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BRI – Log 014 – CrRec Elis Karen – MED – 12098.2220

BeitragVerfasst: Di 21. Dez 2010, 21:13
von Elis Karen

BRI – Log 014 – CrRec Elis Karen – MED – 12098.2220

Erwähnte Personen: -/-
NPC’s: Williams; Die mysteriöse Frau
Wörter: 1100
NRPG: Wer ist nur diese mysteriöse Anruferin? Bleiben sie dran für eine neue Folge von „Ein Trill für alle Fälle“


Ich war in meinem Quartier. Ich war stocksauer und ich wollte am liebsten alles hinschmeißen. Die Sternenflotte konnte mich mal kreuzweise. Den Rangping oder den Kommunikator wieder gegen die Wand zu werden erschien mir plötzlich als kapitale Idee, doch ich hatte gar keine Gelegenheit ihn in die Hand zu nehmen bevor er selbstständig anfing zu Piepsen
„Hier Karen“, meinte ich monoton. Welche Hiobsbotschaften würden mich dieses mal über den Kommunikator erwarten?
„Crewman Karen, meine Güte, wie lange ist es her? Drei, vier Woche“, kam mir eine amüsierte Stimme entgegen. Ich konnte sie absolut nicht einordnen. Was eigentlich auch nicht weiter verwunderlich war. Ich hatte ein furchtbares Gedächtnis in der Hinsicht.
„Wer bitte ist da?“
„Hier ist Ensign Williams. Sie wissen schon, der von der Brücke.“
„Achso, der.“
Ich hatte keine Ahnung wer das war.
„Wir hatten schon mal das Vergnügen.“
Vergnügen? Dann konnte er mich nicht gut kennen, was eigentlich positiv zu bewerten war. Es hieß nämlich, dass ich ihn auch nicht gut kennen musste.
„Was kann ich den für sie tun?“
„Tun können und sollen sie nicht direkt. Sie scheinen die Tage aber ein recht wichtiges Persönchen zu sein, immerhin stelle ich nun schon das zweite Subraumkommunique zu ihnen durch. Es ist hat wieder Priorität zwei und ist wohl persönlich. Darf ich zu ihnen durchstellen?“
Ich schaute mich kurz in meinem Quartier um, was völlig überflüssig und dumm war. Das Quartier war klein und ich wusste, dass Alexis Dienst hatte. Es war weiterhin höchst unwahrscheinlich, dass jemand aus dem Schrank gesprungen kam. Glücklicher weise konnte mich grade niemand sehen. Ich setzte mich also an meinen Schreibtisch und aktivierte den kleinen Bildschirm darauf bevor ich den Ensign anwies, dass Kommunique durchzustellen.
Das Bild, dass ich empfing war sehr wackelig und unscharf. Der Ton war nicht nur minderer Qualität, man hörte einfach nur lautes Rauschen. Dann fuhr plötzlich eine große Erschütterung durch das Bild und ich sah urplötzlich alles scharf. Was ich sah war eine Hand, die sich wohl vom Bildschirm auf der anderen Seite des Gesprächs entfernte, nachdem man mit ihr auf selbigen Bildschirm gehauen hatte. Ich runzelte die Stirn. Aufgrund dessen, dass jemand mit der Hand gegen einen Bildschirm gehauen hatte um die Signalübertragung zu verbessen oder weil es tatsächlich funktioniert hatte, konnte ich nicht sagen.
„Hallo! Ist das Ding an“, kam eine genervte Stimme nun deutlich hörbar aus dem Lautsprecher und die Hand gab den Blick auf eine Frau im mittleren Alter preis.
Meine eh schon schlechte Stimmung verschlimmerte sich rapide. Besagte Frau lag offensichtlich auf einem Biobett und hatte in Krankenhauskleidung an. Ein Anblick von dem ich gehofft hatte ihn nicht sobald an ihr sehen zu müssen.
„Ah, da bist du ja Kindchen“, meinte die Frau viel zu fröhlich für meinen Geschmack.
„Es ist schön sie zu sehen Captain“, meinte ich hingegen nüchtern.
Sie sah mich schief an.
„Jetzt hör mal auf mit diesem Quatsch von wegen Captain Kindchen“, meinte sie und wies mit beiden Händen auf ihre Kleidung. „Sehe ich so aus als wäre ich im Dienst?“
Sie wartete meine Antwort gar nicht ab.
