BRI - Log05 - CrAp Alexis Grant - TEC - 12089.2295

CO: Thorn P'Thall - XO: Ghjea Lii

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

BRI - Log05 - CrAp Alexis Grant - TEC - 12089.2295

Beitragvon Alexis » So 12. Dez 2010, 21:59

Wörter: 1350
Beteiligte: Penvera, P'Thall, Vermont



*** USS Britannia - Maschinenraum ***

Nun war es also endgültig. Deep Space 5 lag hinter uns. Sofern man im All von vorne und hinten sprechen konnte. Aber wenn man unsere Bewegungsrichtung zugrunde legte... Energisch schüttelte ich den Kopf. Völlig unsinniger Gedankengang. Der mich wohl nur vom eigentlichen ablenkte. Mein altes Leben lag nun unwiderruflich hinter mir. Nach einem ziemlich überhasteten Aufbruch. Und dieses Schiff war frisch aus der Werft? Es schien förmlich auseinander zu fallen… Zufall? Pfusch? Und die Tatsache dass der CTO sich so häufig dem Captain oder dem Sicherheitspersonal besprach? Auch Zufall? Ich hasse Zufälle. Irgendwie kam mir das alles komisch vor.
Torin hatte ich nicht noch mal gesehen, oder mit ihm gesprochen… Er fehlte mir. Genauso wie der Rest meiner Freunde. Und hier an Bord hatte ich noch nicht so recht Anschluss gefunden. Ich arbeitete viel. Und war ich mal in meinem Quartier waren die anderen gerade nicht da oder sie schliefen. Es war zum verrückt werden. Es musste auf diesem Schiff doch jemanden geben mit dem ich mich verstand.
„Crewman Grant?“ Schwungvoll drehte ich mich um. Penvera, das hatte ich schon an der Stimme erkannt. Dafür dass ich nur Crewman war fand ich mich erschreckend oft in seiner Gegenwart wieder. Zu Hause war ich das ja gewohnt gewesen. Aber hier…
„Ja, Sir?“ Ich straffte mich etwas. Schließlich und endlich war es sicher nicht von Nachteil häufig mit dem CTO zu arbeiten. Es gab noch so viel zu lernen. Und ich wollte so schnell wie möglich lernen, im Rang aufsteigen und dann… Ich seufzte leise. Was dann war konnte ich wohl kaum wissen.
„Sie werden heute mit mir arbeiten“, unterbrach die Stimme des CTO meine Gedankengänge.
Also gut. Konzentration. Ich wollte doch einen guten Eindruck hinterlassen.
Ich folgte ihm zu zwei Konsolen im hinteren Bereich ´des Maschinenraums. Er rief einige Daten auf, ließ mich dann die Anzeige betrachten. Lustiges Rätselraten? Oder hatte er noch immer Spaß daran mich mit solchen Banalitäten zu testen?
„Wir kümmern uns heute also um die Trägheitsdämpfern?“, ließ ich mich auf das Spielchen ein. Er nickte knapp. Sofern ich das erkennen konnte zumindest. „Ganz genau, Miss Grant. Schauen sie sich die Verschiedenen Trägheitsdämpfer mal genauer an.“ Also doch Rätselraten. Ich betrachtete die Anzeige also noch einmal genauer. Das war doch…
„Sie laufen nicht Synchron und arbeiten gegeneinander.“ Faszinierend. Daher also die gesundheitlichen Probleme der Crew. War ja auch klar das einem das nicht sonderlich gut bekam. Schade nur das damit meine ganze Arbeit an dem EP-System völlig umsonst gewesen war. Egal, soviel Hoffnung hatte ich in die Theorie auch nicht gesetzt. Nur sie von vornherein auszuschließen war auch falsch. Konzentration, ermahnte ich mich mal wieder. Trägheitsdämpfer.
„Ganz genau und wir haben jetzt die Aufgabe eine Lösung dazu zu finden. Miss Grant haben sie denn vielleicht eine Idee?“ Ja klar, haufenweise. Ich meine so was sieht man doch schließlich jeden Tag. Hast du keine eigenen Ideen, dass du einen Chargen fragen musst? Doch mein Ehrgeiz war geweckt. Natürlich kannte er die Lösung. Aber das war meine Chance zu beweisen, dass ich nicht nur wusste wie man ein illegales Geschäft leitet und vor der Sicherheitsabteilung einer Station versteckt. Sondern das ich auch technisches Verständnis hatte. Ich ließ mich auf einen Hocker sinken, rief zusätzliche Daten auf, murmelte Ideen vor mich hin.
Und konnte schließlich gerade noch so ein lautes ‚Aha‘ unterdrücken. „Wir müssen im Grunde die Trägheitsdämpfer Neustarten und vermutlich auch das Programm im Computer für die Trägheitsdämpfer neu schreiben.“ Ich warf noch einmal einen versichernden Blick auf die Konsole. Nein, keinen Mist erzählt.
„Gut, wirklich gut. Womit würdest du jetzt anfangen?“ Ich konnte mir das breite Grinsen verkneifen. So ein Lob tat doch gut. Torin hatte mir immer durch die Haare gestrichen und… Nun gut, darauf konnte ich beim ihm wirklich verzichten. Und wann war er eigentlich zum Du übergegangen? War das ein gutes Zeichen?
„Mit dem Programm.“ Das neu starten brachte ja nichts wenn das ganze Programm für die Steuerung fehlerhaft war. Am Ende würden sie ja doch wieder gegeneinander arbeiten.
„Sehr gut, dann wollen wir mal an die Arbeit gehen.“ Wir? Ich auch? Ich sollte ein neues Programm für die Trägheitsdämpfer schreiben? Na gut, dabei mithelfen. Er hätte es sicher auch allein geschafft und wenn nicht gab es Leute die dafür qualifizierter waren. Umso erfreuter war ich, dass er meine Mitarbeit daran wünschte. Auch wenn es viel Arbeit war. Ich liebte knifflige Probleme.


