STA – MCPO Tain - CXO - Log01 – 12086.1496

CO: Arscosea Chakoty - XO: Jadzia Bennet

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

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Beitragvon Leopold FvB » Do 9. Dez 2010, 13:58

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Vorkommende Personen: Bennet, Cartwright, Agarthon
Erwähnte Personen: Chakoty, McLeod, Dynamite, De'Angelis
Wörter: 1090

=/\= USS Stardust | Deck 3 | Brücke – Tag 24 | 09:10 Uhr =/\=

Natürlich hatte Lieutenant Taal auf die Schnelle keine Lösung für das Sensorenproblem mit dem Trabanten gefunden, aber fairer Weise durfte man das in so kurzer Zeit auch nicht erwarten. Immerhin bestand dieses Manko unserer ansonsten hervorragenden Scanner bereits seit einigen Jahrzehnten und bisher hatte noch kein Ingenieur das entsprechende Patentrezept entwickelt, obwohl das Corps der Sternenflotte mit Sicherheit daran arbeitete. Für ausgeschlossen hielt ich es trotzdem nicht, dass man auch im Feld wichtige Entdeckungen aus der Not heraus gebären konnte, wenn man genug Druck hatte und eine Behebung der Störungen physikalisch überhaupt möglich waren, worüber ich mir als wissenschaftlich höchst durchschnittlich gebildeter Mensch nicht ganz im Klaren war. So oder so bestand unsere partielle Blindheit aber zumindest die nächsten Tage noch und so saßen wir nun auf der dunklen Seite des Mondes, denn wir konnten genauso wenig in die von ihm verdeckte Region des Raumes sehen wie wir vorher in das System hinein hatten sehen können. In unserer Situation, die absolute Diskretion verlangte und in der außerdem im Falle eines Kampfes Verstärkung keine Option war, war dieser Zustand gleich doppelt schlimm, weswegen ich das Kommando über die Bodentruppen vorerst nicht selbst übernahm, wie es ansonsten meine Art gewesen wäre, sondern Lieutenant Cartwright anvertraute. Die blonde Terranerin hatte mittlerweile zur Genüge beweisen, dass sie eigenständig zu denken sowie ein Team zu leiten vermochte und ihre Freundschaft zu den beiden wissenschaftlichen Koryphäen im Außenteam, die Commander Dynamite und McLeod, machte sie darüber hinaus zum perfekten Verbindungsoffizier zwischen den Abteilungen und damit den verschiedenen Interessen und Zielen, denen sich die Sternenflotte verschrieben hatte. Insbesondere McLeod wies zum Beispiel die deutliche Tendenz auf, archäologische Funde oder historische Entdeckungen in der Risikobewertung hoch genug zu stellen, um dafür zumindest das eigene Leben aufs Spiel zu setzen. Cartwright hingegen tendierte zu hoher Vorsicht mit Bedacht auf die Crew, um unter keinen Umständen ein Leben oder auch nur die Gesundheit der Besatzung in Gefahr zu bringen, wobei sie auf das Sammeln von Artefakten oder wissenschaftlichen Daten sicherlich gerne verzichtet hätte, da sie stets eine Gefährdung mit sich brachten – insbesondere auf Planeten, die von aufständischen Jem'Hadar beansprucht wurden. Ich selbst tendierte mehr auf die Seite meiner Untergebenen, konnte aber zumindest den generellen Ansatz, dass auch Forschung gelegentlich ein Risiko lohnte, nicht ganz beiseite schieben. Und ganz abgesehen davon stand ja auch der Befehl des Captains mehr als deutlich: Er wollte diese Ruinen untersucht haben und er wollte eine diplomatische Behandlung der schon anwesenden Rebellen. Und ein Befehl war ein Befehl.

