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MLog08 ° LtCmdr Deeuard ° CMO/CCo ° 12100.2000

BeitragVerfasst: Do 23. Dez 2010, 19:00
von Ghjea Lii
MLog08 ° LtCmdr Deeuard ° CMO/CCo ° 12100.2000


A b s c h l u s s l o g


Personen:
direkt: Nico Huch, Ciana, Nuhir t'Eikkoh
indirekt: SECler

NPCs:
direkt: Sam Marden
indirekt: TEC

Wörter: 1.349


~~°^°~~ BRI, Deck 7 – Krankenstation ~~°^°~~

Die Müdigkeit verging nicht. Auch der Tee, normal mein absoluter Geheimtipp, half nicht mehr. Ich nahm keine Aufputschmittel weil ich wusste, dass ich dann gar nicht mehr ur Ruhe käme. Außerdem würde Sam mich einfach irgendwo festschnallen wenn ich das auch noch anfinge. Da war er ebenso rigoros wie ich. Eben mein bester Schüler.
Während Nico auf dem Biobett dahindämmerte und wohl schon wieder einschlief, hatte ich mich um die Behandlung der Crewman zu kümmern. Irgendwelche Notizen in ihrer Akte sagten aus, dass die üblichen Behandlungsmethoden bei ihr nicht empfehlenswert waren. Aber meine Vorgängerin an Bord schien nicht Fan von ausschweifender weiterführender Informationsweitergabe gewesen zu sein, jedenfalls beliefen sich die paar Einträge auf die wenigen nichtssagenden Worte von "alternative Behandlungsmethoden sind vorzuziehen".
Nun, bei einer Innenohrbehandlung gab es keine Alternativen, aber schnell merkte ich dennoch, was die Worte bedeuten sollten.
Allein dass ich meine Geräte in ihre Nähe brachte, schien ihr Schmerzen zu verursachen. Oder sie hatte einfach eine grundlegende Panik vor medizinischen Geräten. Ebenso möglich. Um ehrlich zu sein, war ich zu müde um mich darüber zu wundern oder mir irgendwelche Gedanken zu machen.

Ich sah Sam an, weil ich mir eingebildet hatte dass er mich angesprochen hatte. Hatte er auch. Hatte ich mir also doch nicht eingebildet. Irgendwie fasziniert betrachtete ich ihn beim Reden, während ich seine Worte erst mit ein paar Sekunden Verzögerung tatsächlich hörte und schließlich nickte, ihm ein kurzes Lächeln schenkte, dann war er schon wieder unterwegs.
Hatte Sam nicht eigentlich Pause? Was machte er hier?
Aber da wandte ich mich schon zu Nico um und bat ihn – und auch die Crewman – mir eben noch behilflich zu sein. Dass ich dafür Nico schon mal wieder aufwecken musste, das passierte ganz nebenbei.
Der Junge war einfach viel zu geschafft. Aber wir alle waren froh wenn diese Bedrohung vorbei war, wir alle endlich einmal ruhig schlafen konnten und uns dann endlich unserem Auftrag widmen. Und sicher ganz besonders unser Captain. Wie ich ihn einschätzte – und im Allgemeinen waren meine Einschätzungen ganz gut – machte es ihm viel mehr zu schaffen als er nach außen dringen ließ. Ich hoffte für ihn, dass er jemanden hatte dem gegenüber er sich kanalisieren konnte, egal auf welche Art und Weise.

Kanalisieren. Nun, sobald es mir möglich war, musste ich mal wieder versuchen, meine Kinder zu erreichen. Ich wusste nicht ob es neue Informationen gab über den Verbleib des Schiffes.
Ich spürte, dass ihnen nichts passiert war. Das wusste ich einfach. Oder redete ich es mir ein? Nein, ich wusste es. Aber wo sie waren, das wusste ich nicht. Hätte mir mein Vater Bescheid gegeben, wenn er etwas gehört hätte? Vielleicht. Wenn er durchkam. Wenn er daran dachte. Auch ein Luke Fabián Deeuard wurde alt, wie ich für mich mit einem innerlichen Schmunzeln feststellte, egal wie sehr er sich dagegen wehrte. Und auch wenn meine Halbbrüder nur um ein geringes älter waren als mein eigener ältester Sohn, so war mein Vater nun mal trotzdem gealtert. Aber er würde nicht weniger Zeit in unserem Leben verbringen als sein Vater und der lebte immer noch, auch wenn er jetzt zunehmend mehr Zeit für sich selbst brauchte als früher.
Aber einer meiner Halbbrüder – Alex… oder war es Nick?
Selbst gedanklich verwechselte ich die Zwillinge ab und an – kümmerte sich fast vierundzwanzig Stunden täglich um ihn. Bis ihn Fabián wieder rausschmiss mit den Worten, er brauche keine Krankenschwester.

