BRI – Log 15(235) – Cpt Thorn P’Thall – CO - 12099.0263

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Beitragvon Thorn P'Thall » Mi 22. Dez 2010, 01:38

Worte: 1468

Beteiligte Personen:
SC: Penvera, Amh, Afeoth, Vermont, Huch, Deeuard, Thalin, Grant
NSC: Jones
Erwähnte Personen:
SC: Ciana (!)
NSC: Harris, Sicherheitsleute

Anmerkungen: -

Charakterbild:
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*** USS Britannia – Deck 16 - Konferenzraum der Technikabteilung***


Infiltriert. Sabotiert. Wochenlang. Während meines ersten Kommandos als Captain der Sternenflotte. Ich konnte die starre, kantige Kälte meiner Züge und Augen geradezu in meinem Gesicht spüren, die in jahrelanger Übung zur höchsten Perfektion gebrachte, strenge, autoritäre, verhärtete Ausdruckslosigkeit, welche keinerlei Aufschluss darüber gab was hinter meiner Stirn, unterhalb der straff anliegenden Fühler, unmittelbar vorging. Während meiner Schicht. Während meiner Wache. Unter meinem Kommando. Ich brauchte diese eiserne Trennwand zwischen dem in mir wogenden, dunklen, schneidend kalten Sturm und der Außenwelt, dieser Crew der ich ein Vorbild zu sein hatte, und dass ich hierzu gerade eine Chargin vor mir hatte verhalf mir dazu, das nicht zu vergessen. Auch wenn ihr das nicht klar sein mochte.

Mein Verstand registrierte jedes der gesprochenen Worte, das wogende Hin und Her der Informationen, Details, Theorien. Bei aller äußeren Reglosigkeit und inneren Gedankenverlorenheit, mühsamen Selbstdisziplin. Die in den vergangenen Tagen perfektionierte Routine der Ermittlungsarbeit, die das Naheliegende verdrängte, spielte sich abermals vor mir ab. Konnte ich es diesem Team übel nehmen? Keineswegs. Manch einer der Anwesenden war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geradezu besessen, geplagt von all diesen Hindernissen, die uns in scheinbarer Machtlosigkeit in den Weg geworfen worden waren, eines ums andere, beinahe ohne Pause. Wenn nicht gar alle. Nein, sogar ich selbst spürte den Lockruf des Zerredens, Zerpflückens, Überanalysierens der gesamten Situation, in all ihren Facetten, angesichts der überwältigenden Scham ob der Tatsache, wie leicht es anscheinend gewesen war, mich an der Nase herumzuführen. Ein Schutzreflex. Süße, gnadenlos egozentrische Selbstvorwürfe, die mich genauso aus der Realität reißen und in ein Meer unbeantworteter Fragen schleudern könnten, wie jeden anderen hier auch. Penvera hatte sich angesichts all der Fehlfunktionen, und zuletzt bei der Ursachenforschung, mit seinem Team fast totgeackert. Vermont war schwer verletzt worden. Deeuard hatte unter immensem Druck mit einer rätselhaften Epidemie zu kämpfen gehabt, und in ihrer Überarbeitung stand sie dem CTO kaum nach. Und Amh. Wenn mein Ego und Stolz angeschlagen und verwundet um sich schlugen, so konnte das nur ein Bruchteil dessen sein, was in ihr vorging, wenn ich ihre Pflichtauffassung und Selbstwahrnehmung richtig einschätzte. Man hatte sie benutzt, manipuliert, wie ein Werkzeug, danach isoliert und verdächtigt- und das bei dem Einsatz welcher der Beginn der Rehabilitation ihrer Karriere als leitende Offizierin hätte werden sollen.
Ohne dass ich mein Haupt bewegte fiel mein Blick nacheinander auf alle Anwesenden. Sie hatten alle solche oder ähnliche, tiefschürfende Verbindungen zu dieser ganzen Krise, und sie würde für jeden Einzelnen nachhaltige Konsequenzen haben, wenn wir es nicht schaffen würden, dem Schrecken ein befriedigendes Ende zu setzen, welches alle Fragen beantwortete.