*** Büro der CMO ~ Einige Zeit später***

Also doch alles kein Zufall, war ja eigentlich klar gewesen. Aber Spione? Und das diese Mitglieder der Crew sein könnten war irgendwie traurig. Man sollte sich auf seine Kameraden verlassen können. Gerade auf einem Schiff, da man schnell mal in eine gefährliche Situation geraten konnte. Wenn dann das Vertrauen fehlte… Es fiel mir schwer zu glauben das Mitglieder für all die Ausfälle, Störungen und Unfälle verantwortlich waren. Das widersprach einfach allem was ich über Freundschaft, Kameradschaft und Zusammenhalt gelernt hatte. Und es machte mich wütend.
Penveras Offenbarung über die Spione hatte mich also viel weniger schockiert als die Tatsache, dass er mich zu dieser geheimen Unterredung mitnahm. Mich! Der Anblick so vieler goldener Pins in einem Raum machte mich nervös. Und einmal mehr kam ich mir völlig deplatziert vor. Und doch erfüllte die Tatsache mich mit Stolz. Penvera hatte mich ausgesucht, obwohl ich nur Crewman war. Die Tatsache, dass er das eventuell nur getan hatte da ich als Spion ausgeschlossen werden konnte, ignorierte ich geflissentlich.
Penvera erörterte für alle Anwesenden die Vorgehensweise bei der Suche. Ich hörte Aufmerksam zu. Die Idee war…. interessant. Aber effektiv? Ich wusste nicht so recht was es bringen sollte. Saboteure die Mitglied der Crew waren, wussten wo wir suchten und auch wenn es blinde Passagiere waren… Gleichzeitig haftete mein Blick auf dem Captain. Mein Nacken prickelte. Dieser Mann machte mich nervös. Allerdings nicht unbedingt auf eine unangenehme Weise. Eines Tages vielleicht würde ich mit einem Schiff unter meinem Kommando zurück kehren…
Der Captain hakte bei Penvera nach. Die Suche war zwar gut getarnt. Aber ein erfahrener Offizier konnte sicherlich stutzig werden. Und Fragen würden nur schwer zu beantworten sein. Zumal wenn einer von ihnen womöglich der Spion war.
„Bleibt nur noch die Frage nach der Effektivität der Methode.“ Die war berechtigt. Nervös warf ich noch einen Blick auf meinen Vorgesetzten. Sollte ich? Durfte ich? Aber nun war ich mal hier, jetzt musste er damit leben. Leicht hob ich die Hand, lenkte die Aufmerksamkeit des Captains auf mich. „Sollten...“, und allein der Gedanke machte mich wütend, „die Saboteure wirklich aus unseren eigenen Reihen kommen, ist das wohl hinfällig, Sir. Und selbst wenn nicht- die Methode scheint zu eingeschränkt. Wer sich so geschickt an Bord verstecken kann, kann auch Energieausfällen mit gleichzeitigen internen Scans ausweichen.“ Der Kerl im Rollstuhl mit dem blauen Kragen, Vermont oder so, blickte mich an. „Sir, verzeihen sie, aber ich denke es hilft dennoch weiter. Schließlich halten wir potenzielle Feinde so auf Trab und davon ab, weitere Sabotageakte durchzuführen, ohne sie zwingend zu alarmieren.“ Richtig, aber sie hin und her zu scheuchen war doch keine dauerhafte Lösung. Ich registrierte das Nicken des Captains und meines Chefs. „Genau das war der Gedanke. Fürs erste. Doch mittelfristig…“ Also war es doch nur eine kurzfristige Lösung um den Feind für eine Weile zu beschäftigen.
„Können wir erst effektiv vorgehen, wenn wir wissen, ob der oder die Saboteure zur Crew gehören… oder geschickte blinde Passagiere sind.“ Der Satz des Captains hallte noch eine Weile in meinem Kopf nach. Saboteure… Ein einziges Mal hatte mich jemand hintergehen wollen. Als ich das Geschäft gerade übernommen hatte. Er hatte versucht die Leute hinter meinem Rücken gegen mich aufzubringen und es mir wegzunehmen. Ich war nicht unbedingt stolz darauf wie ich das Problem gelöst hatte. Aber es hat nie wieder jemand versucht mich zu betrügen…
Die Unterredung dauerte nicht mehr lange. Anschließend folgte ich Penvera zurück in den Maschinenraum. Zu lange Abwesenheit ohne triftige Erklärung war für einen CTO nie gut. Meine Nervosität hatte sich deutlich gelegt. Und auch der Stolz verkam immer mehr zu einem dumpfen Hintergrundrauschen. Viel mehr trieb mich jetzt mein Ehrgeiz und das brennende Gefühl der Empörung und Abscheu.
Alexis
 
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Registriert: Do 4. Nov 2010, 19:09

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