„Nein, dass tue ich nicht, also spar dir diesen Rang-und-Nahmen-Blödsin. Ich muss mich im Übrigen für die schlechte Qualität der Verbindung entschuldigen, aber ich bin hier in einem besonderen Flügel der Starfleet Medical in San Francisco und hier gab es keine subraumfähigen Empfänger. Wie du siehst, hat der tragbare Empfänger noch ein paar Macken. Aber genug von mir. Was ist mit dir, du siehst ja schlimmer aus als ich. Und ich sterbe.“
Sie sah mich erwartungsvoll an und rollte ungeduldig die Hand um mir zu zeigen ich sollte anfangen zu reden. Ich konnte aber immer noch nicht fassen wie ruhig sie mit dem eigenen Tod umging.
„Ich habe momentan ein wenig Stress mit einigen Offizieren an Bord, denen meine Interpretation der Sternenflottenregulierungen …“ und das Wort sagte ich mit gewisser Schärfe. Will meinen, es war gut hörbar, dass ich sauer war. „ … Nicht passt.“
„Ah, Kindchen wird erwachsen. Los erzähl, ich will alle schmutzigen Details wissen.“
Und so erzählte ich meine Geschichte mit Ensign Amh ein zweites mal an diesem Tag. Es war ganz nett mal mit jemandem darüber zu reden, der mich nicht zu verurteilen schien.
„Und deshalb bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das alles möchte. Ob die Sternenflotte das richtige für mich ist.“
Mein Gegenüber sah ernst drein.
„Das musst du für dich selbst entscheiden“, sagte sie nach einer Weile. „Nicht jeder kann sich so leicht unterordnen. Ich selbst hatte Glück, dass ich während meiner Chargenzeit Vorgesetzte hatten, die das alles nicht so eng sahen. Danach war ich selbst Offizier und Abteilungsleiter. Wenn du damit nicht klar kommst, gibt es für jemanden mit deiner Befähigung noch andere Orte wo du dich austoben kannst. Das föderale rote Kreuz beispielsweise oder die Médecins Sans Frontières. Aber es ist nirgendwo so spannend für einen Mediziner wie auf einem Sternenflottenraumschiff. Merk dir das bevor du voreilig handelst, aber merk dir auch, dass es dein Leben ist.“
Die Stimmung wurde der Bandbreite dieser Offenbahrung nicht ganz gerecht, da das Bild plötzlich wieder anfing zu flackern und der Captain diesen nachdenklichen Blick verlor um abermals gegen den Bildschirm zu hauen.
Trotzdem war das der vielleicht beste Rat den ich seit langer Zeit bekommen hatte.
Ich würde mir das alles gut merken und wusste auch, dass sie mit dem letzten Satz etwas mehr meinte, als es wohl den Anschein hatte.
„Warum haben sie mich eigentlich kontaktiert“, wollte ich noch wissen bevor die Verbindung endgültig zusammenbrach.
Plötzlich sah sie viel Älter aus. Viel ernster.
„Es geht mit mir zu Ende Elis“, meinte sie düster und ich erschrak, als sie zum ersten mal seit langem meinen Namen benutzte. „Das Pack was sich hier Ärzte nennen darf gibt mir noch sechs Wochen. Ich selbst gebe mir vier.“
Hier musste sie wieder schmunzeln.
„Es hat was für sich wenn man seine eigenen medizinischen Daten auswerten kann, aber das tut hier nichts zur Sache. Was ich meine ist: Lass dich hiervon nicht in irgendwelchen Entscheidungen beeinflussen, aber du weißt, dass du deshalb bald auf die Erde kommen musst. Es wird die vielleicht nicht möglich sein, aber ich wünsche mir sehr, dass ich das noch mitkriege. Und falls ich das nicht mehr schaffe wollte ich dir noch sagen, dass…“
Ich unterbrach sie.
„Das ist nicht nötig. Ich werde tun was ich kann. Ich werde rechtzeitig zu sein. Was immer du mir erklären willst kann bis dahin warten.“
Sie nickte, etwas traurig und doch mit einem Lächeln.
Das Bild flackerte wieder stärker.
Schließlich brach es ganz zusammen.
Ich wusste, sie glaubte nicht daran.
Ich wünschte, ich hätte es zumindest gekonnt.