Das Hier und Jetzt holte mich ein, als wir den Techniker entdeckten und Ciana sich sofort deutlich angespannt umsah. Ich kniete mich hin um ihn zu untersuchen und Nicos Feststellung – die da lautete "Da stimmt was nicht." – deckte sich sofort mit meinem eigenen Gefühl.
Der Techniker war nicht zusammengebrochen. Er war zusammengebrochen worden.
Vielleicht war es ja auch das, was Nico wieder etwas munterer machte. Immerhin war er doch auch mal hier Sicherheitschef gewesen, was ich aus den Akten und Erzählungen wusste.
"Für ihn kann ich nichts mehr tun.", meinte ich schließlich, als ich wieder aufstand, den Tricorder wegsteckte, leise seufzte.
"Was ist passiert?"
"Das kann ich erst sagen wenn die Autopsie durchgeführt wurde."
"Hier ist etwas.", meldete die Crewman und wir sahen zu ihr und schließlich die Wandverkleidung an, die sogleich gescannt wurde. Oder eher das, was da notdürftig weggewischt noch daran klebte. "Sein Blut. Er muss dagegen gestoßen worden sein.", kurz schweifte mein Blick zum toten Techniker hinunter, dann zu Nico.
Dessen Hand glitt bereits zum Kommunikator, als er plötzlich keuchte, gurgelte, sich an die Kehle fasste, zu Boden fiel, nach Luft rang.
Ciana stieß einen Schrei aus und trat nach etwas, das irgendwie ein Schemen war und doch wieder nicht und… da. Jetzt. Tatsächlich.
Ein Romulaner. Romulanerin.
Ich spürte etwas kurz kaltes, zischendes, iregdnwie einen Moment schmerzhaftes am Hals und merkte wie der Boden näher kam. Hatte sie sich überhaupt mir zugedreht? Ging das alles so nebenbei?
Ciana wurde gegen die Wand geschleudert, etwas wurde gezischt, das ich nicht verstand. Romulanisch. Wieso funktionierte der Übersetzer nicht? Wo war mein Kommunikator?
Dort lagen drei Badges, zertreten, tot, zerstört. Wann war das passiert? Ich sah zu Nico, der versuchte sich hochzustemmen.
Aber er wurde nur erneut niedergetreten, die Romulanerin zischte etwas und packte dann erneut Ciana. Die ihr sogar antwortete. Ich wusste nicht was sie sprachen. Hatte ich gewusst dass die Crewman romulanisch sprach? Nein. Woher auch. Warum auch.
Die Situation war skurril. Wir waren mitten auf der Britannia. Es konnte doch nicht möglich sein, dass hier einfach diese… Saboteurin auftauchte, den ersten Offizier und die Chefmedizinerin flachlegte und… sich mit einer Crewman beschäftigte.
Oder?
"Computer!", krächzte Nico schließlich, der seine Stimme wiedergefunden hatte. Gut. Ich hatte schon Angst sie hätte ihm den Kehlkopf gequetscht. Aber es kam keine Reaktion, nur etwas das nach einer Beschimpfung klang von der Romulanerin, die auch Ciana etwas zuzischte, dann schien sie dem ein Ende machen zu wollen.
Etwas, das Nico definitiv nicht zulassen zu wollen schien. Mit einer Kraft die ich ihm aufgrund seines Erschöpfungszustandes normal nicht zugetraut hätte, aber die eindeutig vom Adrenalin genährt sein musste, trat er gegen die Kniescheibe der Romulanerin, deren Schuss danebenging.
"Laufen Sie!", befahl er mit krächzender, aber dennoch erstaunlich fester Stimme der Crewman, die im ersten Augenblick nicht aussah als würde sie das tun wollen, sich dann aber doch sehr schnell in Bewegung setzte.
Als die Romulanerin fluchend hinterher wollte, stellte ihr Nico erneut ein Bein, während ich gegen die Lähmung ankämpfen versuchte die mich nach dieser Injektion erfasst hatte.
Einen Augenblick später krallte ich mich and ei bereits blutbeschmierte Wandverkleidung, die mir da schon entgegen fiel. Auf die Knie sinkend fokussierte ich mit etwas verschwommenem Blick das was dahinter lag.
Ich hatte nur keine Ahnung von Technik, dennoch sah das so aus als wäre herumgepfuscht worden. Wahrscheinlich aber war der Techniker bloß während einer Wartung von der Romulanerin überrascht worden. Warum auch immer sie ihn dann ausschalten musste. Oder hatte er sie bei irgendetwas überrascht?
Was war das? Das sah nicht aus als gehörte es da hin. Fast automatisch wanderten meine Finger dahin, bevor neben mir Nico gegen die Wand geschleudert wurde, dann die Romulanerin etwas zischte, das ich nicht verstand, aber sich verdächtig nach einleitenden Worten anhörte. Eine Erklärung vielleicht? Aber auch sehr drohend. Eine Drohung.
Dann hörte ich Schritte im Eilschritt näher kommen. Die Kavallerie. Ciana hatte die Sicherheit geholt.
Aber ich wusste in dem Moment, da die Romulanerin nicht einmal einen Blick dorthin verschwendete an ihrem Gesichtsausdruck abzulesen, dass sie sich nicht einfach schnappen lassen würde. Ich schloss die Augen, nachdem ich sie noch irgendetwas an einem Armband hatte drücken sehen während es hinter mir bereits viel zu warm wurde.
Nicos Rufen hörte ich nicht mehr, kaum dass er uns beide zu Boden drückte während hinter uns die Wand explodierte.
Ich spürte wie sich Feuer in meine Kleidung, Haare, Gesicht, Haut fraß. Und doch spürte ich eigentlich kaum etwas. Ob dieser Schrei von mir kam oder von Nico… oder gar der Romulanerin… das war mir ebenso unklar.
Mein Geist, der den Schmerz als zu stark empfand, tat das einzig Richtige, ließ mich das Bewusstsein verlieren und meinen Körper damit seinem ungewissen Schicksal über.


[NRPG: Die Mission (Teil 1) ist hiermit beendet. Nico und Cass sind nach der Explosion außer Gefecht und werden so schnell nicht wieder aufwachen bzw. ansatzweise dienstfähig sein. Ersatz kommt während des Urlaubs an Bord, danke an alle und frohe Festtage, im neuen Jahr starten wir mit Teil 2 durch!]