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BRI – RPG 20 – LOG 04 – Cmdr Nico Huch – XO – 12100.0230

BeitragVerfasst: Do 23. Dez 2010, 01:16
von Nico Huch
BRI – RPG 20 – LOG 04 (276) – Cmdr Nico Huch – XO – 12100.0230


Personen:
Cassanna Deeuard
Ciana


Wörter:
874


=/\= USS Britannia – Deck 16 =/\=


Wäre es den anderen egal, ich hätte mich auf der Stelle auf den kalten, metallenen Boden gelegt, meine bleischweren Augenlider geschlossen und wäre wohl sofort eingeschlafen. Optional hätte mich Deeuard dann zur Krankenstation tragen, von mir aus auch schleifen können. Aber…

„Nicht einschlafen, Nico.“, ermahnte sie mich plötzlich und ich schreckte auf. Ich richtete meinen Blick auf die Ärztin und bemühte mich, die Augen nicht gleich wieder zu schließen.
„Entschuldigung…“, murmelte ich müde lächelnd und versuchte mit einer Handbewegung anzuzeigen, dass sie vorgehen sollte. Entweder war ich zu müde, um die Bewegung ordentlich auszuführen oder sie zu müde, um es zu bemerken, jedenfalls schauten wir uns einen Moment einfach nur an.
„Gehen wir…“, meinte sie schließlich und ich schritt mit ihr zusammen Richtung Ausgang.

„Warum forscht man nicht mal an einem Hypospray, das Schlaf überflüssig macht?“, murmelte ich weiter vor mich hin, während wir den Gang hinuntergingen und ich herzhaft gähnte. Deeuard bemühte sich um ein leises Lachen, dabei blieb es aber. „Ehrlich, wenn dieser Saboteure erst einmal einsitzt, bete ich bei P’Thall darum, ihn einmal für eine Woche in seiner Zelle wach zu halten! Wäre doch gerecht, oder?“ Und wäre ich nicht so müde, hätte ich mich ihr wohl an dieser Stelle schmunzelnd zugewendet, aber momentan sah ich eher aus, wie eine wandelnde Leiche. Müde Augen, ungepflegter Bartansatz, Haare leicht durcheinander und Mundwinkel, an denen man jeweils ein Bleigewicht gehangen hatte. Aber die Leute, die uns entgegen kamen, sahen großenteils nicht viel besser aus.

„Ich kann dir wohl noch einmal ein schwaches Aufpuschmittel verabreichen, allerdings wird das angesichts der momentanen Lage wohl nicht viel bringen. Irgendwann stößt auch die Medizin an ihre Grenzen, tut mir Leid.“, entgegnete sie mir, während wir in den Turbolift stiegen und mit voller Elan verkündeten, dass wir zur Krankenstation wollten.
„Wenn ich ehrlich bin, ich mag die Krankenstation und Mediziner nicht wirklich.“, beichtete ich ihr, während ich mich gegen die Wand lehnte und meine Augen kurz ausruhte.
„Gibt es dafür einen bestimmten Grund? Ihre Schwester, oder so?“, fragte sie mich daraufhin. Ich schwenkte meinen Kopf fast in Zeitlupe von rechts nach links und wieder zurück.
„Nein“, antwortete ich. „Ich kenne den genauen Grund nicht, aber ich hatte schon immer eine perfide Abneigung gegen Mediziner und ihre Heiligtümern. Irgendwie schon ironisch, dass ich das gerade jetzt erzähle.“ Ich zwang mir ein freundliches Lächeln auf meinen Mund und schaute die Chefmedizinerin an. Gleichzeitig schwangen die Lifttüren zischend auf und wir stiegen aus. Zur Krankenstation war es nicht mehr weit, aber auch hier geisterten die zombiehaften Gestalten über die Flure.

In der Krankenstation selbst herrschte weniger Betrieb, als ich vermutet hatte. Dieser Umstand resultierte aber daraus, so erklärte sie mir, dass viele der Mediziner seit kurzem mobil waren, daher sie gingen eher herum und kümmerten sich um die Crew, da es hier sonst nur zu unnötigen Crewaufläufen kommen würde, die einen reibungslosen Ablauf eher behinderten als förderten.

Ich nahm auf einem der freien Betten Platz und beobachtete Deeuard, wie sie in ihrem Büro verschwand, um etwas zu holen. Just im fast selben Moment öffneten sich die Türen auf der anderen Seite des Raumes und eine junge Frau mit gelbem Kragen trat herein.
„Crewman Ciana?“, fragte ich und bemühte mich, deutlich zu sprechen und nicht in ein Murmeln abzurutschen. Die junge Frau nickte mir zu und ich klopfte mit meiner flachen Hand auf die freie Bettfläche zu meiner Rechten. Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir die Ciana herbei… So ähnlich ging ein alter Kinderreim, der jetzt ganz gut passte. „Setzen Sie sich einfach zu mir, die Chefärztin kommt sofort wieder.“ Sie hielt erst inne, machte dann aber keine größeren Anstalten, sich zumindest in meine Nähe zu stellen und mich anzuschauen. „Ich würde ihnen gerne ein Lächeln schenken, aber dazu fehlt es mir momentan etwas an Motivation.“, erklärte ich ihr und unterdrückte ein Gähnen. „Nicht nötig.“, kommentierte sie knapp, ehe Deeuard wieder aus ihrem Büro kam.
„Ah, Crewman, da sind Sie ja schon.“, begrüßte sie sie. „Setzen Sie sich ruhig auf das Bett neben dem des Commanders, dann können wir auch gleich mit der Untersuchung beginnen.“ Ciana nahm auf dem nebenstehenden Bett Platz und Deeuard begann auch gleich mit der Innenohrbehandlung. Ich merkte, wie es mir durch das bloße Beobachten und nicht reden stetig schwerer fiel, meine Augen geöffnet zu halten, immer mehr musste ich gegen meinen Körper ankämpfen, der krampfhaft versuchte, meine Augenlider zu schließen oder hatte er einfach nicht genug Kraft, sie geöffnet zu lassen? Wie dem auch sei, ich hatte jedenfalls…

Ich schreckte durch das Gefühl kalten Metalls an meinem Hals und einem Zischen wieder auf.
„Guten Morgen!“, begrüßte Deeuard mich mit einem Hyperspray in der Hand.
„Ich bin schon wieder eingeschlafen…“, stellte ich enttäuscht fest. „Entschuldige.“
„Kein Problem“, winkte sie ab, „Wir versuchen es noch einmal mit einem Aufpuschmittel, damit du nicht im Stehen einschläfst. Im Gegenzug musst du mir aber einen Gefallen erwidern.“
„Und der wäre?“, fragte ich interessiert.
„Die Gänge runter ist gerade ein Techniker zusammengebrochen, es wäre nett von dir, wenn du eben mitkommen würdest und mir hilfst, ihn hierher zu schleppen.“, führte sie aus und wendete sich, ohne auf meine Antwort zu warten, zu Ciana. „Ihre Hilfe würde ich dazu auch gern in Anspruch nehmen, Crewman.“