Sie alle hatten ihre Spezialgebiete. Penvera, Jones und Grant erklärten die Technik des Fundes. Vermont folgte in seinen Beiträgen zu der entbrennenden Diskussion der wissenschaftlichen Methode. Afeoth steuerte ihr Know-How bezüglich der Romulaner bei. Amh und Thalin theoretisierten bezüglich der Eingriffe in die Sicherheitsprotokolle. Deeuard fragte sich, ob die Trägheitsdämpfer nicht absichtlich manipuliert worden waren, um den Saboteuren die Arbeit zu erleichtern. Huch, der noch immer wie eine wandelnde Leiche aussah, leitete das Gespräch mühevoll in sinnvolle Bahnen. Obwohl die Informationen durchaus zu mir vordrangen, spielte sich der gesamte Dialog um mich herum wie eine in indirekter Rede verfasste Erzählung ab. Doch nicht länger, weil ich mich in meine Selbstvorwürfe und in tausende offene Fragen verbiss. Das konnte ich mir vielleicht erlauben, sobald alle Mittel ausgeschöpft waren, und die eigentliche Krise hinter mir lag, in wenigen, isolierten, freien Stunden, in welchen ich all das doch nur mit flüssigem Feuer und kalter Leidenschaft verdrängen würde. Irgendwann. Später. Nicht jetzt. Jetzt musste ich mich einfügen und meine Rolle spielen, meiner Aufgabe gerecht werden, wie es die anderen gerade taten.

Sie an besagtes Ende führen.

Ich erhob mich, straffte meine Haltung, trat vor, und wischte das Hologramm mit einer strengen, kommandierenden Geste beiseite, Grant zunickend. Sie verstand, zog sich in die mit einem Mal schweigende Versammlung zurück, an welche ich mich nun wandte.

„Wie es dazu kam. Wo es herkommt. Wie lange wir schon manipuliert wurden. Wie es funktioniert. Warum.“ Jede der feststellenden, harten Fragestellungen kam einem Gewehrschuss gleich, während ich einen der Anwesenden nach dem Anderen stechend in die Augen sah. „Wir werden alle Zeit und Geduld der Welt dafür haben, und mehr Informationsquellen, wenn wir das hier zu Ende gebracht haben. Was wir jetzt tun werden.“, intonierte ich das Offensichtliche scharf in die Stille des Besprechungsraumes hinein. Das schwarze Leder, in welches meine am Rücken verschränkten Hände gehüllt waren, knackte als ich jene zu Fäusten ballte. „Lieutenant Penvera. Sie können die internen Sensoren wieder in den Griff kriegen, und die Eindringlinge ausfindig machen?“

Der Pacificaner nickte. „- So gut wie geschehen, Sir.“, entgegnete er knapp, mit dem Ernst der Lage nur zu gut vertraut.

„Dann tun sie das. Sofort. Ensign Amh- geben sie stillen Sicherheitsalarm und machen sie ihre Leute bereit. So viele wie nötig sind. Dass der Großteil der Crew wegen der Scans auf ihre Quartiere beschränkt ist dürfte ihnen dabei entgegenkommen. Sie wissen was zu tun ist, kümmern sie sich persönlich darum.“ Ich ersparte ihr die Details. Sie kannte diesen Tanz. Bis die Saboteure eindeutig lokalisiert waren sollten sie möglichst keinen Verdacht schöpfen. Die Terranerin nickte nur. Ob sie erkannte dass ich ihr die Steilvorlage zu einer eigentlich nicht nötigen Ehrenrettung lieferte, indem ich ihr trotz ihres erst Minuten zurückliegenden Dienstantritts und ihres aufgewühlten, angeschlagenen Zustandes den Kern der Operation persönlich in die Hände legte? Ich glaubte kaum dass sie in solchen Bahnen dachte, die eher für Kriegerlogen typisch waren. Aber letztlich zählte nur das Ergebnis. Sie würde für die Sicherheit an Bord sorgen- endgültig.

