RES – Cmdr S. Kirilenkova – XO – U-Log 01 – 12‘104.2356

CO: Wedge Antilles - XO: Jason Anthony Hawk

Moderatoren: John Connor, Operationsstab

RES – Cmdr S. Kirilenkova – XO – U-Log 01 – 12‘104.2356

Beitragvon JasonHawk » Mo 27. Dez 2010, 22:34

RES – Cmdr Svetlana F. Kirilenkova – XO – U-Log 01 – 12‘104.2356

Personen: Valeris A. Advena
Erwähnt: Thelor T’Klav, Miguel Hernandez
Wörter: 975
Titel: Ruinen

=A= Starbase 98 Resolution – Deck 302 – Konferenzraum 2 – oder was davon noch übrig ist =A=

Ich stand mitten im Konferenztisch. Jedenfalls wäre ich mitten darin gestanden, wenn es ihn denn noch gegeben hätte. Doch der Konferenztisch war Geschichte. Ebenso der gesamte Konferenztisch und das halbe Deck 302. Das Deck war noch halbwegs zu erkennen, auch wenn ich auch noch drei Decks nach oben sehen konnte oder teilweise einige Decks nach unten. Dass ich den Konferenzraum noch erkennen konnte, konnte ich allerdings nicht behaupten. Dazu bedarf es sehr, sehr viel Fantasie.
Das Deck hatte einen zweiten Boden erhalten – die Decke. Die Wände fanden sich in den Nachbarräumen wieder oder waren inzwischen in einem Frachtraum. Ich wusste nicht einmal in welchem, aber mit solchen Details belästigte mich die Sicherheit auch nicht. Die Wand war übrigens in den Frachtraum gekommen, weil sie von der Explosion ins All geschleudert worden war.
Deshalb hatte ich von meinem Standort, mitten im Konferenztisch, einen wunderbaren Blick auf den Briar Patch. Leider nicht durch ein Fenster, sondern eben durch die fehlende Aussenwand. Ein Kraftfeld schützte mich vor dem Vakuum.
Plötzlich hörte ich hinter mir jemanden. Es war aber nicht das Rascheln der Kleidung oder die Schritte auf dem Boden, die mir dies verrieten, sondern die schlichte Tatsache, dass momentan wohl niemand ungehört über dieses Deck gehen konnte. Dafür lagen zu viele Trümmerstücke darauf herum, obwohl die Techniker bereits Durchgänge freigelegt haben. So kam es auch, dass ich auf dem eigentlich Boden des Decks stand und nicht auf der Decke.
Wer sich mir da näherte, wusste ich nicht. Ich ging mal davon aus, dass es kein Saboteur war. Dieses Kapital hatten wir ja glücklicherweise abgeschlossen. Doch inzwischen hatte mich die Person erreicht und sich neben mich gestellt. Somit konnte ich sie aus dem Augenwinkel etwas ausmachen. Weiblich, spitze Ohren, schwarzes Haar, gelber Kragen. Somit war ich nicht überrascht, als mich kurz darauf Advenas Stimme ansprach:
„Commander“, begann die Cheftechnikerin mit einer simplen Begrüssung, welche sie mit einem Kopfnicken begleitete. „Was führt Sie hier her?“
„Das ist gar nicht so einfach zu erklären…“, antwortete ich und war selber überrascht, wie abwesend meine Stimme klang. Anscheinend zu abwesend für Advena.
„Geht es Ihnen gut, Commander?“
Erst jetzt drehte ich meinen Kopf zu Advena. Sie schaute mich bereits an, was sie noch nicht getan hatte, als sie mich begrüsst hatte. Ich überlegte kurz, bevor ich ihr antwortete:
„Ja. Ja, es geht mir gut.“
„Aber?“
„Nichts aber.“
„Es ist dieses Erlebnis, mitten in der Explosion gestanden zu haben, nicht wahr?“
Ich musste schmunzeln. Es war unglaublich, wie schnell sich diese Geschichte auf der Station verbreitet hatte. Das wussten alle noch vor der Tatsache, dass die Gorn die Konferenz sabotiert hatten. Ein Lauffeuer war im Vergleich dazu langsam.
„Sie haben Recht. Ich stand hier und hatte mich gedanklich zurückversetzt. Liess das ganze nochmals vor meinem Inneren ablaufen. Es…“
