gute Vorarbeit geleistet. Und so stand ich in dem Turbolift und weinte. Nach einigen Minuten, wo ich froh war, dass niemand gekommen war um den Turbolift zu benutzten, wählte ich das Deck an, wo die Frachträume lagen. Aus meiner Erfahrung, die ich gemacht hatte, als ich das letzte mal dort war, dass dort keine Menschenseele war. Und auch diesmal behielt ich recht, denn als sich die Lifttüren öffneten war der Gang verlassen und menschenleer. Langsam trat ich aus dem Lift und ging den Gang entlang. Mein Blick war auf den Boden gerichtet. Unbewusst ging ich auch an jener Frachtraumtüre vorbei, die sich das letzte mal einfach so geöffnet hatte. Doch ich registrierte es nicht wirklich. Ich ging an der Tür vorbei und betrat anstelle dessen die Tür zum zweiten Frachtraum. Ich wartete bis sich die Türen geschlossen hatten und setzte mich dann auf eine der herumstehenden Kisten. Dort blieb ich sitzen und ließ nun zum ersten mal meine Tränen vollkommen freien Lauf. Ich wusste nicht wie lange ich dort gesessen war, nur dass es einige Zeit gewesen war. Denn als ich wieder aufstand und den Frachtraum verließ, blickte ich zufällig auf die Zeitanzeige auf einem der Displays, die im Gang an der Schiffswand eingelassen waren. Immer noch betrübt ging ich wieder zurück in mein Quartier und setzte mich dort vor die Konsole, mehr ein Ritual als wirkliches Interesse ließen mich die Daten durchgehen, welche das Programm gesammelt hatte.

- Nächste Schicht –

Es war wieder soweit… eine neue Runde des Spiels „Lasst uns Ciana mobben“ hatte begonnen. Der Ablauf war wie immer der gleiche, der Kollege vor mir wurde gegrüßt, sobald ich durch die Türe kam, herrschte Schweigen und alle hatten auf einmal wichtigeres zu tun als ein weiteres Mitglied der Abteilung zu grüßen. Also setzte ich mich wieder an meine Konsole nur um zu sehn, dass wie von Geisterhand mehr Dateien vorhanden waren als das letzte mal. Mit einem leisen Seufzer der Resignation setzte ich mich an die Konsole und begann den angewachsenen Berg an Arbeit wieder zu verringern, oder zumindest versuchte ich es, denn bereits nach gut 10 Minuten kam mein spezieller Freund wieder zu mir, mit einem Padd in der Hand. „Ah Crewman, gut dass sie da sind. Da sie ja nichts anderes zu tun haben gerade, hier, dass müssten sie bearbeiten. Ich will es in 10 Minuten auf meiner Konsole sehen.“ Meinte er und gab mir das Padd. Ich nahm es, ließ mir meinen Widerwillen aber nicht anmerken und las es durch. Es hätte mich eigentlich nicht überraschen sollen, was ich da las, aber das tat es dann schon. Ich seufzte einmal mehr und machte mich dann daran, die Arbeiten, die darauf aufgelistet waren abzuarbeiten. Als ich mit der Arbeit begonnen hatte, kam ein wenig Erleichterung. Obwohl es viel war, was er da mal wieder zusätzlich verlange, war es doch zum größten Teil einfache Arbeit, die man mit wenigen Befehlen in der Konsole erledigen konnte. Dann auf einmal traf es mich wie ein Blitz. Es war einfach, doch mein Vorgesetzter hatte einfach keine Lust die Arbeit selbst zu machen. Und so machte ich diese hirnlose Arbeit auch noch. Er hatte mir zwar 10 Minuten gegeben aber ich war schon nach gut 6 Minuten fertig und brachte ihm die erledigte auf dem Padd. Er blickte auf und sah mich an. „Schon fertig? Dann lassen sie mal sehen“ sagte er und nahm mir das Padd aus der Hand. „Sieht ganz ordentlich aus“ meinte er und blätterte die Seiten durch. Dann weiteten sich meine Augen doch ein wenig, als er meine gesamte Arbeit einfach löschte und mir das Padd zurück gab. „Oh…tut mir leid…da bin ich wohl aus versehen auf Löschen gekommen.“ Meinte er mit jenem hässlichen Grinsen, dass er immer hatte. Aber was den Vogel abschoss war, als er zu mir sagte: „Sie haben noch 4 Minuten und jetzt gehen sie“.
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Wie viele Menschen sind nötig, Admiral, bevor aus Recht Unrecht wird? 1.000? 50.000? 1 Million? Wie viele Menschen sind nötig, Admiral?"
Ciana
 
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