„Gut. Lieutenant Jones: Beenden sie das Vortäuschen der Fehlfunktionen. Seien sie dabei nicht zu subtil.“, fügte ich mit Blick auf die Technikerin streng hinzu. Sie hob fragend eine müde Augenbraue. „- Sir?“ Ich nickte bestätigend. „Lassen sie sie ruhig wissen, dass wir nach Saboteuren gesucht haben. Wir haben nämlich einen gefunden. Lieutenant Thalin? Sie nehmen Crewman Grant mit einem Sicherheitskommando in Scheingewahrsam und führen sie zu den Arrestzellen. Sollten die Vorgänge auf dem Schiff beobachtet werden, können wir den Feind, ehe er lokalisiert ist, gar nicht intensiv genug in Sicherheit wiegen. Glückwunsch, Crewman, anscheinend sind sie die brilliante, externe Drahtzieherin und in den engsten Kreis eingeschleuste Infiltratorin, die uns bisher trefflich an der Nase herumgeführt hat. Zumindest glauben wir das scheinbar in unserer einsetzenden Verzweiflung.“ Die Runde schien die Notwendigkeit anzuerkennen. Ich fixierte einen Moment lang die junge Technikerin, deutete ein Nicken an. Ihre Mitarbeit an all dem hier würde beizeiten angemessen gewürdigt werden, doch nun war es an ihr, ein letztes Mal ihre Rolle zu spielen.

„Lieutenant Vermont. Fühlen sie sich für ein kleines Schauspiel diensttauglich genug?“ Der Mann nickte bitter lächelnd. „-Solange es nicht um irgendwelche Stunts geht, Sir- sicher.“ Ich zog die Augenbrauen zusammen. „Sie setzen sich mit ihren momentan im Dienst befindlichen Kollegen wieder an die Auswertung der Gadryglis-Daten. Sofort. Erwecken sie den Anschein von frisch einsetzender Noramlität. Das gilt im Übrigen auch für sie, Commander Deeuard.“ Mein verengter Blick traf die Ärztin. „Machen sie mit den Behandlungen weiter, als wäre nichts gewesen. Fangen sie mit Commander Huch an, er sieht immer noch aus als hätten ihn die Tal’Shiar bereits in die Finger gekriegt.“ Huch wollte protestieren, fand aber scheinbar nicht die richtigen Worte. Cassanna schmunzelte müde. „- Gut. Ich habe in Kürze sowieso einen Termin mit einer Crewman Ciana, die ihrer Innenohrbehandlung bisher ebenfalls ausgewichen ist. Dort kann ich sie noch unterbringen, Nico.“ Sie brachte ein aufmunterndes Lächeln in Richtung meines Eins-O zustande, auch wenn ihr Tonfall unverkennbar ernst war.

„Lieutenant Afeoth? Sie kommen mit mir. Wir müssen auf einer sicheren Leitung die Zuständigen auf DS5 informieren. Vergessen sie nicht dass unsere Gäste inzwischen auch ausgeflogen sein könnten, um dort ihr Unwesen zu treiben, wo sie bedeutend schwieriger zu finden sein werden.“ Mit diesen letzten, scharfen Worten sah ich abermals in die Runde. Chiu nickte nur knapp. „Sie alle haben exzellente Arbeit geleistet. Und nun bringen wir die Sache zuende. Sie haben ihre Befehle- gute Jagd, Ladies und Gentlemen.“

Während ich auf der Stelle kehrt machte und mit der Halbromulanerin im Schlepptau den Raum verließ, wobei das von Thalin inzwischen herbestellte Sicherheitskommando an uns vorbeizog, wich kein Quäntchen Körperspannung aus meinen Bewegungen. Ebenso wie grimmige Schärfe, Autorität und Kälte jeden einzelnen meiner Sätze während der gesamten Ansprache bestimmt hatten, egal ob er befehlender, aufmunternder, lobender oder rein faktischer Natur war. Sogar die letzte, motivierend gemeinte terranische Floskel hatte einen beißenden, antreibenden, autoritären Ton. Bitterkeit, Frustration und Aggression mochten davon pflichtbewusst überdeckt werden, und trotzdem ein angemessenes Ventil finden, aber kein Wort, kein Satz und keine Ansprache konnten mich von all dem annähernd befreien. Inzwischen blieben nur noch Taten.

So marschierte ich fest entschlossen davon, einmal mehr in der antreibenden, berechnenden Gewissheit meine Rolle gespielt zu haben, und nicht ahnend dass das Schlimmste noch bevorstand.
Charaktere:

Captain Thorn P'Thall
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Mister Leonard Boothby
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MCPO Richard Allan Santiago

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Commanding Officer, USS Britannia NCC-1302
Dozent für STAS (Star Trek Abteilungskurs: Sicherheit)

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