Weiter kam ich nicht.
„Ist es schwer in Worte zu fassen?“, fragte Advena verständnisvoll.
„Allerdings. Es ist auch schwer zu akzeptieren. Noch immer kommt es mir falsch vor, eine Explosion so erlebt und überlebt zu haben.“
Mehr sagte ich nicht. Es war schon zu viel. Normalerweise war ich nicht so offen, sonder hielt mein Privatleben unterm Deckel. So lange es meinen Dienst nicht beeinträchtigte, ging es niemanden etwas an. Ich sprach höchsten mit Freunden. Doch jetzt hatte ich mich Advena sehr weit geöffnet. Weit dafür, dass ich sie nicht kannte, noch nicht wirklich.
Advena reagierte auch nicht auf meine Offenheit. War es ihr zu plump, anzubieten, dass ich mit ihr darüber sprechen könnte, wenn ich es wollte? Vielleicht, aber ich nahm ihr Schweigen als Angebot. Ein Angebot, welches ich nicht vor hatte anzunehmen. Aber Pläne konnten sich ändern…
Ich schüttelte den Gedanken ab, in dem ich mich straffte und räusperte. Dann setzte ich dienstliche Stimme auf. Jedenfalls so dienstlich, wie es mir momentan möglich war.
„Wann beginnen die eigentlichen Reparaturen?“ Dass bisher nur aufgeräumt und nicht repariert wurde, musste ich nicht extra erwähnen.
„Morgen. Ich habe Petty Officer T’Klav damit beauftragt.“
Wieso die Reparaturen bis morgen warten mussten, schoss mir sofort durch den Kopf, nachdem Advena das erste Wort gesprochen hatte. Aber nach den weiteren Worten, lag mir eine andere Frage als erstes auf der Zunge:
„Sie betrauen einen Unteroffizier mit einer so wichtigen Reparatur?“
„T’Klav hat sich seit er auf der Station ist bewährt. Er überzeugt mit guter Arbeit und eine Beförderung wäre schon lange überfällig. Wäre er nicht schon so alt, hätte ich ihm sogar empfohlen, noch die Akademie abzuschliessen.“
„Trotz allem ist er ein Unteroffizier.“
„Aber ein Unteroffizier, der die Station praktisch in- und auswendig kennt. Doch ich weiss, worauf Sie hinauswollen. Lieutenant Hernandez überwacht die gesamte Reparatur. T’Klav muss alles mit ihm absprechen und Hernandez muss schlussendlich genauso gerade stehen, wie T’Klav!“
„Alles klar, ich werde es dem Captain verkaufen“, sagte ich mit einem freundlichen Lächeln. „Nur eines noch. Wieso beginnt T’Klav erst morgen.“
„Er hat einen Tag Urlaub. Verbringt Zeit mit seiner Freundin.“
Ich nahm es hin. Ohne ein weiteres Wort. Was wollte ich schon sagen. Es hätte wohl mehr meine Eifersucht als meine Dienstbeflissenheit gesprochen. Und so herrschte wieder Schweigen. Ich wäre gerne auch wieder alleine gewesen, aber Advena blieb noch. Doch dann schien sie es sich anders zu überlegen. Sie drehte sich um und wollte schon gehen, als sie sich nochmals umdrehte und durch das Loch hinausblickte. Dann sagte sie:
„Ich sollte mir mal überlegen, wo wir ein so grosses Fenster bauen können. Am besten gleich mehrere. Alle mit Blick auf den Patch und alle etwas abgeschieden. Einfach ein Ort, um uns das All anzusehen. Durch ein grosses Fenster. Und, nicht wie auf der Promenade, wo wir alleine sein können.“
Advena blieb noch kurz stehen. Dann drehte sie sich das letzte Mal weg und verliess den ehemaligen und baldigen Konferenzraum. Als sie weg war, flüsterte ich vor mich in.
„Das wäre eine gute Idee…“
Cmdr Jason Anthony Hawk
XO Starbase 98 Resolution

Chars:
Cmdr Svetlana Fjodorowna Kirilenkova (XO)
Lt Jason Anthony Hawk (SCI)
PO1 Thelor T'Klav (TEC)

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