“Commander Bennet?“ Nachdem sich die Brücke etwas geleert hatte und gerade der Ersatz für die im Außenteam befindlichen Soldaten herein kamen, lag das Kommando nun beim Ersten Offizier. Captain Chakoty befand sich noch in Verhandlungen mit dem sogenannten “Ersten Führer“, also quasi dem Alpha dieses Stammes, doch hatte er bereits von dort vermeldet, dass wir eine Weile hier bleiben würden und ein Team für den Außeneinsatz vorzubereiten war. “Ja, Chief?“ Bennet drehte sich im Kommandosessel zu mir um und richtete ihre Aufmerksamkeit voll auf mich, wobei mich ihr Blick kurz aus dem Konzept brachte. Obwohl ich nun schon seit über einem halben Jahr auf der Stardust diente und sie seit einigen Wochen wieder an Bord war, konnte ich mich einfach nicht an das jugendliche Aussehen gewöhnen. Natürlich gab es Spezies, die sehr alt wurden und dabei nicht wirklich danach aussahen wie es zum Beispiel die El-Aurianer bewiesen. Aber diese Frau war laut Akte zur Hälfte menschlich und wenn man das in Betracht zog, wies sie für einen solch hohen Posten eine erstaunliche Jugend auf. Doch ich wäre ein schlechter Sicherheitschef gewesen, wenn ich mich nicht sofort wieder auf meine Aufgabe hätte konzentrieren können, also fiel das Zögern minimal aus, bevor ich meinen Vorschlag vorbrachte: “Ich schlage vor, dass wir SERKAs rund um den Mond auf der Oberfläche positionieren, Commander. Wenn wir deren Sensoren mit den unseren koordinieren, haben wir trotz der störenden Strahlung ein vollständiges Bild von der Umgebung, ohne unsere Anwesenheit verraten zu müssen. Dank der von den Pekara aufgebesserten Fähigkeiten der Sonden würden Sie für einen Kreuzer des Dominion aussehen wie loses Geröll oder ein langer Schatten.“ Einen Augenblick schien der Commander darüber nachzudenken, dann nickte sie bedächtig. “Veranlassen Sie das! Guter Gedanke, Chief.“

=/\= Horeca | Ruinen von Avlosh | Basislager – Tag 24 | 09:40 Uhr =/\=

Nachdem der Kommandierende sein Gespräch mit dem Anführer der Jem'Hadar beendet hatte, war er wieder auf das Schiff zurückgekehrt und hatte die Leitung des Außenteams protokollgerecht an seinen Ersten Offizier abgegeben. Da er aber gleichzeitig die Aufgaben der Wissenschaft erheblich ausgeweitet und die Dauer unseres Aufenthalts auf der Oberfläche verlängert hatte, war ich schnell zu dem Entschluss gekommen, weiteres Personal hinunter zu bringen und außerdem selbst das Kommando über die Sicherheit vor Ort zu übernehmen. So sehr ich Lieutenant Cartwright auch traute, so lag es doch in meiner Verantwortung, die jeweilige Hauptaufgabe der Besatzung im Blick zu behalten und im Zweifelsfalle dafür einzustehen, dass diese ungestört vonstatten gehen konnte. Um diese Ziele zu gewährleisten, teilte ich die Mannschaft sofort entsprechend ein, wobei ich mir bei Petty Officer Agarthon extra die Zeit nahm, ihn persönlich der Verantwortung von Lieutenant Cartwright zu unterstellen. Er hatte in den vergangenen zwei Tagen seine kleine Strafe in der Zentrale und ein paar Waffenkammern abgesessen, weswegen ich ihn nun wieder in die normale Arbeit der Crew integrieren wollte und dafür natürlich eine Anführerin wählte, die ihm weitere Ausflüge neben das Protokoll nur gestatten würde, wenn diese absolut notwendig und ohne Alternative waren. Aus genau diesem Grund hatte ich auch die Anfrage von Lieutenant De'Angelis abgelehnt, der um den Petty Officer in seinem Team gebeten hatte, denn die beiden verstanden sich auf persönlicher Basis allem Anschein nach sehr gut und das war momentan eher nachteilig für das Wohl der Crew. Einen Soldaten, der Probleme mit den Protokollen und Vorschriften hatte, einem Vorgesetzten zu unterstellen, der bei seinen Männern nicht so genau auf die Einhaltung selbiger achtete, war disziplinarisch gesehen ein absoluter Gau, denn dadurch förderte man die Entwicklung eines Teams, das alles sehr locker nahm und damit eine Zeit lang durchkam, was aber sehr schnell Neid in den anderen Gruppen hervorrief, die strengere Vorgesetzte hatten, die sich an die Vorgaben der Flotte hielten. Eine einzige lasche Truppe, die ungestraft blieb, konnte die Moral einer ganzen Crew brechen. Ich hasste es, dass mein Job solche Überlegungen überhaupt erforderte, denn ich kam mir vor wie ein halber Politiker, aber Kommandos – und sei es nur über eine Abteilung – bekam man eben nicht geschenkt. Und schließlich nahm ich die negativen Seiten der Arbeit gern in Kauf, denn ich wusste ganz genau, was ich auf diesem Posten zu bewegen vermochte.
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Leopold FvB
 
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